Pierre Antoine Patel - Der Monat Juli

Auktion 390, Kat.-Nr. 571

Gemälde und Graphiken 15. – 20. Jh. am 3. Dezember 2020

Pierre Antoine Patel

Der Monat Juli

Schätzpreis:
€ 20.000 bis € 30.000

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noch erhältlich
Beschreibung:
Pierre Antoine Patel
1648 Paris - 1708 ebenda

Der Monat Juli


Weite südliche Dorflandschaft, links eine antike Ruine. Im Vordergrund Bauern bei der Arbeit. L. u. (auf einer antikisierenden Tafel) Monatsbezeichnung "IVLLIET" (sic) und "A PATEL" signiert, darüber als Relief das Sternzeichen des Löwen. Rücks. Klebeetiketten der Kunstspedition "Martinspeed Limited", Vauxhall/London, mit Nummerierung 4587 und Hinweis "Ex Wengraf N. Y. # 41". Öl. Lwd. 45 x 66 cm. Doubliert. Rest. Min. besch. Rahmen.

Aus einer Serie von zwölf Monatsdarstellungen (1699).

Pierre Antoine Patel war der Sohn des aus der Picardie stammenden Künstlers Pierre Patel (1695-1676). Möglicherweise erfuhr er seine Ausbildung im Atelier des Vaters. 1677 erwirbt er den Titel des maître peintre, 1680 trägt er den Titel des maître peintre et peintre ordinaire du Roy. Wie sein Vater spezialisiert sich Patel auf Landschaftsdarstellungen mit griechisch-römischen Ruinen. Seine früheren Arbeiten zeichnen sich durch ein kalte Farbpalette und deutlich akzentuierte Lichtkontraste aus. Ab Mitte der 70er Jahre beginnt der Künstler, sich vom Vorbild des Vaters zu lösen.

Als er 1699 den Auftrag für die zwölf Monatsdarstellungen erhält (Les mois de lannée) ist Pierre Antoine Patel auf seinem künstlerischen Höhepunkt angelangt: Seine Malerei greift die klassizistischen Kompositionen Claude Lorrains auf, nordischer Einfluss zeigt sich in den pittoresken Elementen kleiner Alltagsfiguren (Bauern bei der Arbeit) sowie in der Darstellung sowohl städtischer wie ländlicher Architekturelemente. Das Licht wird ausgesprochen feinsinnig behandelt, Hell- und Dunkelkontraste werden raffiniert und akzentuiert eingesetzt.

Seit dem späten 18. Jahrhundert wird die Monatsserie Patels in der Literatur lobend aufgeführt. So wird sie 1787 als im Professhaus der Pariser Jesuiten, Saint-Louis-de-la-Culture, befindlich erwähnt. Während der Französischen Revolution befand sich die Serie in der heutigen Kirche Saint-Paul-Saint-Louis, danach wurde sie in verschiedenen Besitz aufgeteilt. Weitere Gemälde aus der Monatsserie befinden sich heute u. a. im Pariser Louvre (Januar, April, August, September), im Museum of Fine Arts in San Francisco (Oktober) sowie im Staatlichen Museum Schwerin (November, Dezember). Die Darstellung des Monats März scheint am 15. Juni 1994 als Lot 84 bei Cornette de Saint Cyr, Paris, angeboten worden zu sein.

Literatur: Couval, Natalie, Les Patel. Pierre Patel (1605-1676) et ses fils - les paysages de ruines à Paris au XVIIe siècle. Paris 2001, u. a. S. 123 und 221f.: zur Serie der Monatsdarstellungen.

Provenienz: Sothebys London, 7. Dezember 1994, Lot 39. - Galerie Alex Wengraf, London. - Aus dem Nachlass eines hessischen Sammlers.


Titel-Zusatz:
Weite südliche Dorflandschaft, links eine antike Ruine. Im Vordergrund Bauern bei der Arbeit


Signatur-Bez-Vorne:
L. u. (auf einer antikisierenden Tafel) Monatsbezeichnung "IVLLIET" (sic) und "A PATEL" signiert, darüber als Relief das Sternzeichen des Löwen
Signatur-Bez-Recto:
Rücks. Klebeetiketten der Kunstspedition "Martinspeed Limited", Vauxhall/London, mit Nummerierung 4587 und Hinweis "Ex Wengraf N. Y. # 41"
Träger:
auf Öl
Technik-Träger:
Lwd
Maße:
45 x 66 cm
Zustand:
Doubliert. Rest. Min. besch
Rahmen:
Rahmen
Provenienz:
Sothebys London, 7. Dezember 1994, Lot 39. - Galerie Alex Wengraf, London. - Aus dem Nachlass eines hessischen Sammlers.
Kommentar:
Aus einer Serie von zwölf Monatsdarstellungen (1699). Pierre Antoine Patel war der Sohn des aus der Picardie stammenden Künstlers Pierre Patel (1695-1676). Möglicherweise erfuhr er seine Ausbildung im Atelier des Vaters. 1677 erwirbt er den Titel des maître peintre, 1680 trägt er den Titel des maître peintre et peintre ordinaire du Roy. Wie sein Vater spezialisiert sich Patel auf Landschaftsdarstellungen mit griechisch-römischen Ruinen. Seine früheren Arbeiten zeichnen sich durch ein kalte Farbpalette und deutlich akzentuierte Lichtkontraste aus. Ab Mitte der 70er Jahre beginnt der Künstler, sich vom Vorbild des Vaters zu lösen. Als er 1699 den Auftrag für die zwölf Monatsdarstellungen erhält (Les mois de lannée) ist Pierre Antoine Patel auf seinem künstlerischen Höhepunkt angelangt: Seine Malerei greift die klassizistischen Kompositionen Claude Lorrains auf, nordischer Einfluss zeigt sich in den pittoresken Elementen kleiner Alltagsfiguren (Bauern bei der Arbeit) sowie in der Darstellung sowohl städtischer wie ländlicher Architekturelemente. Das Licht wird ausgesprochen feinsinnig behandelt, Hell- und Dunkelkontraste werden raffiniert und akzentuiert eingesetzt. Seit dem späten 18. Jahrhundert wird die Monatsserie Patels in der Literatur lobend aufgeführt. So wird sie 1787 als im Professhaus der Pariser Jesuiten, Saint-Louis-de-la-Culture, befindlich erwähnt. Während der Französischen Revolution befand sich die Serie in der heutigen Kirche Saint-Paul-Saint-Louis, danach wurde sie in verschiedenen Besitz aufgeteilt. Weitere Gemälde aus der Monatsserie befinden sich heute u. a. im Pariser Louvre (Januar, April, August, September), im Museum of Fine Arts in San Francisco (Oktober) sowie im Staatlichen Museum Schwerin (November, Dezember). Die Darstellung des Monats März scheint am 15. Juni 1994 als Lot 84 bei Cornette de Saint Cyr, Paris, angeboten worden zu sein. Literatur: Couval, Natalie, Les Patel. Pierre Patel (1605-1676) et ses fils - les paysages de ruines à Paris au XVIIe siècle. Paris 2001, u. a. S. 123 und 221f.: zur Serie der Monatsdarstellungen.