Giovanni Battista Gaulli - Der Hl. Franz Xaver in der Glorie

Auktion 379, Kat.-Nr. 281

ALTE KUNST am 21. März 2018

Giovanni Battista Gaulli

Der Hl. Franz Xaver in der Glorie

Schätzpreis:
€ 15.000 bis € 20.000

Differenzbesteuerung    

Ergebnis:
€ 22.860 (inkl. 27 % Käuferaufgeld)



Beschreibung:
GAULLI, GIOVANNI BATTISTA
1639 Genua - 1709 Rom

Der Hl. Franz Xaver in der Glorie

Öl auf Lwd. 32,8 x 67 cm. Doubliert. Rest. Leistenrahmen.

Giovanni Battista Gaulli, gen. il Baciccia (Baciccio), entwickelte sich unter dem Einfluss und der stetigen Förderung Gianlorenzo Berninis zum bedeutendsten römischen Freskomaler der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Zudem gilt er - neben Carlo Maratti - als der herausragende Maler von Altargemälden, Galeriebildern und Porträts. Hinsichtlich des Kolorits seiner Arbeiten gilt Gaulli als unübertroffen. Sein Hauptwerk im Bereich der kirchlichen Deckendekoration stellt die Ausmalung von Il Gesù, der Mutterkirche der Jesuiten, dar. Im Jahre 1685 war diese nach dreizehnjähriger Arbeit abgeschlossen.

Giovanni Battista Gaulli hat seine Bildkompositionen nicht nur durch Zeichnungen, sondern auch durch Bozzetti (Ölskizzen) und detaillierter ausgeführte Modelli vorbereitet. Über 50 dieser Arbeiten haben sich erhalten, weit mehr als von jedem anderen römischen Barockmaler.

Nach neuesten Forschungen (Petrucci, s. u.) handelt es sich bei dem vorliegendem Bozzetto um einen Entwurf Gaullis für das Deckengemälde der Capella di San Francesco Saverio in SantAndrea al Quirinale in Rom. In der irrtümlichen Annahme, der Dargestellte Jesuitenheilige sei als der Ordensgründer Ignatius von Loyola zu identifizieren, war der Entwurf 1964 erstmals von Rolf Kultzen publiziert und in Zusammenhang mit der Ausgestaltung von Il Gesù gebracht worden.

1704 erhielt Giovanni Battista Gaulli den Auftrag, die beiden Seitenaltarbilder und das Deckenfresko für die dem Hl. Franz Xaver gewidmete Kapelle in SantAndrea al Quirinale, der von Bernini erbauten Noviziatskirche der Jesuiten, zu schaffen. Bereits 1676 hatte er für diese das Altargemälde "Der Tod des Hl. Franz Xaver" ausgeführt. Es kam jedoch nicht zur Ausführung des Deckenfreskos, dieses wurde erst 1746 von Filippo Bracci - in deutlicher Orientierung an Gaullis Entwurf - geschaffen.

Im Jahre 1996 publizierten Maurizio Fagiolo dellArco und Rossella Pantanella (s. u.) zwei Inventareinträge, die darauf schließen lassen, dass sich der vorliegende Entwurf als "Un bozzetto di S. Francesco Saverio portato in gloria" wohl noch 1761 im Besitz Giulio Gaullis (dem Sohn des Künstlers) befunden haben könnte und als "S. Fran.co Saverio in Gloria" offenbar auch noch 1776 im Inventar der Marianna Tuffeni Gaulli im Palazzo Gaulli erwähnt wurde.


Literatur: Fagiolo dellArco, Maurizio / Pantanella, Rossella, Museo Baciccio. In margine a quattro inventari inediti. Rom 1996, Nr. 40-41, S. 119. - Petrucci, Francesco, Giovan Battista Gaulli 1639-1709. Rom 2009, S. 507, WVZ-Nr. B 33 (mit Abb.). Dort mit ausführlichen weiterführenden Literaturangaben.

Provenienz: Möglicherweise bis Ende 1776 im Besitz der Nachfahren des Künstlers. - Philipp Hermann, Karlsruhe. - Süddeutsche Privatsammlung.


Technik:
Öl
Träger:
auf Lwd
Maße:
32,8 x 67 cm
Zustand:
Doubliert. Rest
Rahmen:
Leistenrahmen
Provenienz:
Möglicherweise bis Ende 1776 im Besitz der Nachfahren des Künstlers. - Philipp Hermann, Karlsruhe. - Süddeutsche Privatsammlung.
Kommentar:
Giovanni Battista Gaulli, gen. il Baciccia (Baciccio), entwickelte sich unter dem Einfluss und der stetigen Förderung Gianlorenzo Berninis zum bedeutendsten römischen Freskomaler der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Zudem gilt er - neben Carlo Maratti - als der herausragende Maler von Altargemälden, Galeriebildern und Porträts. Hinsichtlich des Kolorits seiner Arbeiten gilt Gaulli als unübertroffen. Sein Hauptwerk im Bereich der kirchlichen Deckendekoration stellt die Ausmalung von Il Gesù, der Mutterkirche der Jesuiten, dar. Im Jahre 1685 war diese nach dreizehnjähriger Arbeit abgeschlossen. Giovanni Battista Gaulli hat seine Bildkompositionen nicht nur durch Zeichnungen, sondern auch durch Bozzetti (Ölskizzen) und detaillierter ausgeführte Modelli vorbereitet. Über 50 dieser Arbeiten haben sich erhalten, weit mehr als von jedem anderen römischen Barockmaler. Nach neuesten Forschungen (Petrucci, s. u.) handelt es sich bei dem vorliegendem Bozzetto um einen Entwurf Gaullis für das Deckengemälde der Capella di San Francesco Saverio in SantAndrea al Quirinale in Rom. In der irrtümlichen Annahme, der Dargestellte Jesuitenheilige sei als der Ordensgründer Ignatius von Loyola zu identifizieren, war der Entwurf 1964 erstmals von Rolf Kultzen publiziert und in Zusammenhang mit der Ausgestaltung von Il Gesù gebracht worden. 1704 erhielt Giovanni Battista Gaulli den Auftrag, die beiden Seitenaltarbilder und das Deckenfresko für die dem Hl. Franz Xaver gewidmete Kapelle in SantAndrea al Quirinale, der von Bernini erbauten Noviziatskirche der Jesuiten, zu schaffen. Bereits 1676 hatte er für diese das Altargemälde "Der Tod des Hl. Franz Xaver" ausgeführt. Es kam jedoch nicht zur Ausführung des Deckenfreskos, dieses wurde erst 1746 von Filippo Bracci - in deutlicher Orientierung an Gaullis Entwurf - geschaffen. Im Jahre 1996 publizierten Maurizio Fagiolo dellArco und Rossella Pantanella (s. u.) zwei Inventareinträge, die darauf schließen lassen, dass sich der vorliegende Entwurf als "Un bozzetto di S. Francesco Saverio portato in gloria" wohl noch 1761 im Besitz Giulio Gaullis (dem Sohn des Künstlers) befunden haben könnte und als "S. Fran.co Saverio in Gloria" offenbar auch noch 1776 im Inventar der Marianna Tuffeni Gaulli im Palazzo Gaulli erwähnt wurde. Literatur: Fagiolo dellArco, Maurizio / Pantanella, Rossella, Museo Baciccio. In margine a quattro inventari inediti. Rom 1996, Nr. 40-41, S. 119. - Petrucci, Francesco, Giovan Battista Gaulli 1639-1709. Rom 2009, S. 507, WVZ-Nr. B 33 (mit Abb.). Dort mit ausführlichen weiterführenden Literaturangaben.