Fritz Klimsch - Liegendes Mädchen. 1946

Auktion 63, Kat.-Nr. 8

AFRIKANISCHE KUNST / KLASSISCHE MODERNE, POST WAR & CONTEMPORARY ART am 8. Juni 2018

Fritz Klimsch

Liegendes Mädchen. 1946

Schätzpreis:
€ 4.000 bis € 6.000

Differenzbesteuerung    

Ergebnis:
€ 5.715 (inkl. 27 % Käuferaufgeld)



Beschreibung:
Klimsch, Fritz
1870 Frankfurt a. M. - 1960 Freiburg

Liegendes Mädchen. 1946

Hellbrauner Gips
H. 34 x 40 x 26 cm

Neben dem rechten Unterarm monogrammiert "FK".

Mit einer Echtheitsbestätigung von Dr. Hermann Braun, Hannover. Wir danken für die freundliche Unterstützung bei der Bearbeitung der Skulptur.

Literatur: Braun, Hermann. Fritz Klimsch. Eine Dokumentation. München 1991.

Der Verfasser des Klimsch-Werkverzeichnisses, Dr. Hermann Braun, datiert die Skulptur des anmutig liegenden Mädchens auf das Jahr 1946. In diesem Jahr musste der berühmte Berliner Bildhauer Salzburg verlassen, wo er nach der Zerstörung seines Ateliers die letzten Kriegsjahre verbracht hatte, worauf er sich in Saig im Schwarzwald niederließ. Dort setzte der betagte Künstler sein bildhauerisches Werk fort und schuf mehrere Gipsmodelle für Kleinplastiken, darunter das "Liegende Mädchen". Aus finanziellen Gründen sah er sich jedoch gezwungen, dieses Werk ebenso wie andere sofort nach seiner Entstehung und ohne einen Bronzeabguss machen zu lassen, zu verkaufen.

Der Autor sieht in der Liegenden die Fortführung einer 1942/43 "Auf freier Höh" entstandenen Plastik und beschreibt sie folgendermaßen: "Das Mädchen ruht auf einer Plinthe, die eine Erhöhung aufweist, dort stützt es sich mit dem rechten Arm auf. Der linke Arm liegt auf dem linken Bein, das wiederum über das rechte Bein geschlagen ist. Beide Füße ragen über die Basis hinaus, wodurch die kompakte Komposition lebendig wirkt, überdies sorgen dreieckige Durchblicke für Transparenz. Das Gesicht ist ganz individuell empfunden, obwohl wahrscheinlich kein Modell zur Verfügung stand. Der Mädchenakt zeigt, dass Klimsch auch in Saig Werke von bezaubernder Schönheit schaffen konnte." In seinem Gutachten bedauert er, dass er die Statue nicht in seine Monografie aufnehmen konnte, da sie bis heute unbekannt war, und betont zugleich, dass sie "eine willkommene Bereicherung im Oeuvre des Bildhauers darstellt."