Gottfried Helnwein - Boulevard of Broken Dreams - James Dean. 1981

Auktion 60, Kat.-Nr. 23

KLASSISCHE MODERNE, POST WAR & CONTEMPORARY ART am 7. Dezember 2016

Gottfried Helnwein

Boulevard of Broken Dreams - James Dean. 1981

Schätzpreis:
€ 60.000 bis € 80.000

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Ergebnis:
€ 158.750 (inkl. 27 % Käuferaufgeld)

Beschreibung:

Helnwein, Gottfried

1948 Wien - lebt in Irland

 

Boulevard of Broken Dreams - James Dean. 1981

 

Öl und Acryl auf Leinwand

169 x 117 cm

 

Rechts unten signiert "HELNWEIN". Metallrahmen.

 

Provenienz: Privatbesitz Süddeutschland

 

Das Ausreizen der bürgerlichen Geschmacksgrenzen war Gottfried Helnwein quasi in die Wiege gelegt. Wie viele österreichische Künstler seiner Generation rebellierte der Wiener gegen die engstirnige Gesellschaft der Nachkriegszeit. Nach dem Studium an der Akademie der Bildenden Künste setzte er sich seit den 1970er Jahren in fotorealistisch gemalten Bildern von misshandelten Kindern und bandagierten Körpern mit dem Thema Gewalt auseinander. Als Metaphern für die dunklen Seiten der menschlichen Zivilisation begründeten sie seine internationale Berühmtheit.

 

In einer Werkserie widmet sich Gottfried Helnwein um 1980 den Idolen des 20. Jahrhunderts, charismatischen Persönlichkeiten wie Elvis und Mick Jagger, die er als Helden einer aufbegehrenden Jugend verehrt. Auch in den Hollywood-Ikonen James Dean und Marilyn Monroe sieht er die unangepassten Rebellen, die ihren Ruhm mit einem frühen Tod bezahlten. Der Künstler benutzt Fotografien von charakteristischen Posen der Stars als Ausgangsmaterial seiner Gemälde: James Dean auf dem verregneten Times Square in New York und Marilyn Monroe über dem Luftschacht aus Billy Wilders Film "Das verflixte siebte Jahr" (beide 1955). Wie zuvor schon die Künstler der Pop Art und insbesondere Andy Warhol, reflektiert der österreichische Künstler ihre massenmediale Vermarktung und wertet sie durch die Übertragung von der Fotografie in die Malerei auf.

 

Zum Anlass der 50. Wiederkehr seines Geburtstags verewigt er James Dean im Alter von 24 Jahren und kurz vor seinem tragischen Unfalltod in einer rosa schimmernden Lichthülle, in der "diese ganz bestimmte Traurigkeit, Verlorenheit und Verzweiflung des Rebellentums, nirgends dazuzugehören" Ausdruck findet. Bei Marilyn dient ihm der scharfe Kontrast von Licht und Dunkel über dem Gesicht als Hinweis auf die Schattenwelt hinter dem schönen Schein. Beide Stars werden bei Helnwein zu "Engeln aus dem Zwischenreich" auf dem Boulevard der zerbrochenen Träume.

 

Lit.: Malerei muss sein wie Rockmusik. Gottfried Helnwein im Gespräch mit Andreas Mäckler. Becksche Reihe, 1992. S. 159

 



Signatur-Bez-Vorne:
Rechts unten signiert "HELNWEIN"
Technik:
Öl und Acryl
Träger:
auf Leinwand
Maße:
169 x 117 cm
Rahmen:
Metallrahmen
Provenienz:
Privatbesitz Süddeutschland