Ferdinand von Rayski - Generalleutnant August von Leyßer zu Pferd

Auktion 403, Kat.-Nr. 1048

Napoleon bei Neumeister am 1. Dezember 2021 ab 18:00 Uhr

Ferdinand von Rayski

Generalleutnant August von Leyßer zu Pferd

Schätzpreis:
€ 3.000 bis € 4.000

Differenzbesteuerung    

Ergebnis:
€ 2.600 (inkl. 30 % Käuferaufgeld)

Beschreibung:

Ferdinand von Rayski

1806 Pegau / Sachsen - 1890 Dresden

um 1834

 

Generalleutnant August von Leyßer zu Pferd

 

 

Vor der Schlacht bei Borodino 1812. Ölskizzze für ein nicht ausgeführtes oder verloren gegangenes Gemälde. Öl auf Lwd. 21,2 x 17,4 cm. Rahmen.

 

August von Leyßer (1771-1842), königlich-sächsischer Generalleutnant der Kavallerie, sitzt im Sattel eines Rappens, im Hintergrund Pulverdampf. Uniformierung, Rang und auch das Pferd, ein Rappe, verweisen eindeutig auf sein Regiment: die "Garde du Corps".

 

Die vorliegende Studie bereitet offenbar ein Erinnerungsbild an das denkwürdigste Ereignis der militärischen Laufbahn des Dargestellten vor. Von Leyßer hatte als Kommandant das sächsische Regiment Garde du Coprs im russischen Feldzug von 1812 geführt, das sich in der Schlacht an der Moskwa bei Borodino am 7. September 1812 besonders ausgezeichnet hat und maßgeblich zum Sieg beitrug. Dass genau dieser Tag, der Morgen bei Beginn der Schlacht, gemeint ist, geht aus einem leicht zu übersehenden Detail der Skizze hervor: Im Bildmittelgrund hinter dem Pferd fällt das Gelände ab. Mit dem Gewässer kann aber nicht der breite Fluss der Moskwa gemeint sein. Die Aufklärung liefert Clausewitz Beschreibung des Schlachtgeländes: "... die Kolotscha (Kalotscha), welche in einem ziemlich eingeschnittenen Thale fließt ...". Es handelt sich hierbei um einen Nebenfluss der Moskwa vor den Linien der russischen Armee mit der später vehement verteidigten Rajewski-Schanze.

 

Der große militärische Erfolg der Kürassiere unter Leyßers Führung war eng mit ihrem Untergang verbunden. Das traditionsreiche Garderegiment, Stolz der sächsischen Armee über fast 200 Jahre hinweg, ging beim Rückzug von Napoleons "Grande Armée" unter. Es wurde weitgehend aufgerieben und danach nicht wieder aufgestellt. Leyßer selbst wurde in der Schlacht schwer verwundet und überlebte in russischer Gefangenschaft. Es sollte noch eine beachtenswerte Laufbahn als Politiker im sächsischen Landtag folgen. Davon zeugt das große Porträt "August von Leyßer im schwarzen Frack" (Walter, s. u., WVZ-Nr. 440), das sich in der Galerie Neue Meister in Dresden befand und 1945 beim Bombenangriff auf Dresden zerstört wurde.

 

Vgl. Walter, Maräuschlein, Ferdinand von Rayski - Sein Leben und sein Werk. Bielefeld / Leipzig 1943, S. 249 f., WVZ-Nr. 433-440: weitere Darstellungen August von Leyßers im Schaffen Ferdinand von Rayskis. - Hinterlassene Werke des Generals Carl von Clausewitz über Kriege und Kriegsführung. Siebenter Band. Der Feldzug von 1812 in Rußland [...] 2. Aufl. Berlin 1862, S. 123: Beschreibung des Geländes der Schlacht an der Moskwa.

 

Provenienz: Schlossbesitz nördlich von Ingolstadt. - 2014 als anonymes Werk bei der Versteigerung des Restinventares dieses Schlosses erworben. - Privatbesitz Süddeutschland.

 

Gutachten Prof. Dr. Helmut Börsch-Supan, Berlin, 28. Februar 2017.



Datierung:
um 1834


Titel-Zusatz:
Vor der Schlacht bei Borodino 1812. Ölskizzze für ein nicht ausgeführtes oder verloren gegangenes Gemälde


Technik:
Öl
Träger:
auf Lwd
Maße:
21,2 x 17,4 cm
Rahmen:
Rahmen
Echtheit:
Gutachten Prof. Dr. Helmut Börsch-Supan, Berlin, 28. Februar 2017.
Kommentar:
August von Leyßer (1771-1842), königlich-sächsischer Generalleutnant der Kavallerie, sitzt im Sattel eines Rappens, im Hintergrund Pulverdampf. Uniformierung, Rang und auch das Pferd, ein Rappe, verweisen eindeutig auf sein Regiment: die "Garde du Corps". Die vorliegende Studie bereitet offenbar ein Erinnerungsbild an das denkwürdigste Ereignis der militärischen Laufbahn des Dargestellten vor. Von Leyßer hatte als Kommandant das sächsische Regiment Garde du Coprs im russischen Feldzug von 1812 geführt, das sich in der Schlacht an der Moskwa bei Borodino am 7. September 1812 besonders ausgezeichnet hat und maßgeblich zum Sieg beitrug. Dass genau dieser Tag, der Morgen bei Beginn der Schlacht, gemeint ist, geht aus einem leicht zu übersehenden Detail der Skizze hervor: Im Bildmittelgrund hinter dem Pferd fällt das Gelände ab. Mit dem Gewässer kann aber nicht der breite Fluss der Moskwa gemeint sein. Die Aufklärung liefert Clausewitz Beschreibung des Schlachtgeländes: "... die Kolotscha (Kalotscha), welche in einem ziemlich eingeschnittenen Thale fließt ...". Es handelt sich hierbei um einen Nebenfluss der Moskwa vor den Linien der russischen Armee mit der später vehement verteidigten Rajewski-Schanze. Der große militärische Erfolg der Kürassiere unter Leyßers Führung war eng mit ihrem Untergang verbunden. Das traditionsreiche Garderegiment, Stolz der sächsischen Armee über fast 200 Jahre hinweg, ging beim Rückzug von Napoleons "Grande Armée" unter. Es wurde weitgehend aufgerieben und danach nicht wieder aufgestellt. Leyßer selbst wurde in der Schlacht schwer verwundet und überlebte in russischer Gefangenschaft. Es sollte noch eine beachtenswerte Laufbahn als Politiker im sächsischen Landtag folgen. Davon zeugt das große Porträt "August von Leyßer im schwarzen Frack" (Walter, s. u., WVZ-Nr. 440), das sich in der Galerie Neue Meister in Dresden befand und 1945 beim Bombenangriff auf Dresden zerstört wurde. Vgl. Walter, Maräuschlein, Ferdinand von Rayski - Sein Leben und sein Werk. Bielefeld / Leipzig 1943, S. 249 f., WVZ-Nr. 433-440: weitere Darstellungen August von Leyßers im Schaffen Ferdinand von Rayskis. - Hinterlassene Werke des Generals Carl von Clausewitz über Kriege und Kriegsführung. Siebenter Band. Der Feldzug von 1812 in Rußland [...] 2. Aufl. Berlin 1862, S. 123: Beschreibung des Geländes der Schlacht an der Moskwa. Provenienz: Schlossbesitz nördlich von Ingolstadt. - 2014 als anonymes Werk bei der Versteigerung des Restinventares dieses Schlosses erworben. - Privatbesitz Süddeutschland.