HANS VON MARÉES


 

 

Hans von Marées ist in der aktuellen Auktion mit fünf Zeichnungen vertreten. Es handelt sich dabei um meist kleinformatige spontane Skizzen, gezeichnet auf den Blättern eines kleinen Skizzenbuches, eines Notizbuches, ein Blatt ist von etwas größerem Format. Die Zeichnungen datieren in das spätere Schaffen des Künstlers in Rom. 

Das relative kurze künstlerische Leben Hans von Marées, der mit knapp 50 Jahren starb, war geprägt von großem Arbeitseifer und einem steten Suchen nach „seiner“ Kunst. Diese Suche war in seinem Fall geprägt von Selbstzweifeln, die ihn viele Arbeiten (auch Zeichnungen) vernichten ließen, grüblerischem Entwickeln neuer Ideen und tiefen künstlerischen wie auch persönlichen Krisen. Marées: Die Pole seines künstlerischen Lebens könnten „Realismus“ und „Idealismus“ genannt werden. Wie jede Verkürzung von Entwicklungen, die sich mit Höhen und Tiefen über längere Zeit erstrecken, wäre eine solche Vereinfachung ungerecht einem Künstler gegenüber, der als eine der prägendsten Künstlerpersönlichkeiten seiner Zeit zu gelten hat, dessen künstlerisches Streben unter anderem auch dem galt, was vielen seiner Mitstreiterinnen und Mitstreiter ein inneres Anliegen war: der Befreiung der Künste aus dem Akademismus des 19. Jahrhunderts. Dieses Streben schuf sich im deutschsprachigen Raum wenige Jahre nach Marées‘ Tod mit der Gründung der „Sezessionen“ endlich auch offiziell ein Forum

Hans von Marées über die Situation der Kunst seiner Zeit und dem Wesen des Künstlers:

„Die Zeiten sind schlecht, und die Kunst wird immer mehr brach liegen. Und leider liegt fast die einzige Hoffnung für eine bessere Zukunft derselben darin, daß sie in dem heutigen verrotteten Geschmack und albernem Dilettantismus gänzlich ersticke. Das Unkraut ist zu hoch aufgeschossen, als daß gesunde Keime gesehen und gepflegt werden könnten.“ 

„Einen geborenen Künstler würde ich denjenigen nennen, dem die Natur von vornherein ein Ideal in die Seele gesenkt hat, und dieses Ideal ist es, was ihm die Stelle der Wahrheit vertritt, an das er unbedingt glaubt, und welches zu Anschauung der anderen, sich selbst zum reinsten Bewußtsein zu bringen seine Lebensaufgabe wird.“

 

(Zitate nach Briefen von Hans von Marées an seinen Freund und Förderer Konrad Fiedler. Abgedruckt in: Konnerth, Hermann (Hg.), Konrad Fiedlers Schriften über Kunst. Bd. 1. München 1913, S. 406 und 410).

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