Ohne Titel, 80er Jahre

Auktion 65, Kat.-Nr. 82

MODERNE, POST WAR & CONTEMPORARY ART   am 7. Juni 2019

Ohne Titel, 80er Jahre

Schätzpreis:
€ 20.000 bis € 25.000

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noch erhältlich

Beschreibung:
Prantl, Karl
1923 Pöttsching/Österreich - 2010 ebenda

Ohne Titel, 80er Jahre

Meditationsstein. Heller Gummerner Mamor, geschliffen und poliert.

42 x 10 x 40 cm

Provenienz: Direkt aus dem Atelier des Künstlers erworben, Privatbesitz Österreich.

Karl Prantl, 1923 im österreichischen Pöttsching geboren, studiert von 1946 bis 1952 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien Malerei. Ab 1953 wendet er sich autodidaktisch der Bildhauerei zu. 1958 soll er im Auftrag der burgenländischen Landesregierung einen geometrischen Grenzstein entwerfen, das Thema Landschaft und Grenzlinien wird zum zentralen Thema seines folgenden Schaffens. Der Grenzstein entsteht im Römer-Steinbruch St. Margarethen. Dessen Atmosphäre regt Prantl an, fortan nicht mehr im Atelier sondern in der freien Natur zu arbeiten. 1959 gründet er das zukunftsweisende Symposium Europäischer Bildhauer im Steinbruch von St. Margarethen. Damit möchte er Ländergrenzen überwinden und den interkulturellen Austausch unterstützen.
In seiner an den Strukturen der Steine orientierten Arbeitsweise transformiert Prantl die spröde Härte der unterschiedlichen Gesteinsarten in eine anziehende Zartheit, die zum Hinschauen und Anfassen einlädt. Von der Wirkung, die von der Oberfläche, der Körnung und Farbe seiner Steine ausgeht, kann man sich schwer lösen. Gekonnt bezieht er die Natürlichkeit des Materials Stein in seine geometrischen Formen mit ein. Auf mehreren Ebenen kommuniziert Prantls harte geometrische Bildsprache mit den amorphen Formen der Natur. Prantls Werk ist geprägt von einer Ästhetik der Stille und Innerlichkeit, sie lässt den Bildhauer seine Arbeiten als Instrument der Meditation verstehen.


Titel-Zusatz:
Meditationsstein


Provenienz:
Direkt aus dem Atelier des Künstlers erworben, Privatbesitz Österreich.