Josef Ignaz Mildorfer - Apollo und Melpomene

Auktion 390, Kat.-Nr. 593

Gemälde und Graphiken 15. – 20. Jh. am 3. Dezember 2020

Josef Ignaz Mildorfer

Apollo und Melpomene

Schätzpreis:
€ 12.000 bis € 15.000

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noch erhältlich
Beschreibung:
Josef Ignaz Mildorfer
1719 Innsbruck - 1775 Wien

Apollo und Melpomene


Auf einer Wolkenbank nähert sich der Gott der Künste der Muse der tragischen Dichtung. Öl auf Lwd. 49,5 x 64,5 cm. Doubliert. Rest. Min. besch. Rahmen.

In der Regel wird Apollo im Kreis der Neun Musen dargestellt. Hier nähert er sich aber bewusst allein der Muse der tragischen Dichtkunst, ausgezeichnet durch die umgehängte tragische Maske. Er fasst sie liebevoll an ihrem rechten Arm. Ein Putto zieht Melpomene den Schleier der Trauer vom Gesicht. Rechts Putten mit Malutensilien, links eine männliche Gestalt und ein bezwungener Satyr nach dem Kampf.

Elisabeth Leube-Payer vermutet einen Zusammenhang der Entstehung dieses sehr fortgeschrittenen Bozzettos im Sinne einer "Verherrlichung der Künste" mit dem Umfeld des Theaters, der Schauspielkunst und des Theaterbaues im Allgemeinen. So war Josef Ignaz Mildorfer mit thematisch ähnlichen Aufträgen für Schloss Esterházy in Fertöd und das Hofburg- und das Kärntnertortheater in Wien befasst.

Josef Ignaz Mildorfer orientierte sich am Beginn seiner künstlerischen Laufbahn als Freskant, Historien- und Schlachtenmaler noch deutlich am Vorbild Paul Trogers. Im Laufe seiner Karriere führte seine Entwicklung von pathetischen, farbintensiven Werken der Frühzeit über empfindsame Darstellungen gemäßigteren Kolorits zu eher streng aufgefassten Arbeiten der späten Zeit. Als Professor an der Wiener Akademie (1751-1759) prägte Mildorfer zahlreiche Schüler. Zu diesen zählten u. a. Johann Baptist Wenzel Bergl, Franz Sigrist und - als bedeutendster der Schüler - Franz Anton Maulbertsch.

Ein ehemals offenbar vorliegendes Gutachten von Prof. Dr. Bruno Bushart zu diesem Gemälde hat sich nicht erhalten.

Provenienz: Galerie Neuse, Bremen (1985). - Aus dem Nachlass eines hessischen Sammlers.

Wir danken Frau Dr. Elisabeth Leube-Payer, Wien / Stanford, die auf Basis von Fotografien die Autorschaft J. I. Mildorfers bestätigt hat.


Titel-Zusatz:
Auf einer Wolkenbank nähert sich der Gott der Künste der Muse der tragischen Dichtung


Technik:
Öl
Träger:
auf Lwd
Maße:
49,5 x 64,5 cm
Zustand:
Doubliert. Rest. Min. besch
Rahmen:
Rahmen
Echtheit:
Ein ehemals offenbar vorliegendes Gutachten von Prof. Dr. Bruno Bushart zu diesem Gemälde hat sich nicht erhalten.
Provenienz:
Galerie Neuse, Bremen (1985). - Aus dem Nachlass eines hessischen Sammlers.
Danksagung:
Wir danken Frau Dr. Elisabeth Leube-Payer, Wien / Stanford, die auf Basis von Fotografien die Autorschaft J. I. Mildorfers bestätigt hat.
Kommentar:
In der Regel wird Apollo im Kreis der Neun Musen dargestellt. Hier nähert er sich aber bewusst allein der Muse der tragischen Dichtkunst, ausgezeichnet durch die umgehängte tragische Maske. Er fasst sie liebevoll an ihrem rechten Arm. Ein Putto zieht Melpomene den Schleier der Trauer vom Gesicht. Rechts Putten mit Malutensilien, links eine männliche Gestalt und ein bezwungener Satyr nach dem Kampf. Elisabeth Leube-Payer vermutet einen Zusammenhang der Entstehung dieses sehr fortgeschrittenen Bozzettos im Sinne einer "Verherrlichung der Künste" mit dem Umfeld des Theaters, der Schauspielkunst und des Theaterbaues im Allgemeinen. So war Josef Ignaz Mildorfer mit thematisch ähnlichen Aufträgen für Schloss Esterházy in Fertöd und das Hofburg- und das Kärntnertortheater in Wien befasst. Josef Ignaz Mildorfer orientierte sich am Beginn seiner künstlerischen Laufbahn als Freskant, Historien- und Schlachtenmaler noch deutlich am Vorbild Paul Trogers. Im Laufe seiner Karriere führte seine Entwicklung von pathetischen, farbintensiven Werken der Frühzeit über empfindsame Darstellungen gemäßigteren Kolorits zu eher streng aufgefassten Arbeiten der späten Zeit. Als Professor an der Wiener Akademie (1751-1759) prägte Mildorfer zahlreiche Schüler. Zu diesen zählten u. a. Johann Baptist Wenzel Bergl, Franz Sigrist und - als bedeutendster der Schüler - Franz Anton Maulbertsch.