Marianne Kuntze

Auktion 376, Kat.-Nr. 591

ALTE KUNST am 5. Juli 2017

Marianne Kuntze

Schätzpreis:
€ 7.000 bis € 10.000

Differenzbesteuerung    

Ergebnis:
€ 12.700 (inkl. 27 % Käuferaufgeld)



Beschreibung:
GAERTNER, EDUARD (JOHANN PHILIPP EDUARD)
1801 Berlin - 1877 Zechlin/Brandenburg

Marianne Kuntze

Ganzfigur, in der rechten Hand ihre Lieblingspuppe haltend, im Salon der Mutter an einen Hocker gelehnt. R. u. signiert und 1836 datiert. Öl auf Lwd. 28,7 x 21 cm. Randdoublierung. Rest.

Marianne Kuntze war die Tochter von Eduard Gaertners Jugendfreund Eduard Kuntze (1799-1862). 1825 war Gaertner mit diesem zu einer Studienreise nach Paris aufgebrochen. Eduard Kuntze war als Prediger sowohl an der Berliner Parochialkirche wie auch am Friedrichs-Waisenhaus tätig. Neun von zwölf Kindern Eduard Gaertners sollten von Kuntze getauft werden. Bereits 1829 hatte Eduard Gaertner seinen Freund mit dessen Braut als Miniatur gemalt, 1835 folgte eine Bleistiftzeichnung Kuntzes im Talar als "Prediger am großen Friedrichs-Waisenhaus in Berlin" (als Lithographie publiziert). Vom 7. Januar bis zum 18. Februar 1836 arbeitete der Künstler schließlich am vorliegenden "Portrait der kleinen Marianchen Kuntze", wie Gaertner dies in seinen Tagebuchnotizen festgehalten hat. Der junge Eduard Gaertner übte sich im Rahmen seiner Tätigkeit als Porzellanmaler in der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin sowie durch seine Mitarbeit an Theaterdekorationen für das neue Berliner Schauspielhaus schon früh in perspektivischer Darstellung. Seine Fertigkeiten vervollkommnete er in Paris bei Jean-Victor Bertin. Seit 1833 war Gaertner als "Perspektiv-Maler" ordentliches Mitglied der Berliner Kunstakademie. Noch vor seinem Pariser Aufenthalt erhielt der junge Künstler Aufträge des Königshofes, 1837/38 zog er die Aufmerksamkeit des Zarenpaares auf sich. Neben seiner Tätigkeit als Architekturmaler brillierte Eduard Gaertner aber auch regelmäßig als Porträtist. Zahlreiche Bildnisse von Familienmitgliedern und engen Freunden legen davon Zeugnis ab. Das vorliegende kleine Kinderbildnis zeugt von Gaertners Sinn für atmosphärische Darstellung und überraschende Perspektiven - Talente, die vor allem auch in seinen Architekturbildern zur Geltung kommen und ihn zu einem der führenden Künstler Berlins machten. Literatur: Wirth, Irmgard, Eduard Gaertner. Der Berliner Architekturmaler. Frankfurt a. M. u. a. 1979, S. 228, WVZ-Nr. 10 "Pfarrer Kunze [sic!] und seine Braut" (1829) und S. 250, WVZ-Nr. 222 "Pfarrer Kunze [sic!], Jugendfreund Eduard Gaertners. Brustbild im Talar" (1835) und S. 32 (zu diesem Porträt). - Bartmann, Dominik u. a. (Hg.), Eduard Gaertner 1801-1877. Ausst.-Kat. Berlin, Stiftung Stadtmuseum Berlin, Museum Ephraim-Palais), 23. März - 4. Juni 2001. Berlin 2001, S. 421 (die Tagebucheintragungen Gaertners zum Bildnis der Marianne Kuntze).


Titel-Zusatz:
Ganzfigur, in der rechten Hand ihre Lieblingspuppe haltend, im Salon der Mutter an einen Hocker gelehnt


Signatur-Bez-Vorne:
R. u. signiert und 1836 datiert
Technik:
Öl
Träger:
auf Lwd
Maße:
28,7 x 21 cm
Zustand:
Randdoublierung. Rest
Kommentar:
Marianne Kuntze war die Tochter von Eduard Gaertners Jugendfreund Eduard Kuntze (1799-1862). 1825 war Gaertner mit diesem zu einer Studienreise nach Paris aufgebrochen. Eduard Kuntze war als Prediger sowohl an der Berliner Parochialkirche wie auch am F