Cornelis de Baellieur (Balju) - Die Kreuztragung - Christus und die Hl. Veronika

Auktion 390, Kat.-Nr. 550

Gemälde und Graphiken 15. – 20. Jh. am 3. Dezember 2020

Cornelis de Baellieur (Balju)

Die Kreuztragung - Christus und die Hl. Veronika

Schätzpreis:
€ 20.000 bis € 30.000

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noch erhältlich
Beschreibung:
Cornelis de Baellieur (Balju)
1607 Antwerpen - 1671 ebenda

Die Kreuztragung - Christus und die Hl. Veronika


R. u. signiert. Auf dem hinterlegten Stützgitter Reste eines Klebeetiketts einer spanischen Ausstellung. Öl auf Kupfer. 75 x 111 cm. Rest. Min. besch. Rahmen besch.

Cornelis de Baellieur war Sohn eines Kunsthändlers. 1626 wurde er Freimeister, 1634 Dekan der Antwerpener Lukasgilde. Er schuf vorwiegend religiöse Darstellungen, stilistisch ist sein Schaffen jenem Frans Franckens d. J. (1581-1642) sehr nahe. Mitunter entstanden seine Bilder in Zusammenarbeit mit Hans Jordaens (1595-1643).

Das vorliegende Gemälde stellt sicherlich ein Hauptwerk des Künstlers dar. Es ist auf einer damals höchst kostbaren, ungewöhnlich großen Kupfertafel gemalt. Während im Vordergrund der volkreichen Szene Christus unter dem Kreuz auf Veronika trifft, erblickt man im Hintergrund links die Stadt Jerusalem, rechts in der Ferne Golgatha. Unverkennbar sind die stilistischen Ähnlichkeiten der Physiognomien mit Werken des Frans Francken, besonders auffallend ist jedoch eine markant überzeichnende Individualisierung der Gesichter einzelner Gestalten. In der gesamten Komposition wie auch in der Wiedergabe von Details präsentiert sich Baellieur als ein - bislang in der Literatur unterschätzter - Meister der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts.

Ein kompositionell nahezu identisches Gemälde deutlich kleineren Formats wurde im Jahr 2000 bei Philips Auctioneers, London, als Werk Frans Franckens d. J. angeboten (Auktion 3. Juli 2000, Kat.-Nr. 54). Es liegen keine Informationen vor, ob dieses Werk signiert war. Dr. Ursula Härting, Hamm, der Autorin des Werksverzeichnisses zu Frans Francken d. J., war diese Arbeit nicht bekanntgegeben worden.
Wir danken Dr. Härting für ihre freundliche Untersützung im Rahmen der Katalogisierung.

Gutachten Dr. Walther Bernt, München, 25. Februar 1971 (in digitaler Form).


Signatur-Bez-Vorne:
R. u. signiert
Signatur-Bez-Recto:
Auf dem hinterlegten Stützgitter Reste eines Klebeetiketts einer spanischen Ausstellung
Technik:
Öl
Träger:
auf Kupfer
Maße:
75 x 111 cm
Zustand:
Rest. Min. besch
Rahmen:
Rahmen besch
Echtheit:
Gutachten Dr. Walther Bernt, München, 25. Februar 1971 (in digitaler Form).
Kommentar:
Cornelis de Baellieur war Sohn eines Kunsthändlers. 1626 wurde er Freimeister, 1634 Dekan der Antwerpener Lukasgilde. Er schuf vorwiegend religiöse Darstellungen, stilistisch ist sein Schaffen jenem Frans Franckens d. J. (1581-1642) sehr nahe. Mitunter entstanden seine Bilder in Zusammenarbeit mit Hans Jordaens (1595-1643). Das vorliegende Gemälde stellt sicherlich ein Hauptwerk des Künstlers dar. Es ist auf einer damals höchst kostbaren, ungewöhnlich großen Kupfertafel gemalt. Während im Vordergrund der volkreichen Szene Christus unter dem Kreuz auf Veronika trifft, erblickt man im Hintergrund links die Stadt Jerusalem, rechts in der Ferne Golgatha. Unverkennbar sind die stilistischen Ähnlichkeiten der Physiognomien mit Werken des Frans Francken, besonders auffallend ist jedoch eine markant überzeichnende Individualisierung der Gesichter einzelner Gestalten. In der gesamten Komposition wie auch in der Wiedergabe von Details präsentiert sich Baellieur als ein - bislang in der Literatur unterschätzter - Meister der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts. Ein kompositionell nahezu identisches Gemälde deutlich kleineren Formats wurde im Jahr 2000 bei Philips Auctioneers, London, als Werk Frans Franckens d. J. angeboten (Auktion 3. Juli 2000, Kat.-Nr. 54). Es liegen keine Informationen vor, ob dieses Werk signiert war. Dr. Ursula Härting, Hamm, der Autorin des Werksverzeichnisses zu Frans Francken d. J., war diese Arbeit nicht bekanntgegeben worden. Wir danken Dr. Härting für ihre freundliche Untersützung im Rahmen der Katalogisierung.