- Großer Teller aus dem Tafelservice Kurfürst Maximilians I. von Bayern

Auktion 378, Kat.-Nr. 54

ALTE KUNST am 6. Dezember 2017

 

Großer Teller aus dem Tafelservice Kurfürst Maximilians I. von Bayern

Schätzpreis:
€ 12.000 bis € 15.000

Differenzbesteuerung    

Ergebnis:
€ 20.320 (inkl. 27 % Käuferaufgeld)



Beschreibung:
GROßER TELLER AUS DEM TAFELSERVICE KURFÜRST MAXIMILIANS I. VON BAYERN
Augsburg, 1614 - 1616, Hans II Priester

Silber. Tief gemuldeter Teller mit Umbo in der Bodenmitte, Fahne mit feinem Randprofil und graviertem Wappen mit später hinzugefügtem Reichsapfel im Herzschild Maximilians I. von Bayern als Kurfürst (ab 1623). Neben dem Wappen die gravierten Initialen MHIB (Maximilian Herzog in Bayern). Auf der Unterseite der Fahne gravierte Inventarnummer "76". Marken (Seling 2007; Bz. Nr. 230, Mz. Nr. 1273), Meister um 1612, stirbt 1640. Tremolierstich. D. 33,4 cm. 758 g.

Nach der Niederlage der kaiserlichen Truppen bei Zusmarshausen am 17. Mai 1648, der letzten großen Schlacht des 30-jährigen Krieges, zogen die schwedischen und französischen Armeen marodierend durch Bayern. Kurfürst Maximilian I. entschloss sich daher die Residenzstadt München mit seiner Familie zu verlassen und nach Braunau am Inn zu fliehen. Bei Wasserburg bestieg man die dort liegenden, mit dem Notwendigsten beladenen, kurfürstlichen Schiffe, um die Flucht auf dem Inn fortzusetzen. Am 28. Mai 1648 geschah dann das Unglück. Eines der Transportschiffe, das sog. "Kuchen-Schiff", das mit einem Großteil des benötigten Gebrauchssilber beladen war, rammte, vermutlich "durch Unachtsamkeit der nicht ganz nüchternen Besatzung" in Höhe von Mühldorf am Inn einen Brückenpfeiler und versank mitsamt der kostbaren Fracht. Die sofort eingeleiteten Bergungsversuche des über 500 Teile umfassenden silbernen Tafelgeräts im Gesamtumfang von knapp 238 kg, scheiterten.
Im Laufe der Zeit wurden vereinzelt bei Mühldorf Teile des maximilianischen Tafelsilbers wiederaufgefunden.
Teller des Services, die zu den frühesten erhaltenen Arbeiten deutscher Goldschmiedekunst zählen, befinden sich u.a. im Bayerischen Nationalmusem, München, und im Kreismuseum, Mühldorf.

Vgl. Silber und Gold II. Augsburger Goldschmiedekunst für die Höfe Europas. München (BNM), 1994, Kat.-Nr. 40.


Datierung:
1614 - 1616,


Maße:
D. 33,4 cm
Vgl:
Vgl. Silber und Gold II. Augsburger Goldschmiedekunst für die Höfe Europas. München (BNM), 1994, Kat.-Nr. 40.