Georg Raphael Donner - Der Raub der Proserpina

Auktion 389, Kat.-Nr. 522

Gemälde und Graphiken 15. – 20. Jh. am 24. September 2020

Georg Raphael Donner

Der Raub der Proserpina

Schätzpreis:
€ 4.500 bis € 5.000

Differenzbesteuerung    

Ergebnis:
€ 12.065 (inkl. 27 % Käuferaufgeld)

Beschreibung:
Georg Raphael Donner
1693 Eßling (Wien) - 1741 Wien, Umkreis

Der Raub der Proserpina


Pluto entführt sie auf seinem Wagen in die Unterwelt (Ovid, Metamorphosen V, 391-404). Rücks. handschriftliche Notizen und Angaben zur Provenienz. Feder und Pinsel in Grau, gelblich-weiße Höhung in Öl, auf bräunlichem, grünlich grundiertem Papier. 22,2 x 17,1 cm cm. Älter aufgezogen. Horizontaler Riss von der Mitte des linken Randes bis zum linken Bein Plutos.

Wohl Entwurf für ein Bronzerelief.

Der vorliegende Entwurf findet sein Gegenstück nach wie vor in den Sammlungen der Albertina: "Jupiter und Endmene" (Inv.-Nr. 14459) entspricht ihm in Stil, Maßen (21,5 x 16,4 cm) und Technik. Die Wahl des grünlich grundierten, bräunlichen Papiers und die Ölhöhungen in Weiß lassen in subtiler Weise den Eindruck des geplanten, wohl nicht zur Ausführung gelangten, Bronzereliefs erahnen. Das Wiener Blatt ist rechts unten mit "Raphael Donner" bezeichnet. Die Identifizierung der Szene als "Jupiter und Endmene" wäre insofern zu korrigieren, als dass es sich wohl um eine Darstellung "Jupiter in Gestalt Amphitryons und Alkmene" handelt.

Es ist nicht bekannt, wann die beiden Zeichnungen in die Sammlung der Albertina kamen bzw. woher sie stammen. Erzherzog Friedrich von Habsburg-Teschen war Erbe seines Onkels und Adoptivvaters Erzherzog Albrechts von Habsburg-Teschen. Ihm fiel damit nicht nur ein großes Vermögen zu, sondern auch das Palais Erzherzog Albrecht (Albertina) samt seiner höchst bedeutenden Sammlung. 1919 verlor Friedrich seinen Wohnsitz, die Albertina, mitsamt der graphischen Sammlung an den Staat. 1919 wurden jene Erwerbungen, die von ihm selbst angekauft worden waren, an ihn übergeben.

Provenienz: Bis 1919 Albertina, Wien, mit alter Inventarnummer 20670. - 1919 Abgabe an Erzherzog Friedrich von Habsburg-Teschen (1856-1936). - Sammlung Anton Schmid, Wien. - Süddeutscher Privatbesitz.

Wir danken Dr. Christof Metzger und Mag. Alexander Pointner, Albertina / Wien, für ihre freundliche Unterstützung. Ebenso sei Dr. Claudia Maué, Nürnberg, und Dr. Wilhelm Georg Rizzi, Wien, für wertvolle kunsthistorische Hinweise gedankt.

Provenienz: Süddeutscher Privatbesitz


Titel-Zusatz:
Pluto entführt sie auf seinem Wagen in die Unterwelt (Ovid, Metamorphosen V, 391-404)


Signatur-Bez-Recto:
Rücks. handschriftliche Notizen und Angaben zur Provenienz
Technik:
Feder und Pinsel in Grau, gelblich-weiße Höhung in Öl,
Träger:
auf bräunlichem, grünlich grundiertem Papier
Maße:
22,2 x 17,1 cm cm
Zustand:
Älter aufgezogen. Horizontaler Riss von der Mitte des linken Randes bis zum linken Bein Plutos
Provenienz:
Süddeutscher Privatbesitz
Kommentar:
Der vorliegende Entwurf findet sein Gegenstück nach wie vor in den Sammlungen der Albertina: "Jupiter und Endmene" (Inv.-Nr. 14459) entspricht ihm in Stil, Maßen (21,5 x 16,4 cm) und Technik. Die Wahl des grünlich grundierten, bräunlichen Papiers und die Ölhöhungen in Weiß lassen in subtiler Weise den Eindruck des geplanten, wohl nicht zur Ausführung gelangten, Bronzereliefs erahnen. Das Wiener Blatt ist rechts unten mit "Raphael Donner" bezeichnet. Die Identifizierung der Szene als "Jupiter und Endmene" wäre insofern zu korrigieren, als dass es sich wohl um eine Darstellung "Jupiter in Gestalt Amphitryons und Alkmene" handelt. Es ist nicht bekannt, wann die beiden Zeichnungen in die Sammlung der Albertina kamen bzw. woher sie stammen. Erzherzog Friedrich von Habsburg-Teschen war Erbe seines Onkels und Adoptivvaters Erzherzog Albrechts von Habsburg-Teschen. Ihm fiel damit nicht nur ein großes Vermögen zu, sondern auch das Palais Erzherzog Albrecht (Albertina) samt seiner höchst bedeutenden Sammlung. 1919 verlor Friedrich seinen Wohnsitz, die Albertina, mitsamt der graphischen Sammlung an den Staat. 1919 wurden jene Erwerbungen, die von ihm selbst angekauft worden waren, an ihn übergeben. Provenienz: Bis 1919 Albertina, Wien, mit alter Inventarnummer 20670. - 1919 Abgabe an Erzherzog Friedrich von Habsburg-Teschen (1856-1936). - Sammlung Anton Schmid, Wien. - Süddeutscher Privatbesitz. Wir danken Dr. Christof Metzger und Mag. Alexander Pointner, Albertina / Wien, für ihre freundliche Unterstützung. Ebenso sei Dr. Claudia Maué, Nürnberg, und Dr. Wilhelm Georg Rizzi, Wien, für wertvolle kunsthistorische Hinweise gedankt.