Johann Heinrich Tischbein d. Ä. - Selbstbildnis in jungen Jahren

Auktion 379, Kat.-Nr. 329

ALTE KUNST am 21. März 2018

Johann Heinrich Tischbein d. Ä.

Selbstbildnis in jungen Jahren

Schätzpreis:
€ 12.000 bis € 15.000

Differenzbesteuerung    

Ergebnis:
€ 19.050 (inkl. 27 % Käuferaufgeld)



Beschreibung:
TISCHBEIN D. Ä., JOHANN HEINRICH
1722 Haina - 1789 Kassel

Selbstbildnis in jungen Jahren

Brustbild nach rechts, den Kopf zum Betrachter gewandt. Rücks. Klebeetikett mit Bezeichnung "Aus meinem Erbteil aus Haus Henschel Inventar. (F. A. Tischbein)". Öl auf Lwd. auf Karton. 24,5 x 18,8 cm. Rest. Rahmen.

Johann Heinrich Tischbein d. Ä., der "Kasseler Tischbein", zählt zu den talentiertesten und einflussreichsten Mitgliedern der großen Künstlerfamilie Tischbein. Er gehörte zur ersten Generation deutscher Künstler, die sich zur Weiterbildung in Paris aufhielten. Tischbein besuchte dort das Atelier von Charles André Vanloo und konnte die prunkvollen Standesporträts der Maler Hyacinthe Rigaud und Nicolas de Largillière im Original studieren. Es folgte ein Aufenthalt in Italien, wo Tischbein sich in Venedig mit Giambattista Piazzetta anfreundete. 1753 ernannte ihn Wilhelm VIII. von Hessen-Kassel zum Hofmaler. In Folge dessen schuf er zahlreiche Bildnisse der landgräflichen Familie, trug zur dekorativen Ausstattung der Kasseler Schlösser bei und fertigte Gemälde für die dortige Gemäldegalerie.
"Ruhe und inneres Bewußtsein war der herrschende Charakter seines Angesichts. Ein gewisser tief in sich gekehrter Sinn [...] gab seiner Physiognomie ein ganz eigenes Gepräge von Nachdenken und Ernst [...]" (J. F. Engelschall 1797, zitiert nach Heraeus, Stefanie (Bearb.), Spätbarock und Klassizismus. Bestandskatalog der Gemälde in den Staatlichen Museen Kassel. Wolfratshausen 2003, S. 282). Dieser Grundcharakter des Künstlers, wie er in der ersten Monographie zu seinem Schaffen geschildert wird, spiegelt sich auch auf dem vorliegenden Bildnis wieder, das Tischbein in noch jungen Jahren (Marianne Heinz datiert das Gemälde in die Zeit unmittelbar nach seiner Berufung zum Hofmaler) zeigt. Es findet sein Gegenstück in einem Selbstbildnis der Kasseler Gemäldegalerie (Inv.-Nr. M 2001 Nr. 26).
Bei den Vorbesitzern handelt es sich um die angesehene Kasseler Familie Henschel. Bedeutende Vertreter waren u. a. Georg Christian Carl Henschel (1759-1835), der Begründer der Gießerei Henschel & Sohn, und der Bildhauer Johann Werner Henschel (1782-1850).

Stellungnahme Dr. Marianne Heinz, Kassel, 16. März 2004

Provenienz: Provenienz: Ehem. Sammlung Henschel, Kassel. - Süddeutsche Privatsammlung.


Titel-Zusatz:
Brustbild nach rechts, den Kopf zum Betrachter gewandt


Signatur-Bez-Recto:
Rücks. Klebeetikett mit Bezeichnung "Aus meinem Erbteil aus Haus Henschel Inventar. (F. A. Tischbein)"
Technik:
Öl
Träger:
auf Lwd. auf Karton
Maße:
24,5 x 18,8 cm
Zustand:
Rest
Rahmen:
Rahmen
Echtheit:
Stellungnahme Dr. Marianne Heinz, Kassel, 16. März 2004
Provenienz:
Provenienz: Ehem. Sammlung Henschel, Kassel. - Süddeutsche Privatsammlung.
Kommentar:
Johann Heinrich Tischbein d. Ä., der "Kasseler Tischbein", zählt zu den talentiertesten und einflussreichsten Mitgliedern der großen Künstlerfamilie Tischbein. Er gehörte zur ersten Generation deutscher Künstler, die sich zur Weiterbildung in Paris aufhielten. Tischbein besuchte dort das Atelier von Charles André Vanloo und konnte die prunkvollen Standesporträts der Maler Hyacinthe Rigaud und Nicolas de Largillière im Original studieren. Es folgte ein Aufenthalt in Italien, wo Tischbein sich in Venedig mit Giambattista Piazzetta anfreundete. 1753 ernannte ihn Wilhelm VIII. von Hessen-Kassel zum Hofmaler. In Folge dessen schuf er zahlreiche Bildnisse der landgräflichen Familie, trug zur dekorativen Ausstattung der Kasseler Schlösser bei und fertigte Gemälde für die dortige Gemäldegalerie. "Ruhe und inneres Bewußtsein war der herrschende Charakter seines Angesichts. Ein gewisser tief in sich gekehrter Sinn [...] gab seiner Physiognomie ein ganz eigenes Gepräge von Nachdenken und Ernst [...]" (J. F. Engelschall 1797, zitiert nach Heraeus, Stefanie (Bearb.), Spätbarock und Klassizismus. Bestandskatalog der Gemälde in den Staatlichen Museen Kassel. Wolfratshausen 2003, S. 282). Dieser Grundcharakter des Künstlers, wie er in der ersten Monographie zu seinem Schaffen geschildert wird, spiegelt sich auch auf dem vorliegenden Bildnis wieder, das Tischbein in noch jungen Jahren (Marianne Heinz datiert das Gemälde in die Zeit unmittelbar nach seiner Berufung zum Hofmaler) zeigt. Es findet sein Gegenstück in einem Selbstbildnis der Kasseler Gemäldegalerie (Inv.-Nr. M 2001 Nr. 26). Bei den Vorbesitzern handelt es sich um die angesehene Kasseler Familie Henschel. Bedeutende Vertreter waren u. a. Georg Christian Carl Henschel (1759-1835), der Begründer der Gießerei Henschel & Sohn, und der Bildhauer Johann Werner Henschel (1782-1850).