Charles François Grenier de Lacroix, gen. Lacroix de Marseille - Südliche Hafenszene (Genua?)

Auktion 383, Kat.-Nr. 270

ALTE KUNST am 20. März 2019

Charles François Grenier de Lacroix, gen. Lacroix de Marseille

Südliche Hafenszene (Genua?)

Schätzpreis:
€ 14.000 bis € 18.000

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noch erhältlich

Beschreibung:
Grenier de Lacroix, gen. Lacroix de Marseille, Charles François
um 1700 Marseille - 1782 Berlin, zugeschrieben

Südliche Hafenszene (Genua?)


Öl auf Lwd. 74 x 99 cm. Doubliert. Rest. Rahmen min. besch.

Im Licht der untergehenden Sonne tanzt ein Fischerpaar zu Gesang und Tambourinklang. Rechts im Vordergrund haben sich zwei rastende Reisende niedergelassen. Am Anleger hat eine vornehme Barke festgemacht, links Fischerboote im Gegenlicht. Im Mittelgrund wird eine Hafenanlage sichtbar, deren großer Leuchtturm an "La Lanterna", den berühmten Leuchtturm des alten Genueser Hafens erinnert. Auf einem hohen Felsen rechts ein Kastell.

Charles François Grenier de Lacroix war Schüler Claude Joseph Vernets. 1754 war der Marine- und Landschaftsmaler in Rom nachweisbar. Große Anerkennung brachten dem Künstler Ausstellungen im Salon du Colisée (1776) und 1780/82 im Salon de la Correspondance. Seine im Stile Vernets virtuos gestalteten Seestücke erfreuten sich im 18. Jahrhundert größter Beliebtheit bei internationalen Sammlern. Topographische Exaktheit in der Wiedergabe der landschaftlichen Gegebenheiten war nicht oberstes Ziel der Künstler um Vernet. Mit größter Kreativität wurden beliebte architektonische oder landschaftliche Details zu neuen Kompositionen arrangiert, die - je nach Auftrag - atmosphärisch, stimmungsvoll und bisweilen hochdramatisch das Leben an der Küste wiedergeben sollten. So verwundert es nicht, dass erst vor wenigen Jahren ein Gemälde des Lacroix de Marseille aus dem Jahre 1750 versteigert wurde, das eine sehr vergleichbare Komposition zeigte, auf dem hohen Felsen rechts jedoch statt des Kastells der Sibyllentempel aus Tivoli platziert war (Sothebys, London, Auktion 9. Juli 2015, Kat.-Nr. 202). Eine wiederum sehr ähnliche Komposition findet sich spiegelverkehrt auf dem Nachstich J.-J. Le Veaus nach einem Gemälde "Vue près Pouzzol [Pozzuoli] au golfe de Naples" unseres Künstlers wieder. Vernets Raffinement hinsichtlich des Bildaufbaus, dem eine gewisse Monumentalität nicht abzusprechen ist, spiegelt sich in vorliegendem Gemälde exemplarisch wieder. Die persönliche künstlerische Handschrift Lacroix prägt jedoch die Gestaltung von Details wie der Fischernetze und der Figurenstaffage. Das vorliegende Gemälde wurde 1997 im Münchener Kunsthandel, unter Berufung auf die Bestätigung der Authentizität durch Philip Conisbee / National Gallery Washington, als eigenhändige Arbeit des Charles François Grenier de Lacroix verkauft.

Provenienz: Neidhardt Antiquitäten, München (1997). - Süddeutsche Privatsammlung.


Technik:
Öl
Träger:
auf Lwd
Maße:
74 x 99 cm
Zustand:
Doubliert. Rest
Rahmen:
Rahmen min. besch
Provenienz:
Neidhardt Antiquitäten, München (1997). - Süddeutsche Privatsammlung.
Kommentar:
Charles François Grenier de Lacroix war Schüler Claude Joseph Vernets. 1754 war der Marine- und Landschaftsmaler in Rom nachweisbar. Große Anerkennung brachten dem Künstler Ausstellungen im Salon du Colisée (1776) und 1780/82 im Salon de la Correspondance. Seine im Stile Vernets virtuos gestalteten Seestücke erfreuten sich im 18. Jahrhundert größter Beliebtheit bei internationalen Sammlern. Topographische Exaktheit in der Wiedergabe der landschaftlichen Gegebenheiten war nicht oberstes Ziel der Künstler um Vernet. Mit größter Kreativität wurden beliebte architektonische oder landschaftliche Details zu neuen Kompositionen arrangiert, die - je nach Auftrag - atmosphärisch, stimmungsvoll und bisweilen hochdramatisch das Leben an der Küste wiedergeben sollten. So verwundert es nicht, dass erst vor wenigen Jahren ein Gemälde des Lacroix de Marseille aus dem Jahre 1750 versteigert wurde, das eine sehr vergleichbare Komposition zeigte, auf dem hohen Felsen rechts jedoch statt des Kastells der Sibyllentempel aus Tivoli platziert war (Sothebys, London, Auktion 9. Juli 2015, Kat.-Nr. 202). Eine wiederum sehr ähnliche Komposition findet sich spiegelverkehrt auf dem Nachstich J.-J. Le Veaus nach einem Gemälde "Vue près Pouzzol [Pozzuoli] au golfe de Naples" unseres Künstlers wieder. Vernets Raffinement hinsichtlich des Bildaufbaus, dem eine gewisse Monumentalität nicht abzusprechen ist, spiegelt sich in vorliegendem Gemälde exemplarisch wieder. Die persönliche künstlerische Handschrift Lacroix prägt jedoch die Gestaltung von Details wie der Fischernetze und der Figurenstaffage. Das vorliegende Gemälde wurde 1997 im Münchener Kunsthandel, unter Berufung auf die Bestätigung der Authentizität durch Philip Conisbee / National Gallery Washington, als eigenhändige Arbeit des Charles François Grenier de Lacroix verkauft.