Franz von Defregger - "Köfelehaus"

Auktion 377, Kat.-Nr. 264

ALTE KUNST am 27. September 2017

Franz von Defregger

"Köfelehaus"

Schätzpreis:
€ 8.000 bis € 12.000

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noch erhältlich

Beschreibung:
DEFREGGER, FRANZ VON
1835 Stronach b. Dölsach (Tirol) - 1921 München

"Köfelehaus"

R. u. signiert und 7. Okt. (18)79 datiert. Öl auf Holz. 81,5 x 60,5 cm. Einschubleisten. Rest. Rahmen min. besch.

Das Gemälde "Köfelehaus" darf sicher zu Recht als eines der hervorragendsten Werke Franz von Defreggers bezeichnet werden, das seinen bekannten und vielfach ausgezeichneten Historien- oder Bauernbildern in nichts nachsteht. Defregger vereint hier das Genre des Kinderbildes mit einer lichtdurchfluteten Interieurdarstellung. Besonderes Augenmerk verdient das Beleuchtungsmotiv selbst, das zusammen mit dem architektonischen Aufbau alle farblichen Valeurs kompositorisch beeinflusst. Die hellste Bildzone entsteht durch das grelle, durch das rechte obere Fenster einfallende Licht, das eine äußerst delikate Abstufung und Brechung des Weiß bedingt, um die Gewölbestrukturen zu definieren. Das Restlicht ergießt sich auf die beiden auf der Treppe stehenden Kinder und den darunter liegenden Vorplatz, so dass sich die Farbigkeit auf fast monochrome Töne reduziert. Sonnenflecken auf der Treppenwand und eine leicht changierende Farbigkeit der Wand- und Bodenzonen tragen zur Belebung der Flächen bei. Die Komposition selbst teilt sich in drei horizontale, annähernd gleich große Kompartimente, die die einzelnen Zonen - Schatten/Mitteltöne/Helligkeit - voneinander trennt. Defregger beweist seine große malerische Qualität durch eine, zwar der Tradition verpflichtete Bildfindung, die jedoch durch ihre Originalität in der Wahl der künstlerischen Mittel, hervorsticht.

Literatur: Defregger, Hans-Peter, Defregger 1835-1921. Rosenheim 1983, S. 293 und Farbtafel S. 109.


Signatur-Bez-Vorne:
R. u. signiert und 7. Okt. (18)79 datiert
Technik:
Öl
Träger:
auf Holz
Maße:
81,5 x 60,5 cm
Zustand:
Einschubleisten. Rest
Rahmen:
Rahmen min. besch
Literatur:
Defregger, Hans-Peter, Defregger 1835-1921. Rosenheim 1983, S. 293 und Farbtafel S. 109.