- Hl. Sippe

Auktion 390, Kat.-Nr. 147

KUNSTHANDWERK UND ANTIQUITäTEN AB 14 UHR

SCHMUCK AB 17 UHR am 2. Dezember 2020

 

Hl. Sippe

Schätzpreis:
€ 35.000 bis € 40.000

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noch erhältlich
Beschreibung:
Hl. Sippe
Daniel Mauch (um 1477 Ulm - 1540 Lüttich) , Umkreis, um 1510

Breit angelegte Komposition um die Hl. Anna als Zentrum: Anna auf Bank thronend, das Jesuskind mit Apfel auf dem rechten Knie haltend, während die kindliche Maria das geöffnete Buch präsentiert. Dahinter die Halbfiguren der Hll. Ehemänner Joseph und Joachim. Der Mantel Annas ausladend in umknickenden Röhrenfalten drapiert. Lindenholzrelief mit Spuren polychromer Fassung. Rest., Spuren alten Anobienbefalls. H. 61 cm.

Die sog. Hl. Sippe bezeichnet die legendenhaft überlieferte Verwandtschaft der Anna als Mutter Mariens und war im Zuge der Annenverehrung seit dem 14. Jahrhundert beliebtes Darstellungsthema an großen Altären. Bis zu 17 Personen konnte das Personal einer Hl. Sippe umfassen. Mit einem Wandel der Nachfrage Anfang des 16. Jahrhunderts hin zu kleineren Privataltären wurde auch die Darstellung der Hl. Sippe personell reduziert. Im Schaffen des Ulmer Bildhauers Daniel Mauch, einem der bedeutendsten deutschen Bildhauer am Übergang von Spätgotik zur Renaissance, findet sich das Thema mehrfach in verschiedenen Abwandlungen, mit dem Bieselbacher Altar als Hauptwerk.
Der Einfluss Mauchs zeigt sich an vorliegendem Relief in der rundlich-kompakten Figurenauffassung wie auch motivisch in strähnig geschnittenen Haar- und Barttrachten oder der Betonung eines modischen Erscheinungsbildes mit der haubenartigen Kopfbedeckung der Hl. Anna (vgl. etwa ein Hochrelief mit der Darstellung der Familie der Maria Cleophas im Vorarlberger Landesmuseum, Bregenz).
S. auch Scholten, Simone, Darstellungen der Heiligen Sippe im Werk Daniel Mauchs, in: Kat. Ausst. Daniel Mauch. Bildhauer im Zeitalter der Reformation. Ulmer Museum 13. September bis 29. November 2009. Ostfildern 2009, S. 48 - 57.

Provenienz: Privatsammlung, Oberschwaben (in den 1980er Jahren Leihgabe in den Städtischen Sammlungen Biberach).


Titel-Zusatz:
Breit angelegte Komposition um die Hl. Anna als Zentrum: Anna auf Bank thronend, das Jesuskind mit Apfel auf dem rechten Knie haltend, während die kindliche Maria das geöffnete Buch präsentiert


Zustand:
Rest., Spuren alten Anobienbefalls
Provenienz:
Privatsammlung, Oberschwaben (in den 1980er Jahren Leihgabe in den Städtischen Sammlungen Biberach).
Kommentar:
Die sog. Hl. Sippe bezeichnet die legendenhaft überlieferte Verwandtschaft der Anna als Mutter Mariens und war im Zuge der Annenverehrung seit dem 14. Jahrhundert beliebtes Darstellungsthema an großen Altären. Bis zu 17 Personen konnte das Personal einer Hl. Sippe umfassen. Mit einem Wandel der Nachfrage Anfang des 16. Jahrhunderts hin zu kleineren Privataltären wurde auch die Darstellung der Hl. Sippe personell reduziert. Im Schaffen des Ulmer Bildhauers Daniel Mauch, einem der bedeutendsten deutschen Bildhauer am Übergang von Spätgotik zur Renaissance, findet sich das Thema mehrfach in verschiedenen Abwandlungen, mit dem Bieselbacher Altar als Hauptwerk. Der Einfluss Mauchs zeigt sich an vorliegendem Relief in der rundlich-kompakten Figurenauffassung wie auch motivisch in strähnig geschnittenen Haar- und Barttrachten oder der Betonung eines modischen Erscheinungsbildes mit der haubenartigen Kopfbedeckung der Hl. Anna (vgl. etwa ein Hochrelief mit der Darstellung der Familie der Maria Cleophas im Vorarlberger Landesmuseum, Bregenz). S. auch Scholten, Simone, Darstellungen der Heiligen Sippe im Werk Daniel Mauchs, in: Kat. Ausst. Daniel Mauch. Bildhauer im Zeitalter der Reformation. Ulmer Museum 13. September bis 29. November 2009. Ostfildern 2009, S. 48 - 57.