Gabriele Münter - Parc Saint Cloud. 1907

Auktion 66, Kat.-Nr. 9

MODERNE, POST WAR & CONTEMPORARY ART & SHAPE  am 6. Dezember 2019

Gabriele Münter

Parc Saint Cloud. 1907

Schätzpreis:
€ 10.000 bis € 15.000

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Ergebnis:
€ 15.240 (inkl. 27 % Käuferaufgeld)



Beschreibung:
Münter, Gabriele
1877 Berlin - 1962 Murnau/Oberbayern

Parc Saint Cloud. 1907

Farblinolschnitt auf Japan
9,8 x 24 cm (10,7 x 24,6 cm)

Rechts unten signiert. Links unten bezeichnet "Handdruck". Im Stein monogrammiert. Handdruck aus einer Auflage von wohl 15 Exemplaren in verschiedenen Farbvarianten. Fünf Farbvarianten des Motivs befinden sich im Lenbachhaus, München. Rahmen..

Werkverzeichnis: Helms 13, Hoberg 12

Provenienz: Auktion Schloss Ricklingen (verso auf dem Schutzkarton altes Klebeetikett) o.J. Direkt aus der Familie der Künstlerin

Zwischen Mai 1906 und Juni 1907 verbringen Gabriele Münter und Wassily Kandinsky ein Jahr in Sèvres bei Paris. Saint Cloud ist wie Sèvres ein Vorort von Paris. Das Landhaus, in dem das Paar in Sèvres lebt, liegt unterhalb des Plateaus, auf dem sich der weitläufige Parc de Saint Cloud erstreckt. Gabriele Münter widmete sich in verschiedenen Darstellungen diesem Park. Der vorliegende Linolschnitt zeigt eines der Bassins hinter dem ehemaligen Schloss. Besonders charakteristisch für die druckgrafische Ausarbeitung der Ansicht - es existiert auch ein Gemälde - ist die Spiegelung der Architektur im Wasser. Die Technik des Linolschnitts erlaubt es ihr ferner, immer wieder neue Farbkompositionen innerhalb eines Motivs zu verwenden, um verschiedene Stimmungen wiederzugeben. Auf dem Gebiet der Druckgrafik entwickelt Gabriele Münter während ihres Frankreich-Aufenthaltes ihren eigenen Stil. Anregung findet die Künstlerin dabei im neuen französischen Holzschnitt. Durch ihre flächenhafte Darstellung und Formvereinfachung trug diese - ganz im Sinne der Moderne- wesentlich dazu bei, die traditionellen Bildgesetze zu sprengen. Im Frühjahr 1907 hatte sie erste offizielle Erfolge. Einige ihrer Holzschnitte werden in der Zeitschrift "Les Tendences Nouvelles" veröffentlich, fünf weitere stellt sie zusammen mit kleinformatigen Ölstudien im "Salon des Artistes Indépentants" aus. Erstmals wird auch die Presse auf Gabriele Münter aufmerksam. Parc Saint Cloud als Holzschnitt scheint der Künstlerin besonders wichtig zu sein: Im Oktober 1908 zeigt sie es erneut auf dem "Salon d`Autonomne" in Paris und ein Jahr später in der Ausstellung der Neuen Künstlervereinigung München. (Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen 1999, S. 15. Mössinger, Ingrid / Friedrich Thomas (Hg). Gabriele Münter. Werke im Museum Gunzenhauser 2009, S. 52.)


Signatur-Bez-Vorne:
Rechts unten signiert. Links unten bezeichnet "Handdruck". Im Stein monogrammiert
Technik:
Farblinolschnitt
Träger:
auf Japan
Rahmen:
Rahmen.
Werkverzeichnis:
Helms 13, Hoberg 12
Provenienz:
Auktion Schloss Ricklingen (verso auf dem Schutzkarton altes Klebeetikett) o.J. Direkt aus der Familie der Künstlerin