Gabriele Münter - Tigerlilie. 1932

Auktion 406, Kat.-Nr. 837

HERBSTAUKTION 28. UND 29. SEPTEMBER am 28. September 2022

Gabriele Münter

Tigerlilie. 1932

Schätzpreis:
€ 30.000 bis € 50.000

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noch erhältlich

Beschreibung:

Gabriele Münter

1877 Berlin - 1962 Murnau/Oberbayern

 

Tigerlilie. 1932

 

 

Links unten signiert "Münter 1932". Auf dem Keilrahmen betitelt und datiert und mit der Werknummer im Kreis 76/32 wohl eigenhändig bezeichnet. Öl auf Leinwand. 70 x 50 cm. Rahmen (85 x 64 cm).

 

Gabriele Münter war selbst nach heutigen Maßstäben eine moderne Frau. Ihrer Selbstständigkeit und Kreativität wurden jedoch noch enge Grenzen gesetzt, so durfte sie als Frau in München nicht an der Kunstakademie studieren, sondern ging an die Damenakademie des Künstlerinnen-Vereins. Später wechselte sie in das Atelier der Grafiker Heinrich Wolff und Ernst Neumann. In einer Malklasse begegnet sie Wassily Kandinsky. Zwei Künstler, die wenig später, jeder für sich, aber gerade aus der Entwicklung der gemeinsamen Schaffenszeit heraus, Kunstgeschichte schrieben. Zunächst, und beinahe 15 Jahre lang, wurde Gabriele Münter lediglich als dessen Lebens- und Weggefährtin wahrgenommen. Heute ist Gabriele Münter als eigenständige Vertreterin des Expressionismus und Wegbereiterin der Moderne anerkannt - wofür sie lange kämpfen musste. Nach Jahren des Reisens lassen sich Münter und Kandinsky 1909 in Murnau nieder. Oft malen sie den Blick aus dem Fenster ihres Hauses zur Kirche und zum Schloss sowie zur Bergkette. Franz Marc, der in dem nahe gelegenen Sindelsdorf wohnt, Alexej von Jawlensky, Marianne von Werefkin, August Macke und Arnold Schönberg kommen oft zu Besuch. Im Oktober 1911 finden auf dem idyllischen Anwesen die Arbeitssitzungen zur Vorbereitung des Almanachs "Der Blaue Reiter" statt. Zwei Tage nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs setzen sich Münter und Kandinsky in die Schweiz ab, wo sich ihre Wege kurze Zeit später trennen. Ihn zieht es in seine Heimat Russland, Gabriele Münter lebt von 1915 bis 1920 in Schweden und Dänemark. 1920 kehrt Gabriele Münter nach Deutschland zurück und durchlebt eine lange Schaffenskrise, findet aber auch ihren eigenen künstlerischen Weg. Nach unruhigen Jahren lässt sich Gabriele Münter 1931 dauerhaft in Murnau nieder. Wie zu Zeiten des Blauen Reiter konzentriert sich Gabriele Münters Malerei in dieser Zeit auf Motive aus dem häuslichen und landschaftlichen Umfeld. Vielfach dienen die Blumen aus dem Garten als Inspiration für Stillleben. Ihr 1932 zu Beginn dieser zweiten großen Schaffensphase entstandenes Ölgemälde "Tigerlilie" zeigt ein typisches Stillleben dieser späten Jahre. Die Lilien sind in einer kleinen blauen Vase auf einem Tisch arrangiert. Blüten und Zweige bilden die Komposition im Vordergrund. Sie heben sich durch Form und Farbe leuchtend von der Murnauer Landschaft im Hintergrund ab. Mit der an die frühen Jahre anknüpfenden Vereinfachung und der fast arabesken Stilisierung verdeutlicht das vorliegende Gemälde Gabriele Münters künstlerische Neuorientierung.

 

Das Gemälde wird in das von der Gabriele Münter- und Johannes Eichner Stiftung herausgegeben Werkverzeichnis der Gemälde aufgenommen.

 

Provenienz: Kunsthandel Wittrock, Düsseldorf. Nordeutscher Privatbesitz

 

Vgl. Gabriele Münter. Ausstellungskatalog Städtische Galerie Bietigheim Bissingen, 1999. S. 161.



Signatur-Bez-Vorne:
Links unten signiert "Münter 1932". Auf dem Keilrahmen betitelt und datiert und mit der Werknummer im Kreis 76/32 wohl eigenhändig bezeichnet
Technik:
Öl
Träger:
auf Leinwand
Maße:
70 x 50 cm
Rahmen:
Rahmen (85 x 64 cm)
Echtheit:
Das Gemälde wird in das von der Gabriele Münter- und Johannes Eichner Stiftung herausgegeben Werkverzeichnis der Gemälde aufgenommen.
Provenienz:
Kunsthandel Wittrock, Düsseldorf. Nordeutscher Privatbesitz
Vgl:
Vgl. Gabriele Münter. Ausstellungskatalog Städtische Galerie Bietigheim Bissingen, 1999. S. 161