Sir Joshua Reynolds - Der Weckruf

Auktion 389, Kat.-Nr. 630

Gemälde und Graphiken 15. – 20. Jh. am 24. September 2020

Sir Joshua Reynolds

Der Weckruf

Schätzpreis:
€ 4.000 bis € 6.000

Regelbesteuerung    

unter Vorbehalt  € 3.000
Beschreibung:
Sir Joshua Reynolds
1723 Plympton/Devonshire - 1792 London, Umkreis

Der Weckruf


Zwei im Wald eingeschlafene Mädchen werden von einem Gimpel geweckt. Öl auf Lwd. 65 x 49,5 cm. Doubliert. Rest. Rahmen.

Die wohl zur Zeit der Doublierung des Gemäldes auf den Keilrahmen geklebten Papierausrisse lassen sich der Ausgabe von "The Standard", London, Montag, 30. Juli 1860 zuordnen.

Vergleichbare Darstellungen finden sich im Schaffen Joshua Reynolds mehrfach, so mit dem Bildnis der "Robinetta", einem im Wald sitzenden Mädchen, das ein Rotkehlchen füttert oder der kleinen "Lady Gertrude Fitzpatrick", die in einer Uferlandschaft sitzt und - wie heimlich ertappt - von Weintrauben in ihrem Schoß aufblickt.

Die Kinderporträts wurden von den Zeitgenossen Reynolds besonders geschätzt, man pries ihre scheinbar aus dem Leben gegriffenen, "natürlichen" Posen - eine deutliche Abkehr vom formellen Porträtschema der vorhergehenden Künstlergeneration. Dennoch folgten auch Reynolds und die Künstler seines Umkreises den kulturellen Geschlechtsstereotypen ihrer Zeit. Reynolds experimentierte gekonnt mit dem neuen Bildtypus der "Fancy pictures": Es werden sentimentale Gestalten, meist Kinder, gezeigt, die sich keinem der klassischen Motivkreise zuordnen lassen und beim Betrachter verschiedenste Assoziationen hervorrufen. Die erzählerische Verdichtung dieser "Fancy pictures" ist von starker emotionaler Wirkung.


Titel-Zusatz:
Zwei im Wald eingeschlafene Mädchen werden von einem Gimpel geweckt


Technik:
Öl
Träger:
auf Lwd
Maße:
65 x 49,5 cm
Zustand:
Doubliert. Rest
Rahmen:
Rahmen
Kommentar:
Vergleichbare Darstellungen finden sich im Schaffen Joshua Reynolds mehrfach, so mit dem Bildnis der "Robinetta", einem im Wald sitzenden Mädchen, das ein Rotkehlchen füttert oder der kleinen "Lady Gertrude Fitzpatrick", die in einer Uferlandschaft sitzt und - wie heimlich ertappt - von Weintrauben in ihrem Schoß aufblickt. Die Kinderporträts wurden von den Zeitgenossen Reynolds besonders geschätzt, man pries ihre scheinbar aus dem Leben gegriffenen, "natürlichen" Posen - eine deutliche Abkehr vom formellen Porträtschema der vorhergehenden Künstlergeneration. Dennoch folgten auch Reynolds und die Künstler seines Umkreises den kulturellen Geschlechtsstereotypen ihrer Zeit. Reynolds experimentierte gekonnt mit dem neuen Bildtypus der "Fancy pictures": Es werden sentimentale Gestalten, meist Kinder, gezeigt, die sich keinem der klassischen Motivkreise zuordnen lassen und beim Betrachter verschiedenste Assoziationen hervorrufen. Die erzählerische Verdichtung dieser "Fancy pictures" ist von starker emotionaler Wirkung.