Joseph Stieler - König Maximilian I. Joseph von Bayern. 1823

Auktion 929, Kat.-Nr. 63

SONDERAUKTION KUNST IM EXIL am 15. März 2021

Joseph Stieler

König Maximilian I. Joseph von Bayern. 1823

Schätzpreis:
€ 30.000 bis € 40.000

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Ergebnis:
€ 111.125 (inkl. 27 % Käuferaufgeld)

Beschreibung:

Joseph Stieler

1781 Mainz - 1858 München

 

König Maximilian I. Joseph von Bayern. 1823

 

 

(1756 Mannheim - 1825 München). Brustbild nach links. In schwarzem Rock und weißer Weste, auf der Brust die goldene Ordensspange mit den Ordenskleinodien in Miniatur. Öl auf Lwd. 73 x 60,5 cm. Doubliert. Rest. Rahmen.

 

Gegenstück zu Kat.-Nr. 64.

 

Maximilian Joseph war das fünfte Kind des Pfalzgrafen Friedrich Michael von Zweibrücken-Birkenfeld (1724-1767) und seiner Gemahlin Maria Franziska von Pfalz-Sulzbach (1724-1894). Er heiratete 1785 in erster Ehe Prinzessin Wilhelmine von Hessen-Darmstadt (1765-1796), eine zweite Ehe schloss er 1797 mit Prinzessin Karoline von Baden (1776-1841).

 

Da Kurfürst Karl Theodor von Bayern keinen erbberechtigten männlichen Erben hatte, trat 1799 Pfalzgraf Maximilian Joseph aus der Zweibrückener Linie der pfälzischen Wittelsbacher die Regierung in München an. Ihm gelang es, unterstützt von seinem Ersten Minister Maximilian Graf von Montgelas, das Land während der Napoleonischen Zeit sicher zu regieren und Bayerns Territorium vor allem durch Gebietszuwächse in Franken und Schwaben flächenmäßig zu verdoppeln. 1806 wurde er durch die maßgebliche Unterstützung Napoleons als Maximilian I. Joseph der erste König von Bayern.

 

In Joseph Stielers Verkaufsverzeichnis sind 1823 zwei Brustbildnisse Maximilian I. Josephs aufgeführt, eines davon bestimmt "für nach Sachsen". Rudolph Marggraff erwähnte 1858 in seinem Nekrolog auf Joseph Stieler im Abendblatt der Neuen Münchener Zeitung die Verfertigung einiger Bildnisse des Königs wie auch der Königin Karoline in den Jahren um 1823. Diese waren für die Prinzessinnen und auswärtige Höfe bestimmt (Angaben nach dem Gutachten Dr. Ulrike von Hase-Schmundt, Dezember 2020). Das vorliegende Gemälde war in der Reihe der Bildnisse des Königs bislang unbekannt. Hase-Schmundt betont in ihrer Stellungnahme die außerordentliche künstlerische Qualität des Porträts.

 

Ein Porträt des vorliegenden Typus befand sich um 1840 im Ankleidezimmer in Schloss Tegernsee: Auf einem aquarellierten Interieur dieses Zimmers von der Hand des Künstlers Hubert Neureuther ist ein Bildnis dieser Art dargestellt (Aquarellsammlung der Königin Elisabeth von Preußen, Stiftung Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci, Aqu. Slg. 2311 (-.41). Vgl. hierzu: Bartoschek, Gerd / Kopplin, Bärbel, Münchner Biedermeier. Aquarelle aus der Sammlung der Königin Elisabeth von Preußen. Ausst.-Kat. München, Palais Preysing, 17. Oktober - 7. Dezember 1991. München 1991, Kat.-Nr. 37 (das erwähnte Aquarell Hubert Neureuthers).

 

 

Gutachten Dr. Ulrike von Hase-Schmundt, München, Dezember 2020.

 

Provenienz: Aus dem Königlichen Haus. - 1924 nach Sárvár verbracht.



Titel-Zusatz:
(1756 Mannheim - 1825 München). Brustbild nach links. In schwarzem Rock und weißer Weste, auf der Brust die goldene Ordensspange mit den Ordenskleinodien in Miniatur


Technik:
Öl
Träger:
auf Lwd
Maße:
73 x 60,5 cm
Zustand:
Doubliert. Rest
Rahmen:
Rahmen
Echtheit:
Gutachten Dr. Ulrike von Hase-Schmundt, München, Dezember 2020.
Provenienz:
Aus dem Königlichen Haus. - 1924 nach Sárvár verbracht.
Kommentar:
Maximilian Joseph war das fünfte Kind des Pfalzgrafen Friedrich Michael von Zweibrücken-Birkenfeld (1724-1767) und seiner Gemahlin Maria Franziska von Pfalz-Sulzbach (1724-1894). Er heiratete 1785 in erster Ehe Prinzessin Wilhelmine von Hessen-Darmstadt (1765-1796), eine zweite Ehe schloss er 1797 mit Prinzessin Karoline von Baden (1776-1841). Da Kurfürst Karl Theodor von Bayern keinen erbberechtigten männlichen Erben hatte, trat 1799 Pfalzgraf Maximilian Joseph aus der Zweibrückener Linie der pfälzischen Wittelsbacher die Regierung in München an. Ihm gelang es, unterstützt von seinem Ersten Minister Maximilian Graf von Montgelas, das Land während der Napoleonischen Zeit sicher zu regieren und Bayerns Territorium vor allem durch Gebietszuwächse in Franken und Schwaben flächenmäßig zu verdoppeln. 1806 wurde er durch die maßgebliche Unterstützung Napoleons als Maximilian I. Joseph der erste König von Bayern. In Joseph Stielers Verkaufsverzeichnis sind 1823 zwei Brustbildnisse Maximilian I. Josephs aufgeführt, eines davon bestimmt "für nach Sachsen". Rudolph Marggraff erwähnte 1858 in seinem Nekrolog auf Joseph Stieler im Abendblatt der Neuen Münchener Zeitung die Verfertigung einiger Bildnisse des Königs wie auch der Königin Karoline in den Jahren um 1823. Diese waren für die Prinzessinnen und auswärtige Höfe bestimmt (Angaben nach dem Gutachten Dr. Ulrike von Hase-Schmundt, Dezember 2020). Das vorliegende Gemälde war in der Reihe der Bildnisse des Königs bislang unbekannt. Hase-Schmundt betont in ihrer Stellungnahme die außerordentliche künstlerische Qualität des Porträts. Ein Porträt des vorliegenden Typus befand sich um 1840 im Ankleidezimmer in Schloss Tegernsee: Auf einem aquarellierten Interieur dieses Zimmers von der Hand des Künstlers Hubert Neureuther ist ein Bildnis dieser Art dargestellt (Aquarellsammlung der Königin Elisabeth von Preußen, Stiftung Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci, Aqu. Slg. 2311 (-.41). Vgl. hierzu: Bartoschek, Gerd / Kopplin, Bärbel, Münchner Biedermeier. Aquarelle aus der Sammlung der Königin Elisabeth von Preußen. Ausst.-Kat. München, Palais Preysing, 17. Oktober - 7. Dezember 1991. München 1991, Kat.-Nr. 37 (das erwähnte Aquarell Hubert Neureuthers).