Karl Hofer - Zwei Mädchenakte im Zimmer. Um 1950

Auktion 407, Kat.-Nr. 626

WINTERAUKTION

am 7. Dezember 2022 bis 8. Dezember 2022

Karl Hofer

1878 Karlsruhe - 1955 Berlin

Zwei Mädchenakte im Zimmer. Um 1950

Schätzpreis:
€ 35.000 bis € 50.000

Differenzbesteuerung    

Folgerechtsabgabe    

noch erhältlich

Beschreibung:
Karl Hofer

1878 Karlsruhe - 1955 Berlin

Zwei Mädchenakte im Zimmer. Um 1950

Rechts unten monogrammiert "CH". Ölskizze auf Leinwand. 38 x 28 cm. Rahmen (47 x 36,5 cm).

Karl Hofer vertrat als Künstler der Klassischen Moderne einen eigenen Stil, der in der Kunstwissenschaft später als "Magischer Realismus"bezeichnet wurde. In den frühen 1920er Jahren entwickelt er mit einem der Neuen Sachlichkeit nahestehenden Formenvokabular eine unverwechselbare Bildsprache. Bis Mitte der 1940er Jahre bestimmt sie sein künstlerisches Schaffen. Ab Ende der 1940er Jahre wird sein Werk experimenteller. So kombiniert er zunehmend Figürlichkeit und Abstraktion. Stets beschäftigt er sich insbesondere mit Bildnissen von Mädchen und jungen Frauen, in denen er ein von Würde geprägtes, allgemeingültiges Menschenbild auszudrücken sucht. Hofer schrieb: "Meine Figuren verharren völlig in Ruhe, für sie existiert kein Beschauer, also schauen sie ihn auch nicht an." Und dennoch, oder vielleicht gerade deswegen, werden wir von diesen Mädchen angezogen und versuchen, ihre geheimen Gedanken zu lesen. Es gelingt Hofer, Distanz zu schaffen und doch den Blick in das Innere zu öffnen. Das Gemälde "Zwei Mädchenakte im Zimmer" ist ein wunderbares und frühes Beispiel für Hofers Mädchenbildnisse ab Ende der 1940er Jahre, bei denen er Figürlichkeit und Abstraktion verbindet. Auch sinnbildlich für den zu Beginn der 1950er Jahre entstehenden Streit über die Richtung der deutschen Kunst - mit den Protagonisten Hofer und Grohmann - referenziert dieses Bild als Beispiel. Hofer meinte: "Gegenständlichkeit und Abstraktion widersprechen einander nicht". 1909 wurde Hofer Mitglied der Neuen Künstlervereinigung München. 1937 wurden acht seiner Werke in der NS-Propagandaausstellung "Entartete Kunst" in München ausgestellt. Hofer ist in München mit Arbeiten in der Pinakothek der Moderne und in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen vertreten. Werkverzeichnis: Wohlert 2279 Provenienz: Nachlass des Künstlers / Auktion Dr. Tenner, Heidelberg, 26.04.1969, Los 4730 / Privatsammlung Baden / Privatsammlung Hessen Literatur: H. Tenner, Heidelberg, Aukt. 74/1969, S. 104, Nr. 4730, Abb. S. 109


Signatur-Bez-Vorne:
Rechts unten monogrammiert "CH"
Technik:
Ölskizze
Träger:
auf Leinwand
Maße:
38 x 28 cm
Rahmen:
Rahmen (47 x 36,5 cm)
Werkverzeichnis:
Wohlert 2279
Provenienz:
Nachlass des Künstlers / Auktion Dr. Tenner, Heidelberg, 26.04.1969, Los 4730 / Privatsammlung Baden / Privatsammlung Hessen
Literatur:
H. Tenner, Heidelberg, Aukt. 74/1969, S. 104, Nr. 4730, Abb. S. 109