Teller aus dem Tafelservice Kurfürst Maximilians I. von Bayern - München, nach 1623, Stephan Hötzer

Auktion 413, Kat.-Nr. 62

JUNI-AUKTION

am 26. Juni 2024

Teller aus dem Tafelservice Kurfürst Maximilians I. von Bayern


München, nach 1623, Stephan Hötzer

Schätzpreis:
€ 7.000 bis € 8.000

Differenzbesteuerung    

Ergebnis:
€ 11.700 (inkl. 30 % Käuferaufgeld)

Beschreibung:

Teller aus dem Tafelservice Kurfürst Maximilians I. von Bayern

München, nach 1623, Stephan Hötzer


Silber. Tief gemuldeter Teller mit Umbo in der Bodenmitte und feinen Randprofil. Auf der Fahne graviertes kurfürstliches Wappen Maximilians I. von Bayern, Kurfürst seit 1623. Neben dem Wappen die gravierten Initialen MHIB (Maximilian Herzog in Bayern). Auf der Unterseite der Fahne gravierte Inventarnummer "6". Marken (R. 3439, 3499), Meister 1622, stirbt 1650. Tremolierstich. Zahlreiche Dellen. D. 22,3 cm. Ca. 312 g.


Stephan Hötzer, der den Titel des kurfürstlichen Hofgoldschmiedes trug, erfreute sich der besonderen Gunst Kurfürst Maximilians I., von dem er fortwährend mit größeren Aufträgen betraut wurde (Frankenberger, S. 349 ff.).

Nach der Niederlage der kaiserlichen Truppen bei Zusmarshausen am 17. Mai 1648, der letzten großen Schlacht des 30-jährigen Krieges, zogen die schwedischen und französischen Armeen marodierend durch Bayern. Kurfürst Maximilian I. entschloss sich daher die Residenzstadt München mit seiner Familie zu verlassen und nach Braunau am Inn zu fliehen. Bei Wasserburg bestieg man die dort liegenden, mit dem Notwendigsten beladenen, kurfürstlichen Schiffe, um die Flucht auf dem Inn fortzusetzen. Am 28. Mai 1648 geschah dann das Unglück. Eines der Transportschiffe, das sog. "Kuchen-Schiff", das mit einem Großteil des benötigten Gebrauchssilber beladen war, rammte, vermutlich "durch Unachtsamkeit der nicht ganz nüchternen Besatzung" in Höhe von Mühldorf am Inn einen Brückenpfeiler und versank mitsamt der kostbaren Fracht. Die sofort eingeleiteten Bergungsversuche des über 500 Teile umfassenden silbernen Tafelgeräts im Gesamtumfang von knapp 238 kg, scheiterten. Im Laufe der Zeit wurden vereinzelt bei Mühldorf Teile des maximilianischen Tafelsilbers wiederaufgefunden. Teller des Services, die zu den frühesten erhaltenen Gebrauchsgeräten deutscher Goldschmiedekunst zählen, befinden sich u.a. im Bayerischen Nationalmuseum, München, und im Kreismuseum, Mühldorf.

Vgl. Silber und Gold II. Augsburger Goldschmiedekunst für die Höfe Europas. München (BNM), 1994, Kat.



Datierung:
nach 1623,


Maße:
D. 22,3 cm
Zustand:
Zahlreiche Dellen
Vgl:
Vgl. Silber und Gold II. Augsburger Goldschmiedekunst für die Höfe Europas. München (BNM), 1994, Kat.
Kommentar:
Nach der Niederlage der kaiserlichen Truppen bei Zusmarshausen am 17. Mai 1648, der letzten großen Schlacht des 30-jährigen Krieges, zogen die schwedischen und französischen Armeen marodierend durch Bayern. Kurfürst Maximilian I. entschloss sich daher die Residenzstadt München mit seiner Familie zu verlassen und nach Braunau am Inn zu fliehen. Bei Wasserburg bestieg man die dort liegenden, mit dem Notwendigsten beladenen, kurfürstlichen Schiffe, um die Flucht auf dem Inn fortzusetzen. Am 28. Mai 1648 geschah dann das Unglück. Eines der Transportschiffe, das sog. "Kuchen-Schiff", das mit einem Großteil des benötigten Gebrauchssilber beladen war, rammte, vermutlich "durch Unachtsamkeit der nicht ganz nüchternen Besatzung" in Höhe von Mühldorf am Inn einen Brückenpfeiler und versank mitsamt der kostbaren Fracht. Die sofort eingeleiteten Bergungsversuche des über 500 Teile umfassenden silbernen Tafelgeräts im Gesamtumfang von knapp 238 kg, scheiterten. Im Laufe der Zeit wurden vereinzelt bei Mühldorf Teile des maximilianischen Tafelsilbers wiederaufgefunden. Teller des Services, die zu den frühesten erhaltenen Gebrauchsgeräten deutscher Goldschmiedekunst zählen, befinden sich u.a. im Bayerischen Nationalmuseum, München, und im Kreismuseum, Mühldorf.