Conrad Paul - Christus am Ölberg

Auktion 389, Kat.-Nr. 586

Gemälde und Graphiken 15. – 20. Jh. am 24. September 2020

Conrad Paul

Christus am Ölberg

Schätzpreis:
€ 12.000 bis € 15.000

Differenzbesteuerung    

Ergebnis:
€ 11.430 (inkl. 27 % Käuferaufgeld)

Beschreibung:

Conrad Paul

nachweisbar 1525-1547 Lauingen

 

Christus am Ölberg

 

 

Im Vordergrund die schlafenden Apostel, im Hintergund Judas mit den Schergen. R. u. ligiertes Monogramm "CP". Rücks. zwei Zollstempel. Öl auf Holz. 61 x 50,5 cm. Parkettiert. Rest. Rahmen min. besch.

 

"Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach". Das Geschehen im Garten Getsemani, am Fuße des Ölbergs, wie es der Evangelist Matthäus schildert (Matth. 26, 36-47), war nicht nur als am Beginn der eigentlichen Leidensgeschichte stehendes Ereignis ein häufig dargestelltes Bildmotiv, es hat auch mit zwei Zitaten Eingang in die deutsche Umgangssprache gefunden. Neben der eingangs wiedergegebenen Feststellung Christi, bedient man sich angesichts einer bevorstehenden unangenehmen Situation bis heute - in abgekürzter Form - dessen deutlich formulierter Bitte "Mein Vater, wenn dieser Kelch an mir vorübergehen kann, ohne dass ich ihn trinke, geschehe dein Wille".

 

Auch der im zweiten Viertel des 16. Jahrhunderts in Lauingen an der Donau nachweisbare Künstler Conrad Paul (geb. um 1490/1500) befasste sich mit der Darstellung der Ölbergszene. Es kann davon ausgegangen werden, dass Conrad Paul Schüler von Hans Schäufelin (um 1482/83 am Oberrhein - 1539/40 Nördlingen) war. Schäufelins Erfolg basierte vor allem auf seiner persönlichen wie künstlerischen Nähe zu Albrecht Dürer. Dürer war sein künstlerisches Leitbild und damit auch für seine Schüler von maßgeblichem Einfluss. Sie entwickelten die Ideen des berühmten Nürnbergers auf individuelle und inspirierte Weise weiter. Auch bei dem vorliegenden Gemälde ist das Vorbild von Dürers entsprechendem Holzschnitt aus der Großen Passion (1511) in der Gesamtkomposition zu erkennen.

 

Ludwig Meyer vergleicht das Gemälde stilistisch mit drei Tafeln Hans Schäufelins, die um 1520 entstanden sind: Es handelt sich dabei um Darstellungen von Eremiten, die ursprünglich aus dem Kloster Maria Maihingen stammten, 1828 von König Ludwig I. von Bayern erworben wurden und sich heute im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg befinden (Inv.-Nr. Gm 294, 1106 und 1107).

 

Das vorliegende Gemälde ist eines von nur zwei bekannten Werken Conrad Pauls, die von diesem monogrammiert wurden und damit als gesicherte Arbeiten gelten können. Ludwig Meyer datiert es um 1520-25.

 

Vgl. Rott, Hans, Quellen und Forschungen zur südwestdeutschen und schweizerischen Kunstgeschichte im XV. und XVI. Jahrhundert. - II. Alt-Schwaben und die Reichsstädte. Stuttgart 1934, S. 83: Zusammenstellung der urkundlichen Erwähnungen Conrad Pauls.

 

Gutachten Ludwig Meyer, Archiv für Kunstgeschichte, München, 24. Feburar 1999.

 

Provenienz: Sammlung Rudolf Neumeister.



Titel-Zusatz:
Im Vordergrund die schlafenden Apostel, im Hintergund Judas mit den Schergen


Signatur-Bez-Vorne:
R. u. ligiertes Monogramm "CP"
Signatur-Bez-Recto:
Rücks. zwei Zollstempel
Technik:
Öl
Träger:
auf Holz
Maße:
61 x 50,5 cm
Zustand:
Parkettiert. Rest
Rahmen:
Rahmen min. besch
Echtheit:
Gutachten Ludwig Meyer, Archiv für Kunstgeschichte, München, 24. Feburar 1999.
Provenienz:
Sammlung Rudolf Neumeister.
Kommentar:
"Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach". Das Geschehen im Garten Getsemani, am Fuße des Ölbergs, wie es der Evangelist Matthäus schildert (Matth. 26, 36-47), war nicht nur als am Beginn der eigentlichen Leidensgeschichte stehendes Ereignis ein häufig dargestelltes Bildmotiv, es hat auch mit zwei Zitaten Eingang in die deutsche Umgangssprache gefunden. Neben der eingangs wiedergegebenen Feststellung Christi, bedient man sich angesichts einer bevorstehenden unangenehmen Situation bis heute - in abgekürzter Form - dessen deutlich formulierter Bitte "Mein Vater, wenn dieser Kelch an mir vorübergehen kann, ohne dass ich ihn trinke, geschehe dein Wille". Auch der im zweiten Viertel des 16. Jahrhunderts in Lauingen an der Donau nachweisbare Künstler Conrad Paul (geb. um 1490/1500) befasste sich mit der Darstellung der Ölbergszene. Es kann davon ausgegangen werden, dass Conrad Paul Schüler von Hans Schäufelin (um 1482/83 am Oberrhein - 1539/40 Nördlingen) war. Schäufelins Erfolg basierte vor allem auf seiner persönlichen wie künstlerischen Nähe zu Albrecht Dürer. Dürer war sein künstlerisches Leitbild und damit auch für seine Schüler von maßgeblichem Einfluss. Sie entwickelten die Ideen des berühmten Nürnbergers auf individuelle und inspirierte Weise weiter. Auch bei dem vorliegenden Gemälde ist das Vorbild von Dürers entsprechendem Holzschnitt aus der Großen Passion (1511) in der Gesamtkomposition zu erkennen. Ludwig Meyer vergleicht das Gemälde stilistisch mit drei Tafeln Hans Schäufelins, die um 1520 entstanden sind: Es handelt sich dabei um Darstellungen von Eremiten, die ursprünglich aus dem Kloster Maria Maihingen stammten, 1828 von König Ludwig I. von Bayern erworben wurden und sich heute im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg befinden (Inv.-Nr. Gm 294, 1106 und 1107). Das vorliegende Gemälde ist eines von nur zwei bekannten Werken Conrad Pauls, die von diesem monogrammiert wurden und damit als gesicherte Arbeiten gelten können. Ludwig Meyer datiert es um 1520-25. Vgl. Rott, Hans, Quellen und Forschungen zur südwestdeutschen und schweizerischen Kunstgeschichte im XV. und XVI. Jahrhundert. - II. Alt-Schwaben und die Reichsstädte. Stuttgart 1934, S. 83: Zusammenstellung der urkundlichen Erwähnungen Conrad Pauls.