Carl Friedrich Moritz Müller, gen. Feuermüller - Eine Tiroler Bauernfamilie verteidigt ihr Haus gegen angreifende Soldaten

Auktion 366, Kat.-Nr. 574

ALTE KUNST 366 am 3. Dezember 2014

Carl Friedrich Moritz Müller, gen. Feuermüller

Eine Tiroler Bauernfamilie verteidigt ihr Haus gegen angreifende Soldaten

Schätzpreis:
€ 10.000 bis € 15.000

Ergebnis:
€ 27.940 (inkl. 27 % Käuferaufgeld)

Beschreibung:
Müller, Carl Friedrich Moritz, gen. Feuermüller
1807 Dresden - 1865 München

Eine Tiroler Bauernfamilie verteidigt ihr Haus gegen angreifende Soldaten

Szene aus dem Tiroler Volksaufstand gegen die bayerisch-französische Besatzung im Jahre 1809. R. u. signiert, Ortsbezeichnung München und 1844 datiert. Rücks. Reste eines Klebeetiketts "Original-Gemälde / Vertheidigung einer [...]". Öl auf Lwd. 105,5 x 86,5 cm. Rest. Rahmen besch.

Seinen Zeitgenossen galt Carl Friedrich Moritz Müller als herausragendes künstlerisches Talent. So berichtet G. K. Naglers "Neues allgmeines Künstler-Lexicon" im Jahre 1840, dass dessen Gemälde "ein eminentes Talent verriethen, besonders in jener eigenthümlichen Weise Schalkens [gemeint ist der niederländische Künstler Godfried Schalcken, 1643-1706], der das Licht und dessen Phänomene so vortrefflich malte. Gleich jenem Meister, so weiss auch Müller durch die Beleuchtung nächtlicher Scenen die frappanteste Wirkung zu erzielen, die noch um so glänzender erscheint, da die handelnden Personen auf das trefflichste charakterisiert, und vollkommen richtig gezeichnet und gemalt sind. Das Feuer ist bei ihm das waltende Element, und er weiss die Kräfte desselben in solchem Grade zu benützen, dass seine Werke in jeder Hinsicht jenen eines Schalken an die Seite gesetzt werden können. Seiner eigenthümlichen Virtuosität wegen nennen ihn seine Freunde scherzweise auch den Feuer-Müller, und wirklich hat ihn in dieser Art bisher noch keiner erreicht".

Die beschriebenen Fähigkeiten Carl Friedrich Moritz Müllers können bei Betrachtung des vorliegenden Gemäldes exemplarisch nachvollzogen werden. Der Künstler, der nach seiner Ausbildung an der Dresdener Akademie 1830 nach München übersiedelte, widmete sich bevorzugt Genreszenen aus dem alpenländischen Bereich, seit 1834 lassen sich mehrere Gemälde nachweisen, die den Tiroler Volksaufstand des Jahres 1809 zum Inhalt haben. In diesem Jahr erwarb König Ludwig I. von Bayern eine "Szene aus dem Tiroler Krieg 1809" aus dem Münchner Kunstverein (München, Neue Pinakothek, Inv.-Nr. WAF 691).

Vgl. Boetticher, Friedrich von, Malerwerke des Neunzehnten Jahrhunderts. Bd. II, 1. Leipzig 1941 (Reprint), S. 104, Nr. 13 "Eine Tirolerfamilie in Verteidigung ihres Hauses gegen andringende Feinde 1809": ein Gemälde vergleichbaren Inhalts, ehemals im Besitz des Schlesischen Kunstvereins.

Provenienz: [Schlesischer Kunstverein?] - Lt. Angaben der Vorbesitzer Eigentum eines Erzpriesters Titz in Friedland (Schlesien). - Privatsammlung.


Titel-Zusatz:
Szene aus dem Tiroler Volksaufstand gegen die bayerisch-französische Besatzung im Jahre 1809


Signatur-Bez-Vorne:
R. u. signiert, Ortsbezeichnung München und 1844 datiert
Signatur-Bez-Recto:
Rücks. Reste eines Klebeetiketts "Original-Gemälde / Vertheidigung einer [...]"
Technik:
Öl
Träger:
auf Lwd
Maße:
105,5 x 86,5 cm
Zustand:
Rest
Rahmen:
Rahmen besch
Kommentar:
Seinen Zeitgenossen galt Carl Friedrich Moritz Müller als herausragendes künstlerisches Talent. So berichtet G. K. Naglers "Neues allgmeines Künstler-Lexicon" im Jahre 1840, dass dessen Gemälde "ein eminentes Talent verriethen, besonders in jener eigent