Paul Troger - Die Ruhe auf der Flucht nach Äpyten

Auktion 406, Kat.-Nr. 524

HERBSTAUKTION 28. UND 29. SEPTEMBER am 28. September 2022

Paul Troger

Die Ruhe auf der Flucht nach Äpyten

Schätzpreis:
€ 500 bis € 550

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Ergebnis:
€ 1.430 (inkl. 30 % Käuferaufgeld)

Beschreibung:

Paul Troger

1698 Welsberg - 1762 Wien

 

Die Ruhe auf der Flucht nach Äpyten

 

 

Zwei Abdrucke. Der Abdruck im überarbeiteten Zustand rücks. hs. bezeichnet "Ernst Devaulx 1884" (vgl. Lugt 670). Radierung auf Bütten. 15,6 x 11,3 / 15,9 x 11,5 cm. Das erste Blatt an zwei Seiten bis knapp über den Plattenrand beschnitten, das zweite mit einem schmalen Rändchen um denselben. Min. fleckig.

 

Nagler 9 I. - Aschenbrenner / Schweighofer WVZ-Nr. 286.

 

Die beiden Drucke dokumentieren zwei unterschiedliche Bearbeitungszustände der Platte, die in der Literatur nicht explizit beschrieben werden. Auf dem wohl früheren Zustand fehlt im Baumstamm hinter der Heiligen Familie das gespiegelte "P", auch sind noch Verschmutzungen der Platte zu erkennen. Kaltnadelspuren fehlen. Auf dem zweiten Abdruck ist das "P" im Baumstamm hinzugefügt, Schraffen mit Kaltnadel am oberen Rand und Bereinigung der Partie unterhalb des Darstellungsrandes.

 

Ernest-Théophile Devaulx (1831-1901), ein Vorbesitzer des vollendeten Abdruckes, war ein französischer Bildhauer, der 1872 auf den Salons debütierte. Bis 1883 beschickte er die Ausstellungen. Im Jahr darauf erwarb er die vorliegende Radierung. Der menschenscheue Künstler baute drei Kunstsammlungen auf, eine davon war Druckgraphiken gewidmet. Diese Graphiken sollten die Basis für ein von ihm geplantes "Dictionnaire général des graveurs et des lithographes de tous les temps et de tous les pays" bilden.

 

Paul Troger gilt vor allem ab den 1730er Jahren als einer der führenden Spezialisten im Bereich der Deckenmalerei. Seine Arbeiten zählen künstlerisch wie ikonographisch zu den zentralen Leistungen des mitteuropäischen Barocks. Trogers Kenntnis der italienischen Kunst und seine eigene Kreativität führten zu einem unverwechselbaren Personalstil. Dieser fand reiche künstlerische Nachfolge, man spricht von einer "Troger-Schule", der phasenweise die Mehrheit der Wiener Maler zuzuordnen war.

 

Seit den 1720er Jahren schuf Paul Troger Radierungen als eigenständige Kunstwerke. Deren Sujets, oft bukolische Themen, setzen sich von den Inhalten seiner Gemälde auffällig ab. Für Trogers künstlerisches Selbstverständnis scheint die Technik der Radierung von großer Bedeutung gewesen zu sein. Auf seinem frühen Selbstporträt (um 1726) im Innsbrucker Ferdinandeum stellt sich der Künstler mit einer Kupferplatte dar.

 

 

Provenienz: Aus dem Nachlass des Stuttgarter Kunsthändlers und Sammlers Wolfgang Trauwitz (1927-1970).



Titel-Zusatz:
Zwei Abdrucke


Signatur-Bez-Recto:
Der Abdruck im überarbeiteten Zustand rücks. hs. bezeichnet "Ernst Devaulx 1884" (vgl. Lugt 670)
Technik:
Radierung
Träger:
auf Bütten
Maße:
15,6 x 11,3 / 15,9 x 11,5 cm
Zustand:
Das erste Blatt an zwei Seiten bis knapp über den Plattenrand beschnitten, das zweite mit einem schmalen Rändchen um denselben. Min. fleckig
Provenienz:
Aus dem Nachlass des Stuttgarter Kunsthändlers und Sammlers Wolfgang Trauwitz (1927-1970).
Kommentar:
Ernest-Théophile Devaulx (1831-1901), ein Vorbesitzer des vollendeten Abdruckes, war ein französischer Bildhauer, der 1872 auf den Salons debütierte. Bis 1883 beschickte er die Ausstellungen. Im Jahr darauf erwarb er die vorliegende Radierung. Der menschenscheue Künstler baute drei Kunstsammlungen auf, eine davon war Druckgraphiken gewidmet. Diese Graphiken sollten die Basis für ein von ihm geplantes "Dictionnaire général des graveurs et des lithographes de tous les temps et de tous les pays" bilden. Paul Troger gilt vor allem ab den 1730er Jahren als einer der führenden Spezialisten im Bereich der Deckenmalerei. Seine Arbeiten zählen künstlerisch wie ikonographisch zu den zentralen Leistungen des mitteuropäischen Barocks. Trogers Kenntnis der italienischen Kunst und seine eigene Kreativität führten zu einem unverwechselbaren Personalstil. Dieser fand reiche künstlerische Nachfolge, man spricht von einer "Troger-Schule", der phasenweise die Mehrheit der Wiener Maler zuzuordnen war. Seit den 1720er Jahren schuf Paul Troger Radierungen als eigenständige Kunstwerke. Deren Sujets, oft bukolische Themen, setzen sich von den Inhalten seiner Gemälde auffällig ab. Für Trogers künstlerisches Selbstverständnis scheint die Technik der Radierung von großer Bedeutung gewesen zu sein. Auf seinem frühen Selbstporträt (um 1726) im Innsbrucker Ferdinandeum stellt sich der Künstler mit einer Kupferplatte dar.