Otto Mueller - Fünf gelbe Akte am Wasser. 1921

Auktion 403, Kat.-Nr. 505

Moderne Kunst am 2. Dezember 2021 ab 17:30 Uhr

Otto Mueller

Fünf gelbe Akte am Wasser. 1921

Schätzpreis:
€ 20.000 bis € 30.000

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Ergebnis:
€ 35.100 (inkl. 30 % Käuferaufgeld)

Beschreibung:

Otto Mueller

1874 Liebau - 1930 Obernigk bei Breslau

 

Fünf gelbe Akte am Wasser. 1921

 

 

Rechts unten monogrammiert. Farblithographie auf gelbem leicht gehämmerten Büttenpapier. Einer der bei Karsch beschriebenen ca. 100 ungezählten Abzüge. 33,5 x 44 cm. Blattgröße: 39 x 52 cm. Oberer und unterer Blattrand bis ca. 4 cm beschnitten. Rückseite stellenweise berieben. Rahmen.

 

Die Darstellung von Badenden in freier Natur hatte in der Kunstgeschichte schon vor Cézanne eine zentrale Bedeutung - so setzte sich diese Tradition auch in der klassischen Moderne bei Künstlergruppierungen wie der Brücke fort, Otto Mueller eingeschlossen.

Die Farblithografie "Fünf gelbe Akte am Wasser" entstand 1921, während Mueller an der Breslauer Akademie einer Lehrtätigkeit nachging und parallel dazu häufig in Schleswig-Holstein anzutreffen war. Es zeigt fünf weibliche Figuren in unterschiedlichen Haltungen beim Baden bzw. am Ufer. Der Künstler hatte es sich zur Aufgabe gemacht, seine Szenerien mit größtmöglicher Einfachheit darzustellen, was Mueller durch flächige, stark vereinfachte Darstellungen mit einer typisch expressionistischen Handschrift, erreicht. Aufgrund der Farbigkeit des Blattes nimmt es eine Sonderstellung im Gesamtwerk des deutschen Künstlers ein - dieser schuf verhältnismäßig nur wenig Farbdrucke. "Fünf gelbe Akte am Wasser" ist ein besonders repräsentatives Stück durch seinen präsenten Komplementärkontrast zwischen dem tiefen Kobaltblau, welches einen Großteil der Hintergrundfläche - dem sich dekorativ bewegenden Wasser - einnimmt, und einem leuchtenden Gelb, das als Körperfarbe der Mädchenfiguren dient. Schwarz konturiert die Körper, definiert die Wasseroberfläche und stellt das Gras an der Nordsee dar.

Karsch gibt in seinem Werkverzeichnis der Grafiken Otto Muellers an, dass die Auflage von circa 100 unnummerierten Exemplaren für den Hyperion-Verlag entstand.

Mueller kam bereits in sehr jungen Jahren mit der Drucktechnik der Lithografie in Kontakt. Auf Wunsch seines Vaters schloss er von 1890-94 in Görlitz eine Lithografen Lehre ab. Ab 1908 ist es seine favorisierte Drucktechnik, Holzschnitte und Radierungen spielen eine äußerst begrenzte Rolle. In seinem Gesamtwerk sind lithografisch geschaffene Grafiken als eigenständige Werkgruppe zu verstehen. Er verstand die Entstehung einer Lithografie wie das Zeichnen. Sie wurden parallel zum gemalten Werk geschaffen und spiegeln oftmals auch ihre Sujets wider,

Der zu den Hauptblättern zählende Druck in einem prachtvollen, von drei Steinen in Schwarz, Gelb und Kobaltblau gedruckten, leuchtenden und kontrastreichen Abzug auf dem besonders attraktiven gehämmerten Bütten.

 

 

 

Werkverzeichnis: Karsch 156 c

 

Provenienz: Galerie Utermann, Dortmund: Privatbesitz Rheinland



Signatur-Bez-Vorne:
Rechts unten monogrammiert
Technik:
Farblithographie
Träger:
auf gelbem leicht gehämmerten Büttenpapier
Zustand:
Oberer und unterer Blattrand bis ca. 4 cm beschnitten. Rückseite stellenweise berieben
Rahmen:
Rahmen
Werkverzeichnis:
Karsch 156 c
Provenienz:
Galerie Utermann, Dortmund: Privatbesitz Rheinland