Joseph Weidner - Atelierszene

Auktion 407, Kat.-Nr. 495

WINTERAUKTION

am 7. Dezember 2022 bis 8. Dezember 2022

Joseph Weidner

1801 Wien - um 1870

Atelierszene

Schätzpreis:
€ 3.000 bis € 4.000

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noch erhältlich

Beschreibung:
Joseph Weidner

1801 Wien - um 1870

Atelierszene

L. u. signiert und 1836 datiert. Öl auf Lwd. 52 x 68,5 cm. Doubliert. Rest. Rahmen besch. (64 x 79 cm).

Im Atelier des Künstlers: Der Künstler stürzt im Vordergrund links mit seiner Staffelei zu Boden. Zwei junge fechtende Männer haben durch ihre Übungen das Missgeschick verursacht. Auf der Staffelei ein Gemälde, Jupiter darstellend. Das zugehörige Modell erfrischt sich rechts an einem Tisch. Über einen Stuhl gebeugt ein amüsierter Beobachter des Geschehens. Im Hintergrund ein Pianist, der die Szene musikalisch "untermalt". An den Wänden und in der Fensterlaibung Gemälde des Künstlers Joseph Weidner. Eindeutig zu identifizeren ist sein Gemälde "Tiroler Gamsjäger im Moment des Schießens", das 1834 auf der Akademieausstellung in Wien präsentiert wurde. Rechts im Hintergrund "Ein alter Gamsjäger mit einem Glas Steiermärker Weins in der Hand", ein Werk das 1836 zusammen mit dem vorherigen Bild auf der Berliner Akademieausstellung gezeigt wurde (Versteigerung dieses Gemäldes im Dorotheum, Wien, Auktion 22. Oktober 2015, Kat.-Nr. 1273). Joseph Weidner wurde in eine kinderreiche Familie geboren, er hatte 10 Geschwister: Sein Bruder Carl erlernte den Beruf des Schauspielers, sein Bruder Ferdinand wurde "Tonkünstler". Die Schwester Katharina war Hofopernsängerin und feierte als Mezzosopran Erfolge am Wiener Kärtnertortheater. Sie war die erste Ehefrau des berühmten Künstlers Ferdinand Georg Waldmüller. Das Aufwachsen mit zahlreichen Geschwistern, die sich zum Teil künstlerischen Berufen verschrieben, kann eine Erklärung für den Figurenreichtum der Szene geben. Auch hier findet sich ein Tonkünstler in Gestalt des Pianisten im Hintergrund, zur Schauspielausbildung gehört traditionell der Fechtunterricht, die genussvolle Pose des Jupiter-Modells würde jedem Bühnendarsteller zur Ehre gereichen ... Vgl. "Kunstwerke, öffentlich ausgestellt im Gebäude der Österreichisch-kaiserlichen Akademie der bildenden Künste bei St. Anna. Im Jahre 1837", S. 23, Kat.-Nr. 237: "Des Mahlers Atelier. Von Joseph Weidner". Mit großer Wahrscheinlichkeit das vorliegende Gemälde. Offenbar wurde das Gemälde wenige Jahre später abermals ausgestellt: "Im Mai 1841 veranstaltete der Künstler im Salon des gymnastischen Circus der Madame de Bach im Wiener Prater eine Ausstellung von Porträts und Genrebildern, sämmtlich Werken seiner Hand; von letzteren sind zu nennen: Des Künstlers Atelier [...]." Zitiert nach: Wurzbach, Constant von, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich, Bd. 53. Wien 1886, S. 275.


Signatur-Bez-Vorne:
L. u. signiert und 1836 datiert
Technik:
Öl
Träger:
auf Lwd
Maße:
52 x 68,5 cm
Zustand:
Doubliert. Rest
Rahmen:
Rahmen besch. (64 x 79 cm)
Kommentar:
Joseph Weidner wurde in eine kinderreiche Familie geboren, er hatte 10 Geschwister: Sein Bruder Carl erlernte den Beruf des Schauspielers, sein Bruder Ferdinand wurde "Tonkünstler". Die Schwester Katharina war Hofopernsängerin und feierte als Mezzosopran Erfolge am Wiener Kärtnertortheater. Sie war die erste Ehefrau des berühmten Künstlers Ferdinand Georg Waldmüller. Das Aufwachsen mit zahlreichen Geschwistern, die sich zum Teil künstlerischen Berufen verschrieben, kann eine Erklärung für den Figurenreichtum der Szene geben. Auch hier findet sich ein Tonkünstler in Gestalt des Pianisten im Hintergrund, zur Schauspielausbildung gehört traditionell der Fechtunterricht, die genussvolle Pose des Jupiter-Modells würde jedem Bühnendarsteller zur Ehre gereichen ... Vgl. "Kunstwerke, öffentlich ausgestellt im Gebäude der Österreichisch-kaiserlichen Akademie der bildenden Künste bei St. Anna. Im Jahre 1837", S. 23, Kat.-Nr. 237: "Des Mahlers Atelier. Von Joseph Weidner". Mit großer Wahrscheinlichkeit das vorliegende Gemälde. Offenbar wurde das Gemälde wenige Jahre später abermals ausgestellt: "Im Mai 1841 veranstaltete der Künstler im Salon des gymnastischen Circus der Madame de Bach im Wiener Prater eine Ausstellung von Porträts und Genrebildern, sämmtlich Werken seiner Hand; von letzteren sind zu nennen: Des Künstlers Atelier [...]." Zitiert nach: Wurzbach, Constant von, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich, Bd. 53. Wien 1886, S. 275.