August Kopisch - Die Pontinischen Sümpfe bei Sonnenuntergang

Auktion 402, Kat.-Nr. 493

HERBSTAUKTION am 22. September 2021

August Kopisch

Die Pontinischen Sümpfe bei Sonnenuntergang

Schätzpreis:
€ 15.000 bis € 20.000

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Ergebnis:
€ 169.000 (inkl. 30 % Käuferaufgeld)

Beschreibung:

August Kopisch

1799 Breslau - 1853 Berlin

 

Die Pontinischen Sümpfe bei Sonnenuntergang

 

 

R. u. signiert und 1845 datiert. Öl auf Lwd. 62 x 111 cm. Rest. Craquelé. Rahmen min. besch.

 

Von dieser Komposition waren einst drei Fassungen nachweisbar. Die wohl erste und viel beachtete Ausführung, die Kopisch 1839 auf der Berliner Akademieausstellung zeigte, wurde vom preußischen König erworben. Dieses Gemälde befand sich bis 1945 im Stadtschloß Potsdam, heute Kriegsverlust.

Eine zweite Fassung von 1848 befindet sich heute in den Staatlichen Museen zu Berlin, Nationalgalerie, Ident. Nr. W.S. 118, und eine dritte Fassung wurde vormals in Berliner Privatbesitz erwähnt, s.: Boetticher, Friedrich von, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Bd. I, 2, Leipzig 1941 (Reprint), S. 742, Nr. 19: "eine Wiederholung besitzt Schroner, Berlin".

 

Zur zweiten Fassung, die sich heute in der Nationalgalerie befindet, ist ein Brief von August Kopisch an den Berliner Bankier und Sammler Joachim Heinrich Wilhelm Wagener erhalten, in dem der Künstler seine Darstellung beschreibt (zitiert nach Ausst.-Kat., Berlin, 2016, S. 239):

 

"Man sieht über die pomptinischen Sümpfe in das tyrrhenische Meer, in welches die Sonnenscheibe soeben versinken will. Der purpurrothe Scirokkohimmel wird von Ueberschwemmungswassern gespiegelt, welche der Fluß Nymphaeus zum Meere führt. Im Hintergrund zur Linken erhebt sich aus den schilfigen Ebnen das Vorgebirge Monte Circello die vormalige Insel der Kirke; noch ferner eine der Ponza-inseln. Zur Rechten des Flußes sieht man eine verfallene Wasserleitung aus den Zeiten der Caesaren; im Vordergrunde eine halb römische, halb mittelaltrige Burgruine mit rundem Thurm. Die Staffage bildet eine Heerde wilder Büffel, die von Ufer zu Ufer schwimmt."

 

August Kopisch war ein vielseitiger Künstler des 19. Jahrhunderts: neben der Malerei war er Dichter, Schriftsteller und Forscher. Er entdeckte zusammen mit dem Maler Ernst Fries 1826 die Blaue Grotte. Unter Friedrich Wilhelm IV. von Preußen wurde er 1840 zum Kunstbeirat berufen, 1844 erhielt er den Professorentitel.

 

Literatur: Kittelmann, Udo (Hg.), August Kopisch. Maler, Dichter, Erfinder, Entdecker. Ausst.-Kat., Nationalgalerie, Berlin. Dresden 2016.



Signatur-Bez-Vorne:
R. u. signiert und 1845 datiert
Technik:
Öl
Träger:
auf Lwd
Maße:
62 x 111 cm
Zustand:
Rest. Craquelé
Rahmen:
Rahmen min. besch
Literatur:
Kittelmann, Udo (Hg.), August Kopisch. Maler, Dichter, Erfinder, Entdecker. Ausst.-Kat., Nationalgalerie, Berlin. Dresden 2016.