Antoine Pesne - Gräfin Maria Magdalena von Dönhoff

Auktion 407, Kat.-Nr. 464

WINTERAUKTION

am 7. Dezember 2022 bis 8. Dezember 2022

Antoine Pesne

1683 Paris - 1757 Berlin

Gräfin Maria Magdalena von Dönhoff

Schätzpreis:
€ 7.000 bis € 9.000

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noch erhältlich

Beschreibung:
Antoine Pesne

1683 Paris - 1757 Berlin

Gräfin Maria Magdalena von Dönhoff

Hüftbild leicht nach rechts, den Kopf nach links geneigt. In gemaltem Oval. Öl auf Lwd. 83 x 65,5 cm. Doubliert. Rest. Besch. Rahmen (92 x 74 cm).

Maria Magdalena von Dönhoff, geb. Marianna Bielinska (1685-1730), war eine Tochter des Oberhofmarschalls und Mundschenken Kazimierz Ludwik Bielinski. Nach der Scheidung von ihrem Mann Graf Boguslav Ernst von Dönhoff war sie als Nachfolgerin der Gräfin Kosel "maitresse en titre" Augusts des Starken. Später verehelichte sie sich mit Fürst Jerzy Ignacy Lubomirski. Vermutlich ist das vorliegende Gemälde identisch mit dem Porträt der Gräfin Dönhoff, das Graf Jakob Heinrich von Flemming in einem Brief aus dem Jahre 1718 an den Geheimen Rat Samuel von Marschall erwähnt: "Pesne ... a commencé à peindre madame la comtesse de Doenhoff ..." (zitiert nach Seidel, Paul, Antoine Pesne. Premier peintre de Frédéric le Grand, in: Gazette des Beaux-Arts 1891, I, S. 426). Dass Antoine Pesne auch für den Dresdener Hof arbeiten konnte, verdankte er zu einem guten Teil der Vermittlung des Grafen Flemming, für den er 1717 einige Aufträge ausführte. Als Pesne dann 1718 nach Dresden reiste, konnte er sich vor Aufträgen kaum mehr retten. Seine Kunst war am sächsischen Hof der dernier cri ... Graf Flemming schrieb daher einen Brief an den Geheimen Rat von Marschall, "conseiller privé" König Friedrich Wilhelms I. von Preußen, Pesnes Dienstherrn, in dem er um eine Verlängerung des bezahlten "Urlaubes" des Künstlers in Dresden ansucht. "Car toutes ces dames se sont adressées à moi pour demander cette grâce à Sa Majesté, dans la persuasion où elles sont que mes instances produiront un bon effet." (sinngemäß übersetzt: "Denn alle diese Damen haben sich an mich gewandt, um Ihre Majestät um diese Gnade zu bitten, in der Überzeugung, dass mein dringendes Bitten positiv beschieden wird"). Wie hätte der preußische König diesem so dringlich formulierten Anliegen der sächsischen Schönheiten entgegenstehen können? Literatur: Berckenhagen, Ekhart (u. a.), Antoine Pesne. Berlin 1958, S. 113 f., WVZ-Nr. 73. Provenienz: Aus sächsischem Adelsbesitz.


Titel-Zusatz:
Hüftbild leicht nach rechts, den Kopf nach links geneigt. In gemaltem Oval


Technik:
Öl
Träger:
auf Lwd
Maße:
83 x 65,5 cm
Zustand:
Doubliert. Rest. Besch
Rahmen:
Rahmen (92 x 74 cm)
Provenienz:
Aus sächsischem Adelsbesitz.
Kommentar:
Vermutlich ist das vorliegende Gemälde identisch mit dem Porträt der Gräfin Dönhoff, das Graf Jakob Heinrich von Flemming in einem Brief aus dem Jahre 1718 an den Geheimen Rat Samuel von Marschall erwähnt: "Pesne ... a commencé à peindre madame la comtesse de Doenhoff ..." (zitiert nach Seidel, Paul, Antoine Pesne. Premier peintre de Frédéric le Grand, in: Gazette des Beaux-Arts 1891, I, S. 426). Dass Antoine Pesne auch für den Dresdener Hof arbeiten konnte, verdankte er zu einem guten Teil der Vermittlung des Grafen Flemming, für den er 1717 einige Aufträge ausführte. Als Pesne dann 1718 nach Dresden reiste, konnte er sich vor Aufträgen kaum mehr retten. Seine Kunst war am sächsischen Hof der dernier cri ... Graf Flemming schrieb daher einen Brief an den Geheimen Rat von Marschall, "conseiller privé" König Friedrich Wilhelms I. von Preußen, Pesnes Dienstherrn, in dem er um eine Verlängerung des bezahlten "Urlaubes" des Künstlers in Dresden ansucht. "Car toutes ces dames se sont adressées à moi pour demander cette grâce à Sa Majesté, dans la persuasion où elles sont que mes instances produiront un bon effet." (sinngemäß übersetzt: "Denn alle diese Damen haben sich an mich gewandt, um Ihre Majestät um diese Gnade zu bitten, in der Überzeugung, dass mein dringendes Bitten positiv beschieden wird"). Wie hätte der preußische König diesem so dringlich formulierten Anliegen der sächsischen Schönheiten entgegenstehen können? Literatur: Berckenhagen, Ekhart (u. a.), Antoine Pesne. Berlin 1958, S. 113 f., WVZ-Nr. 73.