Hermann Kaulbach - Beim Dorfschuster

Auktion 378, Kat.-Nr. 417

ALTE KUNST am 6. Dezember 2017

Hermann Kaulbach

Beim Dorfschuster

Schätzpreis:
€ 20.000 bis € 25.000

Differenzbesteuerung    

Ergebnis:
€ 25.400 (inkl. 27 % Käuferaufgeld)

Beschreibung:

KAULBACH, HERMANN

1846 München - 1909 ebenda

 

Beim Dorfschuster

 

L. u. signiert. Öl auf Holz. 55 x 68. Einschubleisten. Rest.

 

Hermann Kaulbach hatte 1867 bei dem bedeutenden Malerfürsten Karl von Piloty an der Münchner Akademie studiert. Zu dieser Zeit galt die Historienmalerei allgemein noch als die Königsdisziplin unter den verschiedenen Genres bis sich weitere Sujets - vorwiegend auch durch den veränderten Publikumsgeschmack - zunehmend etablieren konnten. Kaulbach verfolgte die Historienmalerei bis in die 1880er Jahre, begann dann aber sich auf Kinderbilder zu konzentrieren, angeregt durch den Spätromantiker Ludwig Richter, dessen märchenhafte Zeichnungen als Illustrationen weite Verbreitung und großen Anklang fanden. Sowohl die Münchner Bilderbogen, wie auch die Illustrationen in der Zeitschrift "Die Gartenlaube" zählten sicherlich ebenso zu den Quellen, aus denen Kaulbach seine Ideen schöpfen konnte.

 

Große Popularität erlangten seine genrehaften Kinderbilder vor allem durch die Publikation des "Hermann Kaulbach Kinderbuches" mit den Versen von Adelheid Stier, das 1906 mit den 1902 bei Hanfstaengl, München, gefertigten Holzstichen nach Kaulbachs Gemälden erschien.

 

Unser Gemälde mit sechs Kindern zeigt auch eine zeitliche Abfolge, das Warten beim Dorfschuster, das Vorführen und das Anprobieren des reparierten Schuhwerks. Gleichzeitig charakterisiert Kaulbach Jungen und Mädchen sowie die verschiedenen Alter der Kinder.

 

 

 

Literatur: Das Hermann Kaulbach Kinderbuch. Text von Adelheid Stier. Stuttgart/Berlin/Leipzig 1906, S. 31.



Signatur-Bez-Vorne:
L. u. signiert
Technik:
Öl
Träger:
auf Holz
Zusatz-Maße:
55 x 68 cm
Zustand:
Einschubleisten. Rest
Literatur:
Das Hermann Kaulbach Kinderbuch. Text von Adelheid Stier. Stuttgart/Berlin/Leipzig 1906, S. 31.