Carl Spitzweg - Plauderstündchen (Storchen-Apotheke)

Auktion 403, Kat.-Nr. 395

Gemälde und Graphiken am 2. Dezember 2021 ab 15:00 Uhr

Carl Spitzweg

Plauderstündchen (Storchen-Apotheke)

Schätzpreis:
€ 60.000 bis € 80.000

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noch erhältlich
Beschreibung:

Carl Spitzweg

1808 München - 1885 ebenda

 

Plauderstündchen (Storchen-Apotheke)

 

 

Rücks. Nachlass-Stempel in Blau (Lugt 2307), Etikett Galerie Zinckgraf, München, mit Nummer 21990, bezeichnet "Prov. Meder" sowie diverse Nummerierungen. Öl auf Karton. 39 x 33 cm. Rest. Rahmen besch.

 

Carl Spitzweg war nicht nur Künstler, sondern auch ein ausgebildeter Pharmazeut. In seiner Ausbildung arbeitete er unter anderem in einer Apotheke in Erding, bei der Königlich Bayerischen Hofapotheke und als Apothekergehilfe in der Löwen-Apotheke in Straubing. Bezug auf diesen Beruf nimmt er in einigen seiner Gemälde, z. B. in dem er wie auf vorliegendem Gemälde eine Apotheke zum Schauplatz macht.

 

Die Architektur mit Kirchturm und Giebeln, die eine Terrasse umgibt - in älterer Literatur nach Rothenburg ob der Tauber verortet - findet sich auf mindestens fünf verschiedenen Fassungen dieser Szene (vgl. Wichmann, WVZ-Nrn. 345-349).

Dargestellt ist eine Gruppe von einem Herrn und drei Frauen, die einem Soldaten bei seinen Geschichten zuhören. Eine weitere Person blickt aus dem Fenster links unten.

 

Als Namensgeber für die Apotheke ist die Figur eines Storchs am Erker links erkennbar. Der Storch als Zeichen der Apotheke wurde wohl aufgrund seiner Rolle in der Mythologie als Glücks- und Heilsfigur ausgewählt. Als ein weiterer Verweis auf die Apotheke und auch auf Spitzwegs berufliche Laufbahn kann die Topfpflanze rechts an der Balustrade verstanden werden: eine Agave. Mit dieser Pflanze hat sich Spitzweg in seinem Studium der Pharmazie detailliert auseinandergesetzt hat und sie immer wieder in seine Arbeiten aufgenommen (Vgl. Wichmann, Siegfried / Habricht, Christina, Carl Spitzweg. Der Maler und Apotheker. Ausst.-Kat. Stuttgart 2003, S.49).

 

Literatur:

Wichmann, Siegfried, Carl Spitzweg. Verzeichnis der Werke. Stuttgart 2002, S. 214, WVZ-Nr. 345: um 1855 datiert. - Roennefahrt, Günther, Carl Spitzweg. Beschreibendes Verzeichnis seiner Gemälde, Ölstudien und Aquarelle. München 1960, S. 228 f., WVZ-Nr. 869.

 

Provenienz: Sammlung Prof. Friedrich J. Meder, München. - Hugo Helbing, München, Auktion "Sammlung Prof. Fr. J. Meder, München", 11. Juni 1912, Kat.-Nr. 148 (mit Abb. Tafel 35). - Süddeutscher Privatbesitz.

 

Ausstellung: Kunstverein München, "Gedächtnis-Ausstellung", Juni 1908, Nr. 32, mit dem Titel "Auf der Terrasse am Abend".



Signatur-Bez-Recto:
Rücks. Nachlass-Stempel in Blau (Lugt 2307), Etikett Galerie Zinckgraf, München, mit Nummer 21990, bezeichnet "Prov. Meder" sowie diverse Nummerierungen
Technik:
Öl
Träger:
auf Karton
Maße:
39 x 33 cm
Zustand:
Rest
Rahmen:
Rahmen besch
Provenienz:
Sammlung Prof. Friedrich J. Meder, München. - Hugo Helbing, München, Auktion "Sammlung Prof. Fr. J. Meder, München", 11. Juni 1912, Kat.-Nr. 148 (mit Abb. Tafel 35). - Süddeutscher Privatbesitz.
Ausstellung:
Kunstverein München, "Gedächtnis-Ausstellung", Juni 1908, Nr. 32, mit dem Titel "Auf der Terrasse am Abend".