Wien (?) - Bildnis eines jungen Mannes als Antinoos

Auktion 381, Kat.-Nr. 343

ALTE KUNST am 26. September 2018

Wien (?)

Bildnis eines jungen Mannes als Antinoos

Schätzpreis:
€ 6.000 bis € 8.000

Differenzbesteuerung    

Ergebnis:
€ 6.500 (inkl. 27 % Käuferaufgeld)

Beschreibung:

Wien (?)

1. Viertel 19. Jh.

 

Bildnis eines jungen Mannes als Antinoos

 

 

Halbfigur nahezu frontal, den Kopf nach rechts gewandt. Um die Schultern einen roten Mantel gelegt. Vor Wolkenfond. Öl auf Lwd. 84,5 x 64. Rest. Weiß- und goldgefasster Rahmen mit Ranken- und Muscheldekor min. besch.

 

Der für seine Schönheit berühmte griechische Jüngling Antinoos war der Geliebte Kaiser Hadrians. Nach seinem frühen Tod im Nil ließ Hadrian in seinem Angedenken Antinoopolis erbauen sowie zahlreiche Tempel errichten, auch ordnete er dem Antinoos gewidmete Festspiele an. Zahlreiche Statuen, Büsten, Gemmen und Münzen stellen ihn als Ideal jugendlicher Schönheit dar. Noch der Kunsttheoretiker, Archäologe und geistige Vater des Klassizismus, Johann Joachim Winckelmann, bezeichnete nach der Entdeckung zweier antiker Darstellungen des Antinoos im 18. Jahrhundert diese als "die Ehre und die Krone der Kunst dieser sowohl als aller Zeiten".

 

Die in die Kunst des späteren Klassizismus einzuordnende Darstellung des Antinoos ist hinsichtlich ihres Entstehungsortes nur bedingt zu lokalisieren. So beschäftigten sich u. a. sowohl in Paris und Mailand wie aber auch in Wien Künstler ersten Ranges mit vergleichbaren klassizistischen Darstellungen, bisweilen - wie im vorliegenden Fall - mit emotionalisierender Tendenz. Als Hauptvertreter dieser Kunst sind u. a. zu nennen François Gerard und sein Umkreis in Paris sowie der schulbildende Heinrich Friedrich Füger in Wien.

Helmut Börsch-Supan weist darauf hin, dass die Qualität der Malerei so ungewöhnlich ist, dass als Autor nur ein bedeutender Künstler in Frage käme und favorisiert in seinem Gutachten eine Zuschreibung des Gemäldes an den italienischen Künstler Natale Schiavoni (1777 Chioggia - 1859 Venedig). Dieser war v. a. für die Darstellung "sanfter weiblicher Charaktere" bekannt und stellte seine Werke auch im deutschsprachigen Raum aus.

 

 

Gutachten Prof. Dr. Helmut Börsch-Supan, Berlin, 15. Juni 2017, mit Zuschreibung an Natale Schiavoni.



Datierung:
1. Viertel 19. Jh.


Titel-Zusatz:
Halbfigur nahezu frontal, den Kopf nach rechts gewandt. Um die Schultern einen roten Mantel gelegt. Vor Wolkenfond


Technik:
Öl
Träger:
auf Lwd
Zustand:
Rest
Rahmen:
Weiß- und goldgefasster Rahmen mit Ranken- und Muscheldekor min. besch
Echtheit:
Gutachten Prof. Dr. Helmut Börsch-Supan, Berlin, 15. Juni 2017, mit Zuschreibung an Natale Schiavoni.
Kommentar:
Der für seine Schönheit berühmte griechische Jüngling Antinoos war der Geliebte Kaiser Hadrians. Nach seinem frühen Tod im Nil ließ Hadrian in seinem Angedenken Antinoopolis erbauen sowie zahlreiche Tempel errichten, auch ordnete er dem Antinoos gewidme