Thomas Röthel - Drehung

Auktion 413, Kat.-Nr. 332

JUNI-AUKTION

am 26. Juni 2024

Thomas Röthel

1969 Ansbach


Drehung

Schätzpreis:
€ 4.000 bis € 5.000

Differenzbesteuerung    

Ergebnis:
€ 5.200 (inkl. 30 % Käuferaufgeld)

Beschreibung:

Thomas Röthel

1969 Ansbach

Drehung


Stahl, gedreht. Beton-Sockel. Auf der Oberseite "RÖTHEL" signiert. H. 104 cm. H. (mit Sockel) 184 cm cm.


Unter den zeitgenössischen Bildhauern, die das Medium Stahl nicht nur nutzen, sondern tiefgehend erkunden, sticht Thomas Röthel besonders vor. Geboren 1969 in Ansbach, trat Röthel in die Fußstapfen seines Großvaters und Vaters und begann seine künstlerische Laufbahn als Holzbildhauer, bevor er an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg seine Fähigkeiten erweiterte. Schnell entwickelte er seine eigene Sprache im Umgang mit Stahl - einem Material, das zu seinem bevorzugten Ausdrucksmittel wurde. Die Skulptur "Drehung" illustriert eindrucksvoll Röthels künstlerischen Ansatz und Fähigkeit, Stahl - ein scheinbar unflexibles Material - in eine fließende dynamische Form zu verwandeln. Der Schaffensprozess der vorliegenden Skulptur "Drehung" basiert auf einem präzisen, wohlüberlegten Ansatz: Aus einem Ausgangsformat aus massivem Stahl, das nach spezifischen Verhältnissen von Länge, Breite und Stärke ausgewählt wird, entstehen durch gezielte Einschnitte, gleichmäßiges Erhitzen und behutsamen Biegungen Skulpturen, die sowohl physikalische Schwere als auch visuelle Leichtigkeit ausstrahlen; nachträgliche Korrekturen sind so gut wie ausgeschlossen. Ohne den Einsatz von Schweißtechniken ermöglicht Röthel den Stahl zu drehen und zu wenden, wodurch jeder Winkel der Skulptur eine neue Dimension der Betrachtung bietet. "Drehung" vereint in sich somit die Kontraste von Dynamik und Statik, Schwere und Leichtigkeit, was typisch für Röthels Arbeiten ist. Jedes Werk steht in diesem Prozess für sich und hinterfragt sowohl die materiellen als auch bildhauerischen Grenzen des virtuosen Umgangs mit diesem Werkstoff.