Abel Grimmer - Gem.Grimmer AbelTurmbau zu BabelGutachten Reine de Bertier 2005 (in Fotokopie)

Auktion 354, Kat.-Nr. 318

AUKTION A 354 / V 201 IN MüNCHEN, BARER STR.37, AM am 30. November 2011

Abel Grimmer

Gem.Grimmer AbelTurmbau zu BabelGutachten Reine de Bertier 2005 (in Fotokopie)

Schätzpreis:
€ 220.000 bis € 250.000

Differenzbesteuerung    

Ergebnis:
€ 279.400 (inkl. 27 % Käuferaufgeld)

Beschreibung:

Grimmer, Abel1592 Meister in Antwerpen - vor 1619 ebendaDer Turmbau zu Babel(Gen. 11, 1-9). Der Blick des Betrachters wird von einem erhöhten Standpunkt auf den die Darstellung beherrschenden, weit in den Himmel ragenden Turm gelenkt. Die im Entstehen begriffene Spitze desselben ist im Wolkendunst nur noch schemenhaft zu erkennen. Auf einer Terrasse rechts Nimrod mit Gefolge, den Fortschritt der Arbeiten verfolgend und den Bau mit einer großen aufgerollten Entwurfszeichnung vergleichend. Im Vordergrund links sind Arbeiter mit der Herstellung der für den Bau benötigten Ziegel beschäftigt. Ausblick auf weite Flusslandschaft. Rücks. Antwerpener Brandstempel. Öl auf Holz. 50 x 66 cm. Rest. Min. besch. - Rahmen.Provenienz: Sothebys London, 11. Juli 2002, Kat.-Nr. 106 "The Tower of Babel". Dort als eine Abel Grimmer zugeschriebene Arbeit angeboten, das Gemälde war Reine de Bertier de Sauvigny (s. u. ) offenbar noch unbekannt.Gutachten Reine de Bertier de Sauvigny, 27. Januar 2005: " [...] est à mes yeux une oeuvre dAbel Grimmer [...] On retrouve dans ce charmant tableau toutes les caracteristiques, qui font la qualité des ses oeuvres [...]".Vgl. Bertier de Sauvigny, Reine de, Jacob et Abel Grimmer. Catalogue raisonné. (Brüssel) 1991, S. 294, Nr. 1 (mit Abb. 154) "Tour de Babel": Gemälde Abel Grimmers von sehr ähnlicher Komposition (Öl auf Holz. 35,5 x 48,5 cm). Dort auch Hinweis auf weitere (z. T. zugeschriebene) Fassungen des Themas.Abel Grimmer wurde von seinem Vater Jacob in der Kunst der Malerei ausgebildet. 1592 wurde er in der Rubrik Meistersöhne als Maler in die Antwerpener Lukasgilde aufgenommen. Ein Oeuvre von rund 220 für den Künstler gesicherten Gemälden spricht für die Anerkennung und den Erfolg Abel Grimmers in seiner Zeit. Außer an den Werken des Vaters orientierte sich Grimmer auch an Gemälden Pieter Brueghels d. Ä. und Hans Bols. Ohne Brueghels "Der Turmbau zu Babel" (Rotterdam, Museum Boymans-van Beuningen) ist Grimmers vorliegende Komposition nicht denkbar, der moralisierende Sinngehalt des Brueghelschen Gemäldes (der Turmbau als Allegorie auf menschliche Überheblichkeit und deren Bestrafung) tritt jedoch zugunsten einer detailreichen Schilderung des Geschehens in den Hintergrund. In der Landschaftsdarstellung im Sinne einer sog. Weltlandschaft, wie sie auf dem angebotenen Gemälde anzutreffen ist, manifestiert sich die Kenntnis Grimmers von Arbeiten Joachim Patiniers und Herri met de Bles. Schließlich kommt das Bildthema einer Vorliebe des Künstlers für die Darstellung von Architektur und baulichen Details in kongenialer Weise entgegen. Diesbezüglich sind Anregungen aus dem Schaffen Hans Vredeman de Vries unverkennbar.