Gabriele Münter - Vom Mai

Auktion 413, Kat.-Nr. 310

JUNI-AUKTION

am 26. Juni 2024

Gabriele Münter

1877 Berlin - 1962 Murnau/Oberbayern


Vom Mai

Schätzpreis:
€ 80.000 bis € 120.000

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noch erhältlich

Beschreibung:

Gabriele Münter

1877 Berlin - 1962 Murnau/Oberbayern

Vom Mai


Garten mit Akazien. Rechts unten in Schwarz signiert. Verso auf dem Keilrahmen Papieretikett mit der Nummer "L 327". Auf der Leinwand mit dem stark verblassten Nachlass-Stempel. Öl auf Leinwand. 34,5 x 44,4 cm. Rahmen (44,5 x 53,5 cm).


Das Bild ist im Naschlass der Künstlerin unter der Nr. L 327 verzeichnet. Es wird in das von der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung herausgegebene Werkverzeichnis der Gemälde Gabriele Münter aufgenommen, April 2024.

Ausstellungen: Galerie Wilhelm Grosshennig, Düsseldorf (mit Etikett auf dem Rahmen). Deutsche und französische Kunstwerke des 20. Jahrhunderts. Gemälde-Plastiken-Aquarelle-Handzeichnungen, Abb S.79.

Kurz nach ihrer Rückkehr aus Skandinavien im Jahr 1920 wurde Gabriele Münter in der Münchner Galerie Thannhauser im Rahmen einer ersten Einzelausstellung mit einer Retrospektive ihres Werks gewürdigt. Dennoch fiel ihr- zwischen München, Murnau und Elmau bei Garmisch-Partenkirchen pendelnd-die Wiederaufnahme einer geregelten Künstlerischen Arbeit zunächst schwer. Erste Anhaltspunkte für einzelne Bilder boten sich ihr in den vertrauten Motiven von Murnau und der umgebenden Landschaft, darunter ein Garten mit Akazien. Eine Reihe von dunkelbraunen Akazienbäumen teilt das Bild einer frühlingsblühenden Landschaft, die grün und Braun gehalten wird, in die oberen und unteren Teile. Oben bildet das blasse Rosa des spitzgiebeligen Hauses am linken Bildrand einen reizvollen Kontrast. Darunter bleibt unser Blick an einer Frau mit einem Kind auf dem Arm hängen. Die rund zugeschnittenen, offenbar kurz vor dem Austrieb stehenden Akazienkronen sorgen im Spannungfeld von Weggabelung und Zaunverlauf für eine ausgeprägt rythmische Akzentuierung der Komposition. Gabriele Münter entschied sich hier - anders als in ihren frühen, großflächig und mit leuchtenden Farben gemalten Werken - für eine kleinteilige Bildorganisation aus gemischten Farben, in der jedoch, laut Lenbachhaus, "der Nachhall ihrer alten, lebhaften Pinselführung fortlebt". Das Thema des Gartens mit Akazien schien Gabriele Münter immerhin so reizvoll, dass sie es, begleitet durch Skizzen und Aquarelle, in mehrfachen Variationen aufgriff.

Provenienz: Galerie Wilhelm Grosshennig, Düsseldorf (mit Rahmen-Etikett) / Sammlung Richard König, Duisburg / Privatsammlung Rheinland

Wir danken Frau Dr. Isabelle Jansen für die freundliche Unterstützung bei der Bearbeitung.



Titel-Zusatz:
Garten mit Akazien


Signatur-Bez-Vorne:
Rechts unten in Schwarz signiert
Signatur-Bez-Recto:
Verso auf dem Keilrahmen Papieretikett mit der Nummer "L 327". Auf der Leinwand mit dem stark verblassten Nachlass-Stempel
Technik:
Öl
Träger:
auf Leinwand
Maße:
34,5 x 44,4 cm
Rahmen:
Rahmen (44,5 x 53,5 cm)
Provenienz:
Galerie Wilhelm Grosshennig, Düsseldorf (mit Rahmen-Etikett) / Sammlung Richard König, Duisburg / Privatsammlung Rheinland
Danksagung:
Wir danken Frau Dr. Isabelle Jansen für die freundliche Unterstützung bei der Bearbeitung.
Kommentar:
Kurz nach ihrer Rückkehr aus Skandinavien im Jahr 1920 wurde Gabriele Münter in der Münchner Galerie Thannhauser im Rahmen einer ersten Einzelausstellung mit einer Retrospektive ihres Werks gewürdigt. Dennoch fiel ihr- zwischen München, Murnau und Elmau bei Garmisch-Partenkirchen pendelnd-die Wiederaufnahme einer geregelten Künstlerischen Arbeit zunächst schwer. Erste Anhaltspunkte für einzelne Bilder boten sich ihr in den vertrauten Motiven von Murnau und der umgebenden Landschaft, darunter ein Garten mit Akazien. Eine Reihe von dunkelbraunen Akazienbäumen teilt das Bild einer frühlingsblühenden Landschaft, die grün und Braun gehalten wird, in die oberen und unteren Teile. Oben bildet das blasse Rosa des spitzgiebeligen Hauses am linken Bildrand einen reizvollen Kontrast. Darunter bleibt unser Blick an einer Frau mit einem Kind auf dem Arm hängen. Die rund zugeschnittenen, offenbar kurz vor dem Austrieb stehenden Akazienkronen sorgen im Spannungfeld von Weggabelung und Zaunverlauf für eine ausgeprägt rythmische Akzentuierung der Komposition. Gabriele Münter entschied sich hier - anders als in ihren frühen, großflächig und mit leuchtenden Farben gemalten Werken - für eine kleinteilige Bildorganisation aus gemischten Farben, in der jedoch, laut Lenbachhaus, "der Nachhall ihrer alten, lebhaften Pinselführung fortlebt". Das Thema des Gartens mit Akazien schien Gabriele Münter immerhin so reizvoll, dass sie es, begleitet durch Skizzen und Aquarelle, in mehrfachen Variationen aufgriff.