Lyonel Feininger - Obergrunstedt I. 1920

Auktion 413, Kat.-Nr. 308

JUNI-AUKTION

am 26. Juni 2024

Lyonel Feininger

1871 New York - 1956 ebenda


Obergrunstedt I. 1920

Schätzpreis:
€ 35.000 bis € 55.000

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Ergebnis:
€ 45.500 (inkl. 30 % Käuferaufgeld)

Beschreibung:

Lyonel Feininger

1871 New York - 1956 ebenda

Obergrunstedt I. 1920


Links unten signiert und datiert 1920. Mittig bezeichnet mit "Ober-Grunstedt I". Farbiges Aquarell über Tusche auf bräunlichem Bütten. 24 x 35 cm. Blattgröße: 28,7 x 26,5 cm. Am unteren Blattrand Reißnagellöcher und fleckig gebräunt. Blatt insg. gebräunt. Rahmen mit Museumsglas, nicht ausgerahmt (48 x 49 cm).


Besonders aber das Weimarer Land, diese für ihn neue "Alte Welt", faszinierte ihn, seit er hier 1906 zum ersten Mal seine spätere Frau Julia Berg besuchte. Dörfer wie Oberweimar, Vollersroda und Gelmeroda, die er mit dem Fahrrad erkundete, fesselten seine Phantasie, und vor allem die kleine gotische Dorfkirche von Gelmeroda, die er in unzähligen Naturnotizen und Gemälden festhielt, wurde zum Symbol einer romantisch verklärten Märchenwelt, die er in seine Comic-Strips, seine Gemälde und die frühen "Mummenschanzbilder" einfließen ließ, die von seltsam überlängten und historisch gekleideten Menschen bevölkert sind. Etwa seit Anfang der 1920er Jahre erschienen Städte und Dörfer im Lichte einer eingefrorenen Weltentrücktheit und Spiritualität. Sie bezeichnen Feiningers romantische Hinwendung zu einer Welt, die durch Massengesellschaft und Industrialisierung vor dem Untergang stand und nur noch in einer illusionären "Traumstadt" zu finden war. Als Feininger in die USA zurückkehrte, nahm er die imaginären thüringischen Dörfer in seinem Inneren mit, auch als er eine neue Linearität in seiner Malerei entwickelte und sich New Yorker Stadtansichten widmete.

Die Ausstellung "Traumstadt - Lyonel Feininger und seine Dörfer" untersucht Feiningers intensive Auseinandersetzung mit Dörflichkeit und Urbanität im Kontext zunehmender Industrialisierung und Verstädterung zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Provenienz: Achim Moeller Fine Art Advisory, New York / Privatsammlung Deutschland



Signatur-Bez-Vorne:
Links unten signiert und datiert 1920. Mittig bezeichnet mit "Ober-Grunstedt I"
Technik:
Farbiges Aquarell über Tusche
Träger:
auf bräunlichem Bütten
Zustand:
Am unteren Blattrand Reißnagellöcher und fleckig gebräunt. Blatt insg. gebräunt
Rahmen:
Rahmen mit Museumsglas, nicht ausgerahmt (48 x 49 cm)
Provenienz:
Achim Moeller Fine Art Advisory, New York / Privatsammlung Deutschland