Giovanni Bellini, Nachfolge - Maria mit dem Kind und den Hll. Andreas und Stephanus

Auktion 404, Kat.-Nr. 293

FRüHJAHRSAUKTION am 31. März 2022

Giovanni Bellini, Nachfolge

Maria mit dem Kind und den Hll. Andreas und Stephanus

Schätzpreis:
€ 10.000 bis € 15.000

Differenzbesteuerung    

Ergebnis:
€ 13.000 (inkl. 30 % Käuferaufgeld)

Beschreibung:

Giovanni Bellini, Nachfolge

zwischen 1430 und 1435 Venedig - 1516 ebenda

 

Maria mit dem Kind und den Hll. Andreas und Stephanus

 

 

L. s. bezeichnet "G.MANSVETI" (G. Mansueti) und MDXII (1512) datiert. Öl auf Lwd. 75 x 98,5 cm. Doubliert. Rest. Rahmen besch. (92 x 114,5 cm).

 

Die Bezeichnung und Datierung des Gemäldes beziehen sich auf den venezianischen Künstler Giovanni di Niccolò Mansueti (erstmals 1485 erwähnt - 1527). Im Umfeld der "Belliniani", der künstlerischen Nachfolger Gentile und v. a. Giovanni Bellinis, ist es keine Seltenheit, dass Gemälde - auch aus Gründen der Verkäuflichkeit - mit nicht zutreffenden Bezeichnungen versehen wurden. Stilistische Gründe schließen eine Autorschaft Mansuetis in unserem Falle aus.

 

Das vorliegende Gemälde zeichnet sich durch verschiedene Charakteristika besonders aus: Eine kompositionelle Anlehnung an vergleichbare Werke v. a. Giovanni Bellinis ist unübersehbar. Ausgesprochen individuell hingegen sind die klaren, emotional verhalten gegebenen Physiognomien der Dargestellten, die sachliche, abstrahierende Darstellung der Landschaft im Hintergrund, welcher der vollkommen wolkenlose Himmel - im Sinne einer rein hinterfangenden, die Konzentration des Betrachters in keiner Form ablenkenden Folie - entspricht. Auch die akkurate, nüchterne Wiedergabe des Thrones Mariens in seiner exakten perspektivischen Verkürzung beeindruckt in ihrer Monumentalität. In einigen dieser Merkmale entspricht das Gemälde den Werken des venezianischen Künstlers Vincenzo Catena (Vincenzo di Biagio; um 1470/80 - 1531).

 

Wir danken Dr. Fabio Agostini, Verona, für seine freundliche Unterstützung im Rahmen der Katalogisierung.

 

Provenienz: Lt. mündlicher Überlieferung war das Gemälde ein Geschenk von Ida Gräfin von Fries (1811-1868) an ihre Tochter. Ida war eine Tochter des Reichsgrafen Moritz Fries (1777-1826). Der gebürtige Wiener war Bankier, Industrieller sowie bedeutender Kunstsammler und -mäzen. - Seitdem in süddeutschem Adelsbesitz.



Signatur-Bez-Vorne:
L. s. bezeichnet "G.MANSVETI" (G. Mansueti) und MDXII (1512) datiert
Technik:
Öl
Träger:
auf Lwd
Maße:
75 x 98,5 cm
Zustand:
Doubliert. Rest
Rahmen:
Rahmen besch. (92 x 114,5 cm)
Kommentar:
Die Bezeichnung und Datierung des Gemäldes beziehen sich auf den venezianischen Künstler Giovanni di Niccolò Mansueti (erstmals 1485 erwähnt - 1527). Im Umfeld der "Belliniani", der künstlerischen Nachfolger Gentile und v. a. Giovanni Bellinis, ist es keine Seltenheit, dass Gemälde - auch aus Gründen der Verkäuflichkeit - mit nicht zutreffenden Bezeichnungen versehen wurden. Stilistische Gründe schließen eine Autorschaft Mansuetis in unserem Falle aus. Das vorliegende Gemälde zeichnet sich durch verschiedene Charakteristika besonders aus: Eine kompositionelle Anlehnung an vergleichbare Werke v. a. Giovanni Bellinis ist unübersehbar. Ausgesprochen individuell hingegen sind die klaren, emotional verhalten gegebenen Physiognomien der Dargestellten, die sachliche, abstrahierende Darstellung der Landschaft im Hintergrund, welcher der vollkommen wolkenlose Himmel - im Sinne einer rein hinterfangenden, die Konzentration des Betrachters in keiner Form ablenkenden Folie - entspricht. Auch die akkurate, nüchterne Wiedergabe des Thrones Mariens in seiner exakten perspektivischen Verkürzung beeindruckt in ihrer Monumentalität. In einigen dieser Merkmale entspricht das Gemälde den Werken des venezianischen Künstlers Vincenzo Catena (Vincenzo di Biagio; um 1470/80 - 1531). Wir danken Dr. Fabio Agostini, Verona, für seine freundliche Unterstützung im Rahmen der Katalogisierung. Provenienz: Lt. mündlicher Überlieferung war das Gemälde ein Geschenk von Ida Gräfin von Fries (1811-1868) an ihre Tochter. Ida war eine Tochter des Reichsgrafen Moritz Fries (1777-1826). Der gebürtige Wiener war Bankier, Industrieller sowie bedeutender Kunstsammler und -mäzen. - Seitdem in süddeutschem Adelsbesitz.