Johann Adam Klein - Pferdemarkt im Oberland

Auktion 413, Kat.-Nr. 183

JUNI-AUKTION

am 26. Juni 2024

Johann Adam Klein

1792 Nürnberg - 1875 München


Pferdemarkt im Oberland

Schätzpreis:
€ 12.000 bis € 15.000

Differenzbesteuerung    

Ergebnis:
€ 20.800 (inkl. 30 % Käuferaufgeld)

Beschreibung:

Johann Adam Klein

1792 Nürnberg - 1875 München

Pferdemarkt im Oberland


Blick auf die Zugspitze, rechts ein Dorf (Ohlstadt?). R. u. signiert und 1853 datiert. Öl auf Lwd. 47,5 x 61 cm. Rest. Rahmen min. besch. (62,5 x 75,5 cm).


Johann Adam Klein gehört zu den bedeutenden realistischen Künstlern der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Seine Leidenschaft für das Zeichnen war seit früher Jugend stark ausgeprägt, sie steht für das immerwährende Streben des Künstlers nach Objektivität in der Darstellung. So füllte er im Laufe seines Lebens mehr als 50 Skizzenbücher, deren Motive er im Atelier zu Druckgraphik und Gemälden zusammenführt. Seine Reisebilder sind von hohem topographischem Wert, seine Volksszenen - wie hier ein Pferdemarkt - sind präzise erfasst, man könnte sie als "reportagenhaft" bezeichnen.

Johann Adam Klein war der Sohn eines Nürnberger Weinhändlers. Bereits früh erhielt er eine fundierte zeichnerische und druckgraphische Ausbildung. Von 1811 bis 1818 studierte er an der Wiener Kunstakadmemie, seinen Lebensunterhalt verdiente er sich u. a. beim berühmten Verlag Artaria mit dem Malen von Staffagefiguren in topographische Ansichten. Es schlossen sich zahlreiche Studienreisen an. Sein Nürnberger Verleger und Gönner Johann Friedrich Frauenholz vermittelte ihm Kontakte zu zahlungskräftigen Auftraggebern. So reiste Klein z. B. mit der Hofequipage des Fürsten Metternich nach Ungarn, um dort edle Pferde zu porträtieren. Seit 1819 hielt sich Johann Adam Klein in Rom auf, wo er Bekanntschaft mit dem inkognito reisenden bayerischen Kronprinzen Ludwig (dem späteren König Ludwig I.) schloss. Ludwig zählte fortan zu seinen Förderern. 1821 kehrte Klein nach Nürnberg zurück. 1839 erfolgte schließlich der Umzug nach München, die Landschaft in Oberbayern übte eines besonderen Reiz auf den Künstler aus.

Was die Kombination von topographischer Exaktheit und brillanter Wiedergabe von Pferden aber auch Trachten betrifft, kann das vorliegende Gemälde als Summe seines künstlerischen Lebens gelten. Liebevoll schildert Johann Adam Klein die Details, er charakterisiert treffend verschlagene Pferdehändler, deren wohlwollende Kunden, darunter Offiziere, Studenten und Städter. Ganz links ein vornehmer Herr mit Zylinder, der sich von einer Magd, auf dem Hinterkopf die typische Münchner Riegelhaube, sein Bier zapfen lässt. Rechts im Vordergrund teilt ein Bauer den Erlös eines erfolgreichen Verkaufs mit einem Bettler, indem er Münzen auf dessen Hut legt. Der gewittrige Himmel lässt die Hauptprotagonisten des Gemäldes - die Pferde - beim plötzlichen Einfall kräftigen Sonnenlichts majestätisch aufleuchten, ihr Fell glänzt seidig, die kraftvollen Körper sind in Kleinscher Manier perfekt wiedergegeben. Die Bewegungen sind elegant und begeistern durch ihre Variation.



Titel-Zusatz:
Blick auf die Zugspitze, rechts ein Dorf (Ohlstadt?)


Signatur-Bez-Vorne:
R. u. signiert und 1853 datiert
Technik:
Öl
Träger:
auf Lwd
Maße:
47,5 x 61 cm
Zustand:
Rest
Rahmen:
Rahmen min. besch. (62,5 x 75,5 cm)