François Boucher - Studie nach dem Kopf eines Mädchens

Auktion 383, Kat.-Nr. 169

ALTE KUNST am 20. März 2019

François Boucher

Studie nach dem Kopf eines Mädchens

Schätzpreis:
€ 6.000 bis € 8.000

Differenzbesteuerung    

Ergebnis:
€ 38.100 (inkl. 27 % Käuferaufgeld)



Beschreibung:
Boucher, François
1703 Paris - 1770 ebenda

Studie nach dem Kopf eines Mädchens


Nach rechts gewandt, den Blick gesenkt. Farbige Kreiden auf Papier. 29,8 x 23,8 cm. Zart gerändert. Alt aufgezogen. Min. fleckig. Rahmen besch.

Auf dem Rahmenkarton handschriftliche Widmung "À notre cher papa, témoignage de notre grande tendresse / 26 septembre 1906 / Ninette - Robert - Georges". Ebenda Ausschnitt aus einem französischen Auktionskatalog.

Mehr als alle anderen Künstler wird François Boucher mit der Kunst des Rokoko in Verbindung gebracht. Er gilt als führender und einer der produktivsten französischen Künstler des 18. Jahrhunderts. Kaum ein Maler der folgenden Generation war vom Schaffen dieses singulären Genies unbeeinflusst, seien es Jean-Baptiste Huet, Jean-Honoré Fragonard oder viele andere. Auch seine Kritiker - wie z. B. der Philosoph Denis Diderot - konnten der unübertroffenen künstlerischen Qualität seiner Arbeiten, seinem schöpferischen Impetus widerstehen. Diderot stellte dennoch fest: "Cet homme a tout - excepté la vérité." ("Dieser Mann [resp. die Kunst dieses Mannes] hat alles - außer die Wahrheit.").
Dabei fühlte sich Boucher als "Praktiker", nur zu gerne befriedigte er die hohe Nachfrage nach seinen Werken. "Er gab seinen Zeitgenossen [...], was sie verlangten und nicht, was sie nach Meinung der Theoretiker haben sollten. Lieber als an ruhmträchtigen Aufträgen arbeitete Boucher für Kunden und den Kunstmarkt, besonders als Zeichner ..." (Alastair Laing).

Bouchers Kopfstudien erfreuten sich bei den Sammlern größter Beliebtheit und waren begehrte Sammelobjekte. Sie entstanden meist als selbständig konzipierte Kunstwerke, die in schier unüberschaubarer Zahl in Form von Druckgraphiken reproduziert wurden. Nach der vorliegenden Zeichnung konnte Alastair Laing keinen Reproduktionsstich nachweisen. Er erachtet diese als autonomes Kunstwerk, das für einen Sammler geschaffen wurde. Als Entstehungszeitraum vermutet Alastair Laing die 1750er Jahre.

Wir danken Alastair Laing, London, der am 12. Dezember 2018 die Authentizität der vorliegenden Zeichnung auf Basis einer Bilddatei bestätigte.

Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung.


Titel-Zusatz:
Nach rechts gewandt, den Blick gesenkt


Technik:
Farbige Kreiden
Träger:
auf Papier
Maße:
29,8 x 23,8 cm
Zustand:
Zart gerändert. Alt aufgezogen. Min. fleckig
Rahmen:
Rahmen besch
Provenienz:
Süddeutsche Privatsammlung.
Kommentar:
Mehr als alle anderen Künstler wird François Boucher mit der Kunst des Rokoko in Verbindung gebracht. Er gilt als führender und einer der produktivsten französischen Künstler des 18. Jahrhunderts. Kaum ein Maler der folgenden Generation war vom Schaffen