- Kronleuchter, achtflammig

Auktion 401, Kat.-Nr. 129

SOMMERAUKTION am 23. Juni 2021

 

Kronleuchter, achtflammig

Schätzpreis:
€ 22.000 bis € 24.000

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noch erhältlich
Beschreibung:

Kronleuchter, achtflammig

Berlin, um 1800-1810 Bronzewarenfabrik Werner & Mieth, zugeschr.

 

Messing, vergoldet. Glasprismenbehang. Dreistufiger Aufbau mit ornamentierten und durchbrochen gestalteten Reifen, die Arme in Vogelform. Palmetten- und Rosettendekor. H. 110 cm. Dm. 80 cm.

 

Vgl. Klappenbach, Käthe, Kronleuchter mit Behang aus Bergkristall und Glas sowie Glasarmkronleuchter bis 1810. Bestandskataloge der Kunstsammlungen, hg. von der Generaldirektion der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Berlin 2001, S. 280ff. sowie Klappenbach, Käthe, Kronleuchter des 17. bis 20. Jahrhunderts aus Messing, "bronze doré", Zinkguss, Porzellan, Holz, Geweih, Bernstein und Glas. Mit Beiträgen von Hartmann, Eric u. Kropmanns, Birgit, hg. von der Generaldirektion der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Regensburg 2019, S. 190ff.

 

Ihre Kronleuchter zieren Europas Schlösser: Werner & Mieth. 1792 gründeten Christian Gottlieb Werner und Gottfried Mieth ihre Manufaktur in Berlin. Zunächst in der Königlichen Porzellanmanufaktur als Modellierer und Bossierer tätig, machten sie sich bereits 1791 selbstständig - und zwar mit der Idee einer "Bronze und Kunstsachen Fabrik", ergo gründeten sie zusammen dem Gelbgießermeister Friedrich Luckau jun. eine Sozietät.

Über mehr als vier Jahrzehnte hinweg waren Werner & Mieth die bedeutendsten Berliner Hersteller kunsthandwerklicher Bronzewaren, darunter auch phantasievolle Kronleuchter mit feingeschliffenem Glasbehang. Vor allem dank der besonderen Qualität und der großen Bandbreite der Anfertigungen gelang es Werner & Mieth internationale Anerkennung zu gewinnen.

Mit dem Unternehmen ging es schnell bergauf. Bereits seit 1794 präsentierten Werner & Mieth ihre Kunstwerke regelmäßig mit großem Erfolg auf den Berliner Akademieausstellungen, was das Ansehen entsprechend mehrte. 1797 beschäftigte die Manufaktur, die 1822 in Werner und Neffen umbenannt wurde, über 30 Handwerker. Warenlager gab es in Berlin, Hamburg, Leipzig, Breslau und London, auch nach St. Petersburg wurde geliefert.

Wer auf sich hielt, bestellte bei Werner & Mieth, am besten kunstvolle Einzelanfertigungen. Anfang des 18. Jahrhunderts belieferte das Unternehmen Europas Fürstenhöfe. Früh in Schwung kam das Geschäft durch eine Bestellung von Wilhelmine von Lichtenau, die Mätresse König Friedrich Wilhelms II., die, bekannt für ihren guten Geschmack, mehrere königliche Wohnsitze mitgestalten dürfte. Später fertigten Werner & Mieth unter anderem Kronleuchter für das Kronprinzen Palais und die Winterkammern König Friedrich Wilhelms II. im Schloss Charlottenburg. Besondere Liebhaberstücke sind hervorragende Umsetzungen nach Karl Friedrich Schinkels Entwürfen für Europas Adelsresidenzen, die Leuchter von Werner & Mieth bis heute im schönsten Licht strahlen lässt.

 

 

Provenienz: Lt. Angaben des Vorbesitzers schwedischer Familienbesitz, vormals Berlin.



Datierung:
um 1800-1810


Maße:
H. 110 cm. Dm. 80 cm
Provenienz:
Lt. Angaben des Vorbesitzers schwedischer Familienbesitz, vormals Berlin.
Kommentar:
Ihre Kronleuchter zieren Europas Schlösser: Werner & Mieth. 1792 gründeten Christian Gottlieb Werner und Gottfried Mieth ihre Manufaktur in Berlin. Zunächst in der Königlichen Porzellanmanufaktur als Modellierer und Bossierer tätig, machten sie sich bereits 1791 selbstständig - und zwar mit der Idee einer "Bronze und Kunstsachen Fabrik", ergo gründeten sie zusammen dem Gelbgießermeister Friedrich Luckau jun. eine Sozietät. Über mehr als vier Jahrzehnte hinweg waren Werner & Mieth die bedeutendsten Berliner Hersteller kunsthandwerklicher Bronzewaren, darunter auch phantasievolle Kronleuchter mit feingeschliffenem Glasbehang. Vor allem dank der besonderen Qualität und der großen Bandbreite der Anfertigungen gelang es Werner & Mieth internationale Anerkennung zu gewinnen. Mit dem Unternehmen ging es schnell bergauf. Bereits seit 1794 präsentierten Werner & Mieth ihre Kunstwerke regelmäßig mit großem Erfolg auf den Berliner Akademieausstellungen, was das Ansehen entsprechend mehrte. 1797 beschäftigte die Manufaktur, die 1822 in Werner und Neffen umbenannt wurde, über 30 Handwerker. Warenlager gab es in Berlin, Hamburg, Leipzig, Breslau und London, auch nach St. Petersburg wurde geliefert. Wer auf sich hielt, bestellte bei Werner & Mieth, am besten kunstvolle Einzelanfertigungen. Anfang des 18. Jahrhunderts belieferte das Unternehmen Europas Fürstenhöfe. Früh in Schwung kam das Geschäft durch eine Bestellung von Wilhelmine von Lichtenau, die Mätresse König Friedrich Wilhelms II., die, bekannt für ihren guten Geschmack, mehrere königliche Wohnsitze mitgestalten dürfte. Später fertigten Werner & Mieth unter anderem Kronleuchter für das Kronprinzen Palais und die Winterkammern König Friedrich Wilhelms II. im Schloss Charlottenburg. Besondere Liebhaberstücke sind hervorragende Umsetzungen nach Karl Friedrich Schinkels Entwürfen für Europas Adelsresidenzen, die Leuchter von Werner & Mieth bis heute im schönsten Licht strahlen lässt.