Kleine Truhe - Veneto, 15. Jh.

Auktion 413, Kat.-Nr. 120

JUNI-AUKTION

am 26. Juni 2024

Kleine Truhe


Veneto, 15. Jh.

Schätzpreis:
€ 10.000 bis € 12.000

Differenzbesteuerung    

Ergebnis:
€ 16.900 (inkl. 30 % Käuferaufgeld)

Beschreibung:

Kleine Truhe

Veneto, 15. Jh.


Zypressenholz (?). Rest., best. 39 x 55 x 28 cm.


Dabei: Beiliegend (Kopie): Schreiben Heinrich Kolhaussens/Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (o.D.) an Dr. Figdor. Kohlhaussen war dort zwischen 1922 und 1933 Museumsassistent

Kastenförmig mit Deckel (lose), die Seitenwangen unten kielbogenförmig ausgeschnitten. Die Vorderwand durchbrochen mit Balusterreihe, darunter passförmig ausgeschnittene Zarge. Oberkanten, Deckel und Front mit punziertem Dekor. In Flachschnitt inmitten von Akanthusranken zentrale Darstellung der Verkündigung des Engels mit Lanze an die thronende Maria mit Lesepult, jeweils unter Kuppelarchitektur. Mittig (Lebens)brunnen. Die Zarge mit Greif und gegenständigen Panthern mit Schriftbändern. Altes Eisenschloss, besch. Deckelunterseite bez. "N 642", "F. 3410" sowie "11982/72914/Hes". Rs. Etikett "F. 3410".

Literatur: Bode, Wilhelm von, Die italienischen Hausmöbel der Renaissance. Monographien des Kunstgewerbes Bd. 6. Leipzig 1902, S. 55 Abb. 73 - Stegmann, H., Die Holzmöbel der Sammlung Figdor Wien (I), in: Kunst und Kunsthandwerk 10. Jg. 1907, S. 121-170, hier: S. 134 mit Abb. 14 - Behncke, W./Dreger, M./Falke, O. von u.a. (Hrsg.), Illustrierte Geschichte des Kunstgewerbes Bd. 1. Berlin 1907, S. 403 mit Abb. 319 - Schmidt, Robert, Möbel. Ein Handbuch für Sammler und Liebhaber. Berlin 2. Aufl. 1916, S. 69 Abb. 60 - Schottmüller, Frieda, Wohnungskultur und Möbel der italienischen Renaissance. Stuttgart 1928, S. 48 Abb. 99 - Feulner, Adolph, Kunstgeschichte des Möbels. Berlin 1927, S. 77 Abb. 70 - Schmitz, H., Das Möbelwerk. Berlin 1929, S. 78.

In Bau und Dekor vergleichbare Truhen befinden sich in verschiedenen Museumssammlungen, so der Eremitage St. Petersburg (Mb-14 u. Epr-2256) oder im Victoria and Albert Museum London (49-1882). Zur Ikonografie dieser Truhen s. Charles, Corinne, Iconographie courtoise. Amour charnel et mariage. Les coffres du Veneto, in: Limage en questions. Pour Jean Wirth. Genf 2013, S. 183-188. Im Gegensatz zu den deutlich größeren Cassoni, die die bräutliche Aussteuer aufnahmen, dienten diese kleineren Behältnisse wohl auch der Aufbewahrung von Preziosen.

Provenienz: vor 1902 Julius Böhler, München - Sammlung Figdor Nr. 3410 - Auktion Sammlung Dr. Albert Figdor Wien (11.-13.06.1930 Wien), lot 642 - dort Rückerwerb über von der Erbin beauftragte Dritte, seither im Besitz der Familie.



Datierung:
15. Jh.


Zustand:
Rest., best
Dabei:
Beiliegend (Kopie): Schreiben Heinrich Kolhaussens/Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (o.D.) an Dr. Figdor. Kohlhaussen war dort zwischen 1922 und 1933 Museumsassistent
Kommentar:
Literatur: Bode, Wilhelm von, Die italienischen Hausmöbel der Renaissance. Monographien des Kunstgewerbes Bd. 6. Leipzig 1902, S. 55 Abb. 73 - Stegmann, H., Die Holzmöbel der Sammlung Figdor Wien (I), in: Kunst und Kunsthandwerk 10. Jg. 1907, S. 121-170, hier: S. 134 mit Abb. 14 - Behncke, W./Dreger, M./Falke, O. von u.a. (Hrsg.), Illustrierte Geschichte des Kunstgewerbes Bd. 1. Berlin 1907, S. 403 mit Abb. 319 - Schmidt, Robert, Möbel. Ein Handbuch für Sammler und Liebhaber. Berlin 2. Aufl. 1916, S. 69 Abb. 60 - Schottmüller, Frieda, Wohnungskultur und Möbel der italienischen Renaissance. Stuttgart 1928, S. 48 Abb. 99 - Feulner, Adolph, Kunstgeschichte des Möbels. Berlin 1927, S. 77 Abb. 70 - Schmitz, H., Das Möbelwerk. Berlin 1929, S. 78. In Bau und Dekor vergleichbare Truhen befinden sich in verschiedenen Museumssammlungen, so der Eremitage St. Petersburg (Mb-14 u. Epr-2256) oder im Victoria and Albert Museum London (49-1882). Zur Ikonografie dieser Truhen s. Charles, Corinne, Iconographie courtoise. Amour charnel et mariage. Les coffres du Veneto, in: Limage en questions. Pour Jean Wirth. Genf 2013, S. 183-188. Im Gegensatz zu den deutlich größeren Cassoni, die die bräutliche Aussteuer aufnahmen, dienten diese kleineren Behältnisse wohl auch der Aufbewahrung von Preziosen. Provenienz: vor 1902 Julius Böhler, München - Sammlung Figdor Nr. 3410 - Auktion Sammlung Dr. Albert Figdor Wien (11.-13.06.1930 Wien), lot 642 - dort Rückerwerb über von der Erbin beauftragte Dritte, seither im Besitz der Familie.