- Pendule mit Amor

Auktion 403, Kat.-Nr. 1136

Napoleon bei Neumeister am 1. Dezember 2021 ab 18:00 Uhr

 

Pendule mit Amor

Schätzpreis:
€ 20.000 bis € 25.000

Differenzbesteuerung    

Ergebnis:
€ 23.400 (inkl. 30 % Käuferaufgeld)

Beschreibung:

Pendule mit Amor

Paris, um 1820

 

Feuervergoldete Bronze. Sockel: Griotte Rouge. Weißes Emailzifferblatt bez. "à Paris". Pariser Pendulenwerk mit 1/2 Stundenschlag auf Glocke über Schlossscheibe reguliert. Ca. 36,5 x x 27 x x 13,5 cm. Neben einer Stele, in welche die Uhr eingebaut ist, steht Amor, den rechten Arm leicht auf diese gestützt. In seiner linken Hand hält er seinen Bogen, zu seinen Füßen liegt sein Köcher mit Pfeilen und daneben ein toter Schmetterling. Das Motiv des Schmetterlings findet sich noch einmal auf dem Korb mit Blüten, der die Stele bekrönt.

Das altgriechische Wort für Schmetterling lautet Psyche. Es bedeutet nach Platon und anderen griechischen Philosophen das innere geistige Leben des Menschen, die Seele. In der griechischen Mythologie wird sie personifiziert durch Psyche, die Geliebte von Eros (Amor). Die Königstochter wird folglich als Mädchen mit Schmetterlingsflügeln oder mit einem Schmetterling in der Hand, aber auch - wie hier - nur als Schmetterling dargestellt.

Im spätantiken Text "Asinus Aureus" von Apuleius wird von der Liebesbeziehung der sterblichen jungen Frau Psyche und dem Gott der Liebe Amor erzählt. Seine Mutter Venus verbietet aus Eifersucht eine Beziehung ihres Sohnes mit dem schönen Mädchen, die sie an Schönheit übertrifft. Doch Amor verliebt sich in Psyche und mißachtet das Verbot seiner Mutter. Als Venus erfährt, dass ihr Sohn ihre Befehle missachtet und mit Psyche auch noch ein Kind gezeugt hat, zwingt sie hoch erzürnt das Mädchen, verschiedene lebensgefährlliche Aufgaben zu erledigen. Die junge Frau kann alle lösen, doch die letzte wird ihr fast zum Verhängnis. Sie eilt zu Proserpina, um ihr im Auftrag von Venus eine Büchse zu überbringen. In dieser soll die Göttin der Unterwelt Venus ein wenig von ihrer Schönheit schicken. Auf dem Heimweg öffnet Psyche die Büchse. "Aber überhaupt nichts darin und keine Schönheit, sondern ein Totenschlaf und ein recht höllischer, der, kaum vom Deckel befreit, sie befällt, sich mit einer dichten Schlummerwolke über all ihre Glieder ergießt und sie so in seiner Gewalt hat, daß sie, gerade , wo sie steht, mitten auf dem Weg hinsinkt: unbeweglich lag sie da..."

Dieser Moment ist mit dem "toten" Schmetterling zu Füßen Amors dargestellt. Doch das ist nicht das Ende der Liebesgeschichte zwischen den beiden. Amor scheucht mit seinen Flügeln den Todesschlaf in Kästchen zurück und der Schmetterling erwacht wieder zum Leben und kann sogar als unsterbliche Gattin von Amor das Leben in Form des Blumenkorbes wieder genießen.



Datierung:
um 1820