Erich Heckel

Erich Heckel

Pseudonym: -

Geburtsdaten

Geburtsdatum: 1883

Geburtsort: Döbeln/Sachsen

Sterbedaten

Sterbedatum: 1970

Sterbeort: Rudolfzell

Biographie

Erich Heckel wird am 31. Juli 1883 im sächsischen Döbeln geboren. Nach seiner Schulzeit beginnt er 1904 ein Architekturstudium in Dresden, ein Jahr darauf schließt er sich mit seinen Kommilitonen Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl und Karl Schmidt-Rottluff zusammen, um die Künstlergruppe "Die Brücke" zu gründen, deren Geschäftsführer Heckel wird. Später treten Hermann Max Pechstein, Otto Mueller und Emil Nolde der Vereinigung bei. Erich Heckel widmet sich zunächst insbesondere verschiedenen Drucktechniken, etwa dem Holzschnitt, der Lithographie oder der Radierung. Schon früh findet er zu seinem eigenen Stil. Häufig verbringt der junge Künstler zusammen mit Kirchner und Pechstein die Sommerzeit in Gesellschaft ihrer Freundinnen und Modelle bis 1910 an den Moritzburger Teichen nahe Dresden. Während dieser Aufenthalte konzentrieren sich die Maler insbesondere auf die expressive Darstellung von Akten in freier Natur. Mit Schmidt-Rottluff hält er sich darüber hinaus regelmäßig in Dangast an der Nordsee auf. Durch das gemeinsame Arbeiten der "Brücke"-Mitglieder ergeben sich starke gegenseitige Einflüsse, die zu ähnlichen Bildlösungen führen.

Im Jahre 1911 siedelt Heckel nach Berlin über, wo er das Atelier von Otto Mueller übernimmt. Er begegnet hier auch anderen einflussreichen Künstlern seiner Zeit, wie etwa Franz Marc oder August Macke, die ihn in seinem Atelier besuchen. 1912 malt er mit Kirchner zusammen die Kapelle der Sonderbund-Ausstellung in Köln aus. Im Mai 1913 wird die Künstlergemeinschaft "Brücke" aufgelöst und eine erste Sonderausstellung der Werke Heckels findet bei Fritz Gurlitt in Berlin statt. Im Ersten Weltkrieg wird er Sanitäter, 1915 bis 1918 ist er in Flandern im Einsatz, wo er Max Beckmann und James Ensor kennenlernt. Nach Kriegsende kehrt Heckel nach Berlin zurück. Er engagiert sich als Mitglied des "Arbeitsrates für Kunst" und wird Mitglied der "Novembergruppe". Die Sommer dieser Zeit verbringt er vorwiegend im Dörfchen Osterholz an der Flensburger Förde. Im Jahre 1923 zeigt Heckel bei dem bedeutenden Kunsthändler und Verleger Israel Ber Neumann seine bis dato bedeutendste Graphikausstellung. Zur selben Zeit arbeitet der Künstler an einer Raumausstattung im Erfurter Angermuseum in Secco-Technik, den "Stufen des Daseins".

In den folgenden Jahren reist Heckel in die Alpen, nach Südfrankreich, Nordspanien und Italien. 1937 werden insgesamt 729 Arbeiten des Künstlers aus den deutschen Museen entfernt und beschlagnahmt. In der Ausstellung "Entartete Kunst" ist Heckel ebenfalls vertreten. Im Jahr 1944 wird Heckels Berliner Atelier durch einen Bombenangriff zerstört und ein Großteil seiner Arbeiten, insbesondere Zeichnungen und Druckstöcke vernichtet. Daraufhin beschließt Heckel nach Hemmenhofen am Bodensee umzusiedeln, wo auch Otto Dix lebt. Nachdem 1948 die ersten beiden monographischen Arbeiten über Heckels Werk erscheinen, erhält er im darauf folgenden Jahr einen Lehrauftrag an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe, den er insgesamt sechs Jahre inne hat. 1953 finden anlässlich des siebzigsten Geburtstages und zehn Jahre später anlässlich des achtzigsten Geburtstags von Erich Heckel Einzelausstellungen in zahlreichen Städten Deutschlands statt. Überdies erhält der Künstler eine Reihe von Ehrungen und Preise: das Große Bundesverdienstkreuz (1956), den Kunstpreis der Stadt Berlin (1957) sowie des Landes Nordrhein-Westfalen (1961). Erich Heckel stirbt am 27. Januar 1970 in Radolfzell am Bodensee.