Nathaniel Sichel

Nathaniel Sichel

Pseudonym: -

Geburtsdaten

Geburtsdatum: 1843

Geburtsort: Mainz

Sterbedaten

Sterbedatum: 1907

Sterbeort: Berlin

Biographie

Nathaniel Sichel wird 1843 in Mainz geboren und studiert an der Kunstakademie in Berlin als Meisterschüler von Julius Schrader. Eine besondere Vorliebe hegt Sichel für historische und biblische Bildthemen, insbesondere Frauen in orientalisierender oder antikisierender Kostümierung bringen dem Künstler schon bald internationale Bekanntheit ein. Der junge Sichel hält sich längere Zeit in Rom auf und setzt sein Studium in den 1860er Jahren in Paris fort. Hier malt er ein Porträt der Gräfin von Erneutes, das 1865 im Salon de Paris, dem Mittelpunkt des damaligen Kunstbetriebes, ausgestellt wurde. In der Folgezeit bereiste der Künstler verschiedene Städte in Deutschland, bevor er ab 1874 dauerhaft in Berlin ansässig wird.

Zentral für seine Kunst sind die idealisierenden Darstellungen von Frauen, die in verschiedenen Variationen auftreten. Ob Madonna mit Kind oder Salome - Sichel versteht es, seine Figuren durch einen weichen, leichten Pinselstrich, sinnliche Farbgebung und präzise Linienführung einfühlsam zu charakterisieren. Besonders ist auch Sichels Fähigkeit, Oberflächen von unterschiedlicher Beschaffenheit, wie die unterschiedliche Struktur und Machart von Gewändern malerisch darzustellen. Hinsichtlich der Malweise und Motivwahl ist Sichel stark beeinflusst von seinem akademischen Meister Friedrich Anton Schrader, der vor allem für seine Porträts und Historiengemälde berühmt war. Nathaniel Sichel stirbt am 12. April 1907 in Berlin. Seine Bekanntheit ist zu Lebzeiten so groß, dass unter anderem die Königlich Porzellanmanufaktur Berlin (KPM) die Motive seiner Bilder aufgreift und auf Geschirr und Fliesen abbildete. Heute ist der Künstler mit zahlreichen Werken in öffentlichen Sammlungen vertreten, so im Mainzer Landesmuseum ("Sakountala"), im Kunstmuseum Moritzburg in Sachsen-Anhalt ("Die Bettlerin vom Pont des Arts") oder im Kulturhistorischen Museum in Rostock ("Salomé").