Emil Nolde - Tulpen (rot, gelb, blau). 1953/54

auction 924, Lot 1070

JUBILEE AUCTION 90 Years Rudolf Neumeister on 1 December 2015

Emil Nolde

Tulpen (rot, gelb, blau). 1953/54

estimate:
€ 100.000 to € 150.000

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result:
€ 152.400 (incl. 27 % buyer's premium)

description:

Nolde, Emil

1867 Nolde/Kreis Tondern - 1956 Seebüll

 

Tulpen (rot, gelb, blau). 1953/54

 

Aquarell auf Japan

35,2 x 47,1 cm

 

Links unten mit Bleistift signiert "Nolde". Mit einer Echtheitsbestätigung von Prof. Dr. Manfred Reuther, Stiftung Ada und Emil Nolde, Seebüll, vom 13. Oktober 2015. Das Aquarell ist in der Ada und Emil Nolde Stiftung registriert. Wir danken Herrn Prof. Dr. Manfred Reuther für die Bestätigung der Authentizität. Rahmen.

 

Provenienz: Privatbesitz Süddeutschland

 

Das farbintensive Aquarell "Tulpen (rot, gelben blau) gehört zu den repräsentativen Arbeiten im Spätwerk Emil Noldes, in dem seine Meisterschaft in der Aquarellmalerei deutlich wird.

Nolde war seit jeher angezogen von der gestalterischen Kraft der Natur und dem üppigen Reichtum der Blumen. Die ersten Blumenmotive entstehen auf der Insel Alsen im Jahr 1906, bis zu seinem Lebensende sollte die große Varietät der Blüten, ihre Farben und Ausdruckskraft Nolde zu immer neuen Gestaltungen anregen. Sein blühender von Stauden, Sommer- und Herbstblumen bewachsener Garten in Seebüll lieferte dem Künstler stets neue Inspiration, um leuchtende Farbklänge in all ihrer natürlichen Schönheit zu finden.

"Seine ausgeprägte Nähe zur Natur suchte Nolde kongenial im Aquarell umzusetzen, mit dem er seine innersten Regungen und künstlerischen Intentionen im Malvorgang selbst zu gestalten vermochte. Mit vollgetränktem, schwerem Pinsel und in raschen, fast organisch sicheren Abläufen wurden die Bilder virtuos aus der Farbe geboren; sie wurde von den weichen, saugfähigen Japanpapieren begierig aufgenommen, sodass beide zu einer natürlichen unauflöslichen Einheit zusammenfanden. Die reinen ungebrochenen Farben, der direkte Auftrag, die Unregelmäßigkeiten und fließenden Übergänge, die Flecken und Verläufe, überhaupt das Einbeziehen des kontrollierten Zufalls in den Gestaltungsvorgang korrespondieren in besonderem Maße mit der Eigenheit der pflanzlichen Motive, entsprechen in der Umsetzung dem Wesen und Erscheinungsbild der Blumen, Blüten und Blätter, dem Organischen, dem Werden und Vergehen sowie der gedrängten Dichte des Gartens" (Manfred Reuther, Landschaften, Gärten und Meere - Emil Noldes Schaffen aus der Farbe, in: Emil Nolde. Farben heiss und heilig, Ausst. Kat. Stiftung Moritzburg Halle/Saale, 2011).