NOCH ERHÄLTLICH - GEMÄLDE KLASSISCHE MODERNE AUS DER DEZEMBER AUKTION

Lesser Ury - Auf dem Balkon des Café Bauer, Berlin. 1889

Auktion 69, Kat.-Nr. 1000

Schätzpreis € 130.000 bis € 180.000
noch erhältlich

Max Liebermann - Tennisplatz am Meer - Studie. 1901

Auktion 69, Kat.-Nr. 1001

Schätzpreis € 80.000 bis € 120.000
noch erhältlich

Hermann Max Pechstein - Keitelkähne. 1920

Auktion 69, Kat.-Nr. 1004

Schätzpreis € 350.000 bis € 450.000
noch erhältlich

Max Slevogt - Waldlandschaft bei Neukastel, Baumwipfel. 1921

Auktion 69, Kat.-Nr. 1005

Schätzpreis € 60.000 bis € 80.000
noch erhältlich

Werner Friedrichs - Generalprobe. Prozession. 1990 und 1993

Auktion 69, Kat.-Nr. 1057

Schätzpreis € 1.000 bis € 1.500
noch erhältlich

DAS KÖNNTE AUCH INTERESSANT SEIN
HIGHLIGHTS UND ARTIKEL - GEMÄLDE KLASSISCHE MODERNE (Dezember 2020)
IMPRESSIONISMUS

LESSER URY (1861 Birnbaum / Posen - 1931 Berlin)

KAISERS KAFFEE

Wie das Café Bauer in der Gründerzeit zum gesellschaftlichen Treffpunkt Berlins wurde

Heute würden vermutlich iPads auf den Tischen liegen. WLAN und Steckdosen für jeden Platz garantiert. Klar, ist das handlicher. Klar, kann man Kaffee und Topfenstrudel besser genießen, wenn eine aufgefaltete Zeitung nicht Tasse und Teller bedeckt. Und doch: Was muss das für ein Bild gewesen sein, zu des Kaisers Zeiten das Berliner Café Bauer zu betreten und zu sehen, dass die Leute hier nicht nur ins Gespräch über Gott und die Welt vertieft waren, sondern vor allem eins machten:

Zeitung lesen! Nicht irgendwelche Lokalblättchen, sondern Zeitungen, Wochenschriften und Broschüren von über 300 Titeln aus der ganzen Welt, die im Lesesaal des Café Bauer für Gäste auslagen. 30 000 Mark (heute rund 223 000 Euro) ließ sich Mathias Bauer die Anschaffung der Lektüre jährlich kosten.

Bauer, zuvor schon in Wien in der Branche tätig, eröffnete das nach ihm benannte Café am 13. Oktober 1877 Unter den Linden. Es zählte damit zu den ersten Häusern im Wiener  Kaffeehaus-Stil in der Hauptstadt und fand später viele Nachahmer. Unter den Linden – was für eine Lage! Und wie praktisch und geschäftsfördernd, dass sich der Boulevard längst von einer vornehmen Wohnstraße zur Flaniermeile mit Hotels, Restaurants, Cafés, Banken, Agenturen, Geschäften und prunkvollen Passagen gewandelt hatte. 

Hier war er zu spüren, der Puls der Stadt, die als vibrierende Metropole des jungen, vor Selbstbewusstsein strotzenden Kaiserreiches für den Aufbruch in eine neues – und nach damaliger Lesart – unzweifelhaft glorreiches Zeitalter stand. Nichts schien unmöglich in diesen Gründerjahren, die ja auch von einer unersättlichen Neugier auf die Welt geprägt waren. Und im Café Bauer wusste man, diese Neugier zu befriedigen.

Das staatliche Eckgebäude an der Kreuzung zur Friedrichstraße besaß ein hohes Dach mit Gaubenreihen und einem Ecktürmchen, das eine Zwiebelkuppel trug. Hinter der imposanten Fassade verbargen sich ein prunkvoll ausgestatteter Saal im Parterre sowie im Obergeschoss Billard-, Lese- und Damenzimmer, Gesellschafts- und Spielsaal. Vor der oberen Etage des Cafés waren durchgehende Balkons angebracht, auf denen die Gäste im Freien sitzen konnten – ein stark nachgefragter Ersatz für die in Berlin so beliebten Straßenterrassen, Unter den Linden jedoch baupolizeilich verboten waren.

Aber es waren nicht nur die technischen Raffinessen, die das Bauer zu einem der angesagtesten Treffpunkte der Stadt machten. Das Café stand auch für gelebte Weltoffenheit. Das gefiel vor allem Künstlern, unter ihnen die Maler und Grafiker der Berliner Secession. Auch für Lesser Ury (1861– 1931) wurde das besondere Haus zu einem der am meisten frequentierten Orte der Stadt – und findet sich unter den Kaffeehausszenen des Künstlers, die sich bereits zu seinen Lebzeiten in Sammlerkreisen großer Beliebtheit erfreuten, wiederholt dargestellt. Dabei wählte er als Sujet nicht den prächtigen Saal im Erdgeschoss, sondern den Lesesaal der 1. Etage. Hier widmete Ury sein Augenmerk nicht ausschließlich der Darstellung des Innenraums, den er bei Tag und am Abend mit variierendem Bildausschnitt malte. Sein Fokus lag vielmehr auf dem Spiel zwischen Innen- und Außenansicht von Interieur und öffentlichen Raum, dessen Licht sich in den Scheiben der stets offenen Balkontür spiegelte, der Beleuchtung des Caféraumes und den am Abend erleuchteten Straßenlaternen.

Auch das 1889 entstandene Gemälde „Auf dem Balkon des Café Bauer, Berlin“, das im Dezember bei NEUMEISTER zur Versteigerung kommt, zeigt, wie meisterhaft Ury die Stimmung des Cafés und den Geist auf Leinwand zu bannen vermochte. Sein Betrachter gesellt sich zu den Gästen, die über die Balkonbrüstung hinweg schauend am Treiben auf
dem Boulevard aufmerksam teilnehmen. Der Betrachter wird Teilhaber des Geschehens und sein Blick folgt unwillkürlich dem Herrn mit Zylinder, der mit Interesse den dichten Verkehr der Pferdedroschken auf dem Boulevard zu verfolgen scheint.

Lesser Ury griff auf die Ansicht des Balkonblicks des Café Bauer später noch mehrmals zurück. Um 1920 schuf er zum Beispiel eine Lithographie, die sich in Details eng an das Gemälde von 1889 anlehnt. Jahrzehnte später verwandte er die Balkonszene für ein weiteres Gemälde, das in der Frühjahrsausstellung der Berliner Secession 1928 zu sehen war.

Doch viel hatte sich seitdem geändert: So hieß das Café Bauer 1924 infolge eines Eigentümerwechsels nun „Café Unter den Linden“ und auf dem Boulevard sind die Pferdedroschken von Automobilen verdrängt worden. Einmal mehr bricht in Berlin eine neue Zeit an.

MAX SLEVOGT (1868 Landshut - 1932 Neukastel)

GEDANKEN ZU MAX SLEVOGT.

Von Gudrun Müller, NEUMEISTER-Expertin für Klassische Moderne, Post War und Zeitgenössische Kunst.

„Neukastel“ entwickelt sich im Rahmen von Slevogts Freilichtporträts zu einem äußert beliebten Motiv. Der Maler fokussiert sich in diesen Landschaftsgemälden jedoch nicht auf eine Gesamtdarstellung, sondern wählt einzelne, belebte und herausragende Orte aus: das Gästehaus mit dem fein säuberlich angelegten Blumenbeet, den prächtigen Birnenbaum, das geschäftige Treiben zur Zeit der Weintraubenlese oder die Baumwipfel der  Waldlandschaft“, die in unserer Weihnachtsauktion versteigert wird. 

Slevogts Kriegserfahrungen bestärken die Liebe zu Natur und Heimat. Die Landschaft schenkt ihm Kraft und so sind die Bildnisse mehr als bloße Darstellungen des Existierenden, dienen vielmehr als Hilfestellung im Umgang mit dem Erlebten und Gesehenen. Neukastel ist in diesem Sinne Rückzugsort und Gegenentwurf zu den schwierigen Lebens- und Arbeitsbedingungen an seinem Hauptwohnsitz in Berlin.

Tipp: Auch heute lohnt sich ein Abstecher in die Pfalz. Leider ist die Slevogt-Galerie im Schloss Villa Ludwigshöhe in Edenkoben wegen Umbauarbeiten bis 2022 geschlossen — tröstet man sich bis dahin halt mit dem Anblick der idyllischen Landschaft und gutem Pfälzer Wein!

MAX LIEBERMANN (1847 Berlin - 1935 ebenda)

AUSZEIT

Ok, da ist diese schicke Villa am Wannsee, aber die Sommer verbringt Max Liebermann (1847–1935) am liebsten am Meer, bevorzugt im holländischen Nordseebad Scheveningen.

Die Heiterkeit und Schönheit der Welt im Bild festhalten, nicht mehr wollte Max Slevogt (1868–1932). Und lag damit nicht falsch, denn solche Gemälde sind zu Lebzeiten des Künstlers gefragt. Heute zählen sie zu den bedeutendsten Werken deutscher, impressionistischer Malerei.

Slevogts Inspirationsquelle ist die freie Natur. Insbesondere die Landschaften der Pfalz, der er sich durch regelmäßige Besuche in der Kindheit seit jeher tief verbunden fühlt, werden zu seiner Provence. Kurz nach der Heirat erwirbt der Maler 1914 sogar den 40 Kilometer westlich von Speyer in Neukastel gelegenen Landsitz seiner Schwiegereltern und verewigt das Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert samt umliegender Natur immer wieder in heiteren Kunstwerken.

In Neukastel verbringt der bärtige Mann unbeschwerte Sommertage im Kreise der Familie, sonnte sich nackt auf der Wiese, streift wandernd, jagend und malend durch die Gegend. Und wenn die Sonne die Weinberge mal wieder in goldenes Licht taucht und der Wind sanft über die Hügel streift, lässt er den Pinsel auch gerne liegen: „Heut mal’ ich nicht, heut ist’s viel zu schön.“

Mit spektakulären Innovationen und bis dahin unerhörtem Luxus sorgte das Café Bauer für Aufsehen. So erstrahlte es 1884 als erstes öffentliches Lokal in Berlin in elektrischem Licht und stand damit an der Spitze der Elektrifizierung des bis dahin noch weitgehend mit Gas beleuchteten wilhelminischen Berlins. Im Keller befand sich ein eigenes Stromerzeugungsaggregat, und damit die Dampfturbine sich nicht zu sehr aufheizte, zwackten die Kellner Stangeneis aus dem Champagnerkeller ab, um sie damit zu kühlen.

Auch im Sommer des Jahres 1901 hält sich der Malerfürst dort auf. Doch etwas ist anders: Mit dem neu anbrechenden Jahrhundert haben sich Liebermanns Themen geändert.

Hatte er bis dahin vor allem dörfliche Landschaften und Szenen des Alltags- und Arbeitslebens dargestellt, so wählt er nun unbeschwerte Strandszenen mit Badenden im Meer und sportliche Motive mit Reitern und Tennisspielern als Sujets.

Im Scheveningen des Jahres 1901 beschäftigt sich Liebermann erstmals mit dem Motiv „Tennisspieler am Meer“ und fertigt dort als Vorlage für ein Gemälde, das im Winter in seinem Berliner Atelier entstehen wird, kleinere Skizzen und Studien an, darunter auch die im Dezember bei NEUMEISTER zur Versteigerung kommende Arbeit „Tennisplatz am Meer – Studie“.

Der Bildausschnitt zeigt einen von drei Seiten begrenzten Rasen-Tennisplatz ohne Netz. Am rechten Bildrand sind zwei elegante Damen in weißen Kleidern zu sehen. Die Linke steht vor dem vor dem Strandkorb, die Rechte hat sich in ihm niedergelassen. Am Horizont der lichttrunkenen Szene ist das Meer zu erkennen.

Nichts ist auf dem in zurückhaltenden Pastellfarben aufgetragenem Werk zu spüren von sportlichem Ehrgeiz. Vielmehr geht es auf dem Platz entspannt und beschaulich zu. Die weiblichen Figuren, die im leeren Raum isoliert wirken, scheinen mehr an Schwätzchen als an Schmetterbällen interessiert zu sein. Allzu gerne nehmen legen sie also am Rand des Spielfeldes eine geruhsame Auszeit ein.

Tennis am Meer, das war zu Liebermanns Zeiten ein Freizeitvergnügen, das nur einem kleinen Kreis vorbehalten war. Und Frauentennis galt als besonders exotisch. Doch die Damen, die Liebermann auf den Platz schickt, ruhen gelassen in ihrer großbürgerlich behüteten Welt. Was soll ihnen schon passieren?

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EXPRESSIONISMUS

HERMANN MAX PECHSTEIN (1881 Zwickau - 1955 Berlin)

ARBEIT. FREUDE. WUT. STURM.

Max Pechstein und die ostpreußische Künstlerkolonie Nidden

„Hier ist Arbeit, Freude, Wut, Sturm. Leinwände reichen nicht aus, Hände auch nicht“, schreibt Max Pechstein im September 1919 aus Nidden an seine Freunde. In dem kleinen Fischerort an der Kurischen Nehrung im ehemaligen Ostpreußen malt der Expressionist zahllose Bilder: Wege in den Dünen, Mittag im Haff, Strand an der Kurischen Nehrung, Spiegelungen, Fischerboote in Nidden und Kutter im Sturm.

 Ahrenshoop, Worpswede und eben auch das Dörfchen Nidden, das heutige Nida in Litauen: Künstlerkolonien haben in Deutschland Tradition. In freier Natur traf man sich dort in unverdorbener, freier Natur und ländlicher Idylle zum Arbeiten, Gedankenaustausch und Feiern. Gerne führten die Stadtfluchten ans Meer, denn da fegte die frische Brise störende Gedanken aus dem Hirn. Kein Wunder also, dass Nidden, die älteste Künstlerkolonie der Ostseeküste, um die Jahrhundertwende zum bevorzugten Ferien- und Schaffensort für deutsche Künstler und Intellektuelle wird. Als perfektes Hideaway für ausgebrannte Städter was das einsame, von Dünen umgebene Nidden geradezu perfekt.

Literaten entdeckten den abgelegenen Fischerort in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts für sich, fasziniert von der Landschaft und dem Lebensrhythmus der Fischer; später gesellten sich andere Künstler hinzu. Schüler und Lehrer der Königsberger Kunstakademie fanden hier Inspiration, aber auch namhafte auswärtige Künstler schätzten den Ort und die umliegende Landschaft als Inspirationsquelle. Mit von der Partie war unter anderem Lovis Corinth (1858–1925), den es während seiner Studienzeit an der Akademie auf die Kurische Nehrung zog, wo er unter anderem den Friedhof von Nidden malte.

Anfang des 20. Jahrhunderts kamen sie dann alle: Schauspieler und Schriftsteller, Maler, Literaten, Fotografen und Komponisten entdeckten Nidden als Ruheort und Quelle der Inspiration. Bevorzugt quartierte sich die illustre Gesellschaft im Gasthaus von Hermann Blode ein, hörte Gedichte und Musik, diskutierte auf der Veranda beim Schein kleiner Petroleumlämpchen bis in die tiefe Nacht. Vertreter verschiedenster Stilrichtungen bildeten den Niddener Kreis, von Realisten, Symbolisten und Naturalisten bis hin zu Im- und Expressionisten war alles dabei. Und man kann sich vorstellen, wie heiß es bei den Gesprächen an der Ostsee herging – Gespräche, die bereicherten und sich immer auch auf die künstlerische Entwicklung der Beteiligten auswirken sollten.

Insbesondere durch die Maler der Kunstvereinigung „Brücke“ machte sich Nidden einen Namen. Max Pechstein (1881–1955) kam mehrmals und Karl Schmidt-Rottluff (1884–1976) besuchte Nidden 1913, als es die Brücke schon nicht mehr gab. Nach dem Ersten Weltkrieg bildeten Schüler der Königsberger Kunstakademie dann die nächste Generation des Niddener Kreises. Aber vor allem dem deutschen Landschaftsmaler Ernst Mollenhauer (1892–1963) war es schließlich zu verdanken, dass die Kolonie in den 1920er und 30er Jahren eine erneute Blütezeit erlebte. „Es war eine Malerlandschaft mit Licht und Raum und Wasser und Sonne. [...] Nidden war der Treffpunkt für Künstler und alle, die nach dem Erleben der un- berührten Natur suchten und jede Art von Trubel verachteten“, schrieb er über sein Malerparadies. Einige Künstler ließen sich in dieser Zeit in Nidden sogar Sommerhäuser im einheimischen Stil bauen, unter ihnen auch Thomas Mann. Mit dem Zweiten Weltkrieg kam das endgültige Aus für die Künstlerkolonie, die für die Entwicklungen des deutschen Expressionismus eine so bedeutende Rolle gespielt hatte. Was bleibt, sind Erinnerungsbilder.

MAX PECHSTEIN zog zum ersten Mal im Sommer 1909 nach Nidden. Es waren die Landschaftsbilder von Ernst Bischoff-Culm (1870–1917), die ihn im gleichen Jahr in einer Ausstellung in Berlin neugierig gemacht hatten. Später sollte er bis 1939 noch fünf Sommer in Nidden verbringen, für den Künstler eine Zeit der Leichtigkeit und Harmonie, in der zahlreiche seiner expressionistischen Bilder entstanden – so auch das Ölgemälde „Keitelkähne“ (1920), das im Dezember bei NEUMEISTER aufgerufen wird

Keitelkahn
Der Name deutet es an: Kurenkahn ist der Sammelbegriff für Bootstypen, die bis Ende des Zweiten  Weltkriegs vor allem auf dem Kurischen Haff unterwegs waren. Sie wurden dort als Fischer- oder Transportboote eingesetzt. Zur Familie der Kurenkähne zählten neben Bradden- und Kurrenkähnen auch die rund zehn Meter langen Keitelkähne. Der größte dieser drei Bootstypen war unter anderem daran zu erkennen ist, dass Fock und Brummer gemeinsam gesetzt waren. Diese Kähne fischten mit dem Keitel,  einem trichterförmigen Schleppnetz. Noch heute gibt es auf dem Kurischen Haff im litauischen Teil einige wenige Kurenkähne, die an die historischen Vorbilder angelehnt sind und vor allem für Touristenfahrten eingesetzt werden.

BESTE PROVENIENZ

Die Provenienz der „Keitelkähne“, die aus einer Berliner Privatsammlung stammen, lässt sich bis zum Künstler selbst zurückverfolgen. Pechstein soll das Bild seinem Hausarzt und Nachbarn geschenkt haben. Allerdings spielten Keitelkähne zuerst keine tragende Rolle (nur ganz klein rechts oben im Bild). Vielmehr sind hier die Porträts einer Frau und eines Jungen zu sehen. Es handelt sich um „Frank mit Kindermädchen Anna Gärtner“. Da das Sujet bei den

Beschenkten – so jedenfalls die Angaben der Arztwitwe – allerdings nicht so gut ankam, bemalte Pechstein die Leinwand- Rückseite später kurzum mit Keitelkähnen, die seitdem das Hauptbild zieren. Die ursprünglichen Porträts wurden auf die Rückseite verbannt, wo sie sich heute noch befinden.

Das Gemälde – eigentlich sind es ja zwei (!) – befand sich bis Ende der 1980er-Jahre im Besitz der Familie des ehemaligen Hausarztes von Max Pechstein. Es wanderte nicht durch mehrere Auktionen und wird von NEUMEISTER im Dezember somit „marktfrisch“ angeboten.

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