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NEUMEISTER
Münchener Kunstauktionshaus
Barer Straße 37
80799 München
T +49 (0) 89 23 17 10 - 0
F +49 (0) 89 23 17 10-55
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Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag 9-17:30 Uhr






GALERIE NEUMEISTER AUSSTELLUNG

EINEM LENBACH IN DIE AUGEN SCHAUEN

Ausstellung anlässlich des 175. Geburtstages des Künstlers Franz von Lenbach

Kuratiert von Dr. Helmut Hess und Dr. Rainer Schuster

3. Dezember 2011 bis 21. Januar 2012
Eröffnung: 2. Dezember, 18-20 Uhr

19. Dezember 2011 bis 7. Januar 2012 geschlossen

„Einem Lenbach in die Augen schauen!“ Mit diesen Worten beschrieb 1905 die Kunstkritikerin Anna Spier im Kunstjournal „Die Kunst unserer Zeit“ eine von der Münchner Künstlerschaft organisierte umfangreiche Ausstellung von Werken des im Vorjahr verstorbenen Franz von Lenbach. Lenbach (13. Dezember 1836 Schrobenhausen - 6. Mai 1904 München) wurde von seinen Zeitgenossen als „Augenmaler“ gefeiert, un grand liseur d’âmes, wie ihn die Franzosen nannten. Sie schätzten in ihm den Seelenleser, den Seelenmaler, der mit den Augen des Künstlers Wesen und Charakter seines Modells zu fassen vermag, dabei aber gleichzeitig im gemalten Werk seinen spezifischen, malerischen Blick auf den Porträtierten offenbart.

Die Ausstellung umfasst rund 50 Exponate mit Gemälden, Pastellen, Skizzen sowie Fotografien, die aus dem Nachlass des Künstlers stammen und teilweise sogar erstmals öffentlich gezeigt werden. Es ist die zweite Ausstellung in der Galerie NEUMEISTER, die einem Münchner Künstlerfürsten gewidmet ist: Im November 2010 wurde Franz von Defregger gezeigt.

Der Blick der Präsentation richtet sich einerseits auf den „typischen“, stilbildenden Lenbach. Vor allem in seinen Porträtdarstellungen setzte er Maßstäbe und entwickelte eine verbindliche Bildsprache, die dem Repräsentationsbedürfnis des gehobenen Bürgertums wie auch des Adels entgegenkam. Seine Porträtreihe liest sich wie ein who is who der gesellschaftlichen Elite dieser Zeit. Bis heute sind vor allem seine zahlreichen Bismarck-Porträts bekannt, was ihm den Titel eines Bismarck-Malers einbrachte. Ein Beispiel wird ebenfalls gezeigt.

Andererseits werden Arbeiten des Malerfürsten präsentiert, die dieses gewohnte Klischee durchbrechen und einen äußerst sensiblen und reflektierten Künstler offenbaren. Darüber hinaus wird sein moderner Umgang mit der Fotografie in einigen aussagekräftigen Beispielen thematisiert. Unter den Exponaten befinden sich zudem Arbeiten von Lenbachs zweiter Ehefrau, Lolo (Charlotte) von Hornstein, Tochter eines Komponisten und Liederdichters. Lolo von Hornstein hatte selbst künstlerische Ambitionen, sie nahm Unterricht bei Carl von Piloty, Lenbachs einstigem Akademielehrer, und bei Nikolaus Gysis.


VERGANGENE AUSSTELLUNG

Sonderauktion shape__ Skulptur der Moderne und der zeitgenössischen Kunst

Vorbesichtigung 22. Oktober bis 6. November 2011
in der Galerie NEUMEISTER, Gabelsbergerstraße 17
Evening Sale am 10. November 2011 ab 18.30 Uhr im Kunstauktionshaus NEUMEISTER


Anlässlich des Jubiläums der 50. Auktion Moderne am 10. November 2011 bietet NEUMEISTER mit der Sonderauktion shape__ Skulptur der Moderne und der zeitgenössischen Kunst ein weiteres Versteigerungshighlight. shape__ ist ein Evening Sale ab 18.30 Uhr im Anschluss an die reguläre Moderne-Auktion. Der Fokus liegt dabei auf einem Querschnitt der europäischen Bildhauerkunst des 20. Jahrhunderts mit erfrischenden Beiträgen aus der zeitgenössischen Kunstszene. Es werden ausschließlich national und international etablierte Künstler aufgerufen - von der Kleinplastik bis zur Großskulptur.

Vertreten sind zahlreiche Künstler der Arte Povera wie Jannis Kounellis, Giulio Paolini oder der am 22. August 2011 verstorbene documenta-Teilnehmer Vettor Pisani, dem 2005 eine Ausstellung in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus gewidmet war und der sechsmal auf der Biennale von Venedig vertreten war. Yves Klein ist mit einer „Vénus Bleue“ vertreten; witzig-ironische Töne kommen von Erwin Wurm und Jonathan Meese.

Ein weiteres Auktions-Highlight stellt ein Vertreter der Konzeptkunst und des Minimalismus, Sol LeWitt. Er präsentierte 1988 eine Arbeit aus seiner Werkserie der „Komplexen Formen“ auf der Biennale von Venedig. Die dreiteilige „Complex Forms No. 19” (1988, Taxe € 90.000 – 120.000) steht für eine neue Auffassung von plastischer Kunst, für die Sol LeWitt nicht die Bezeichnung „Skulptur“ gelten lässt. Ein Merkmal seiner als „Strukturen“ betitelten Werke ist die neutrale, geometrische Form und weiße Farbgebung, die jede bildliche Assoziation vermeidet. Der Betrachter soll die Aufmerksamkeit auf sich richten und so eine Erfahrung machen, die das „komplexe“ ästhetische Erlebnis abrundet.

Anders als sein Freund Yves Klein, der sein Werk der „Leere“ widmete, machte Arman – nicht ohne Lust an der Provokation - das „Volle“ zum Motto. In den frühen 60er Jahren fand er zu den „Accumulations“, sein Markenzeichen bis heute. Dabei gruppierte er eine Ansammlung von Rasierapparaten wie in „Barbecube“ (1970, Taxe € 8.000 – 10.000) zu einem Objekt von malerischer wie skulpturaler Qualität. In der Tradition von Duchamps Readymades und in Fortführung der dadaistischen Collage erfährt der seiner Funktion enthobene Alltagsgegenstand eine ästhetisch-kulturelle Aufwertung.

Giulio Paolini war neben Jannis Kounellis und Lucio Fontana ein Vertreter der Arte Povera. Für seine Objekte, Installationen und Assemblagen verwendet auch er Vorhandenes, sogenannte Readymades. Er profilierte sich als wichtiger europäischer Konzeptkünstler, der zwischen 1970 und 1992 an der Documenta und der Biennale von Venedig teilnahm. Giulio Paolinis „Tableau Vivant“ (1985; Plexiglas, Tuch, Stoff; Einzelstück; Taxe € 60.000 – 80.000) stellt mit Herrenanzug und weißem Hemd symbolisch die bürgerliche Vorstellung von traditionell-akademischer Kunst in Frage.

Documenta-Teilnehmer Jannis Kounellis verwendet einfache Materialien wie Stein, Kohle, Wolle oder Haar. Im Bewusstsein um das Erbe der Antike schuf der in Rom lebende Grieche Bilder von archaischer Ausdruckskraft. Das kleine Objekt, das er 1971 als „Denkmal für den tapferen Bürger“ (“Monumento al borghese coraggioso”, 1971; Glas, Metall, Stoff, Arsen auf Holzsockel, 34 x 24 x 23 cm; Taxe € 90.000 – 100.000) für eine Edition konzipierte, verkörpert die Ideenwelt der Arte Povera. Es verweigert sich jeder figurativ-heroischen Darstellung und stellt den bürgerlichen Kunstbegriff in Frage. Der Inhalt des Glaszylinders besteht aus Wasser und einer Seilzugkonstruktion mit einem Arsen gefüllten Säckchen, das schrittweise das Wasser kontaminiert. Kounellis widmet seine ironische Hommage dem „tapferen Bürger“, der an traditioneller Kunst festhält, sich dem schleichenden Prozess der Moderne jedoch nicht entziehen kann.

Im Jahr 2009/10 widmete das Lenbachhaus München dem österreichischen Bildhauer Erwin Wurm eine Ausstellung, deren Katalogcover einer plastischen Gurke nachempfunden war und auf seine gleichnamige Werkserie verwies. Auch bei dieser Auktion ist Wurm mit „Ohne Titel (Salatgurke)“ (2008, Acryl, Farbe, 18,5 x 3,5 cm. Unikat. Taxe € 8.000 – 12.000) vertreten. Autos, Kleidung und eben Gurken hat er der Welt des Realen entlehnt, ihren Sinn verdreht und neue Bilder geschaffen. Als Erfinder der „One Minute Sculptures“ – Inszenierungen, die nur kurze Zeit bestehen und als Fotografien oder Videos festgehalten werden – entlarvt er mit hintergründigem Humor die Absurdität alltäglicher Situationen und etablierte sich mit seinem erweiterten Skulpturbegriff als einer der erfolgreichsten Gegenwartskünstler.

In die Kunstgeschichte ging der Konzeptkünstler Yves Klein als Schöpfer des „Monochromen“ ein, einfarbiger blauer Bilder, deren tiefes Ultramarin er sich als „International Klein Blue“ IKB patentieren ließ. In Yves Kleins Plastik der „Blauen Venus“ (hier: „Vénus Bleue“, 1961/62. Taxe € 40.000 – 50.000) verbindet er den Torso der „Venus von Milo“ mit dem Blau des Farbpuders. Mit dem Rückgriff auf ein Zitat aus der Kunstgeschichte rückt der Künstler das Ferne in greifbare Nähe, weist es gleichzeitig als Edition jener Massenkultur zu, die in den 60er Jahren zum Hauptmotiv der Pop Art avancierte.

Piero Gilardi hat sich weltweit als vielseitiger Künstler präsentiert. In den 60er Jahren stand er eng mit der Arte Povera in Verbindung und fand mit „Naturteppichen“ – aus Polyurethanschaum gefertigte Bodeninstallationen, die etwa ein Kornfeld zur Erntezeit oder reife Tomatenstauden wiedergaben – zu Anerkennung. Zuletzt machte er als Initiator und künstlerischer Leiter des 2008 in Turin eröffneten „Park der lebendigen Kunst“ von sich reden. In den vergangenen Jahren nahm er seine Experimente mit Polyurethanschaum wieder auf. In Variation des Naturthemas schuf er das Relief „Erbsen und Zitronen“(„Piselli e limoni“, 2001. Taxe € 4.000 – 6.000) und den als Sitz dienenden Baumstamm („Totem invernale“, 2003. Taxe € 6.000 – 8.000) als malerische und zugleich skulpturale Objekte.

Michael Croissant repräsentiert die deutsche Nachkriegsmoderne. Seine Entwicklung zur Abstraktion vollzog sich entlang der menschlichen Gestalt und blieb in der Ausprägung immer figurativ. Das gilt auch für die Werkserie der „Köpfe“, deren Details einer Komposition weichen, die aus geometrischen Grundflächen zusammengesetzt ist und die Anregung durch Werke der Klassischen Moderne etwa von Modigliani oder Brancusi wie auch afrikanische Plastik erkennen lässt. Der hohe Grad an Abstraktion verdeutlicht Croissants Streben nach einer überindividuellen Aussage zur Befindlichkeit des modernen Menschen zwischen Bedrohung und Zerstörung. In der Auktion angeboten werden „Köpfe“ aus dem Jahr 1988 (Taxe € 5.000 – 7.000), 1994 (Taxe € 15.000 – 20.000) und 1978 (Taxe € 12.000 – 15.000).

Bernhard Heiligers „Bronzezeit“ erreichte ihren Höhepunkt und Abschluss in teilweise polierten Bronzen, die seit Ende der 60er Jahre sein Werk prägen; die goldenen Flächen spiegeln das Licht und nehmen teilweise die Farbigkeit der Umgebung an. Die Plastik verliert in diesen Partien, die nur als immaterielle, flirrende Erscheinung wahrzunehmen sind, gleichsam ihre Substanz. Die Schaffensphase der polierten Bronzen zwischen 1966 und 1975, in die auch „Tramontana I“ (1968; Taxe € 55.000 – 75.000) fällt, markiert den Zenit von Heiligers Karriere.

Der Bildhauer Lothar Fischer fand mit den Jahren zu zunehmender Vereinfachung: Seine zeitlebens an der menschlichen Gestalt orientierten Plastiken erreichten etwa zeitgleich mit der Übernahme einer Professur an der Hochschule der Künste Berlin im Jahr 1975 eine Phase, die von großer Strenge und Geschlossenheit der Form geprägt ist. Ihr sind auch die Variationen eines „Knienden weiblichen Torsos I“ (1977/83, Bronze. Taxe € 6.000 – 8.000) zuzurechnen. Reduziert auf geometrische Formen, strahlt der Frauenkörper die heilige Ruhe archetypischer Idole aus, mit denen Fischer auf die antike Kultur und ihre Götterbilder Bezug nimmt.

Georg Karl Pfahler ging es um die Gestaltung des Raumes durch Farbe. Seine geometrischen Bildkompositionen stehen in der US-Tradition der Hard-Edge- und Color-Fields-Malerei, dessen einziger deutscher Vertreter er war. Gemeinsam mit Günther Uecker und Heinz Mack stellte er seine Werke im Jahr 1971 im deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig aus. Die Farbraumobjekte Pfahlers sind aus einem Dialog mit der Malerei hervorgegangen, was sie einzigartig macht, da hier eine besondere Verbindung aus skulpturaler und malerischer Formensprache erkennbar ist. Besonders an den frühen Metall-Objekten wie dem „Farbraumobjekt Nr. XI“ (1966; Metall, farbig bemalt, 50 x 60 x 30 cm. Taxe € 8.000 – 12.000), ist die direkte Ableitung von den Bildern ablesbar.

VERGANGENE AUSSTELLUNG


20 Jahre Montblanc Patron of Art Edition.

8. September bis 8. Oktober 2011
Eröffnung: Mittwoch, 7. September

Kunst und angewandtes Design verbindet die Galerie NEUMEISTER diesmal in ihrer aktuellen Ausstellung. Zu sehen sind edelste Schreib-geräte vor allem aus der Montblanc Patron of Art Limited Edition. Diese Edition wird anlässlich der jährlichen Verleihung der renommierten Auszeichnung Montblanc de la Culture Arts Patronage Award geschaffen, mit dem bedeutende zeitgenössische Kunstförderer seit 20 Jahren in zwölf Ländern geehrt werden. 2011 ist dies Harald Falckenberg, einer der bedeutendsten Sammler zeitgenössischer Kunst in Deutschland; weitere Preisträger waren etwa der Galerist Anthony D'Offay (London), die Kunsthistorikerin Jane Alexander (National Endowment for the Arts, USA) oder Liz Mohn (Bertelsmann Stiftung Deutschland).

Mit dem Preis an die zeitgenössischen Förderer ist eine Hommage an jeweils eine historische Persönlichkeit wie den römischen Kunstförderer Maecenas, den Museumsgründer Sir Henri Tate oder den Philantrophen Andrew Carnegie verknüpft, die die Designer zu limitierten Editionen in zeitlosem klassischen Design inspirieren. Diese Schreibwerkzeuge haben längst ihren Platz in Museen gefunden und sich zu weltweit begehrten Sammlerstücken und Kultobjekten entwickelt. Die edlen Füllfederhalter der Patron of Art Edition sind wahrlich eine limitierte Edition, denn die individuellen Fertigungswerkzeuge jeder Edition werden nach Erreichen der Stückzahl von 4810 - der Höhe des Montblanc in Metern - vernichtet.

Zudem werden Zeichnungen gezeigt, die extra für die Ausstellung mit dem Montblanc Leonardo Sketchpen ausgeführt wurden. Diese Künstler beschäftigt das Thema Linie in besonderer Weise und sie haben einen Bezug zu NEUMEISTER, Montblanc oder zur Sammlung Falckenberg.

Frank Gerritz (geb. 1964), Hamburg
(Sammlung Falckenberg; erhielt ebenden renommierten Edwin-Scharff-Preis) 
Herbert Nauderer (geb. 1958) München
Annette Streyl (geb. 1968), Hamburg (Sammlung Falckenberg)
Gerold Tagwerker (geb. 1965), Wien (Einzelausstellung Galerie NEUMEISTER)

Der Sammler Dr. Harald Falckenberg ist während der Eröffnung anwesend. Seine Kollektion in den Phoenix-Fabrikhallen in Hamburg zählt zu den 200 besten der Welt und umfasst rund 2.000 Arbeiten zeitgenössischer Kunst der letzten 30 Jahre.

VERGANGENE AUSSTELLUNG

Design. Halt. Kunst.

24. Juni bis 30. Juli 2011
Eröffnung: Mittwoch, 22. Juni, 18 – 20 Uhr

Kuratiert von Courtenay Smith und Cornelia Büschbell

Heiko Bartels, Andri Bischoff, Alexander Blank, EL ULTIMO GRITO, Nitzan Cohen, Hardy Fischer, Konstantin Grcic, Britta van Mehren, Alexander Müller, Welf Oertel, Axel Schmid, Sebastian Schönheit, Judith Seng, Katrin Sonnleitner

Es spricht Dr. Corinna Rösner, Landeskonservatorin, Die Neue Sammlung – The International Design Museum Munich

Design. Halt. Kunst. ist die Fortsetzung der von Courtenay Smith und Dr. Michael Tacke / büro orange kuratierten Ausstellung „kunst. halt. design.“, die im Sommer 2010 in der Galerie NEUMEISTER gezeigt wurde. Für die erste Ausstellung wurden zehn Künstler ausgewählt, deren Arbeiten den Bereich Design tangieren und die den Kunstbegriff bezüglich der Funktion überschreiten und hinterfragen. Nun wird das Konzept umgedreht. Aktuelle Designer wurden eingeladen, die sich für gestalterische Prozesse und Strukturen jenseits des Serienproduktes interessieren.

Die Ausstellung Design. Halt. Kunst. will nicht separieren oder entscheiden, zu welcher Sphäre (Kunst oder Design?) die gezeigten Objekte gehören. An dieser produktiven Schnittstelle soll vielmehr beleuchtet werden, welche Wirkungen gegenläufige Bewegungen schaffen können. Dabei werden vor allem die thematischen Felder gezeigt, die die Methoden des Kunstschaffens aufnehmen: bewusste Verschiebungen des Kontextes, die Integration des Betrachters bei der Realisierung des Objektes, autonome Reihen oder Systeme, das Oszillieren zwischen dem Nützlichen und dem Grotesken sowie die Selbstinszenierung des Gestalters. Allen nun in der Galerie NEUMEISTER gezeigten Objekten ist eines gemeinsam:

Am Anfang steht nicht der Wunsch nach einem Produkt, sondern das Ziel, einem bestimmten Sachverhalt, einer Situation, Idee, Struktur oder einem Gefühl Ausdruck zu verleihen.

Mit freundlicher Unterstützung von ClassiCon.

Öffnungszeiten:
Mi–Sa 14–19 Uhr
August geschlossen

Biografien
Heiko Bartels, geb. 1947. Studium an der Hochschule für Welthandel Wien, Werkkunstschule Krefeld. Professur an der Bauhaus-Universität Weimar. Gründungsmitglied der Gruppe Kunstflug. Arbeiten u.a. für Alessi, ClassiCon, Thyssen-Krupp, BMW Motorsport Ltd., Matsushita Electric Works Osaka, Olivetti, Flughäfen Düsseldorf und München. Teilnehme an der Biennale São Paulo.

Andri Bischoff, geb. 1982. Studium der Bildenden Kunst an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel. Studium Philosophie und Rechtswissenschaft in Basel. Mitarbeit im Bureau Mirko Borsche. 2010 Gruppenausstellung im ZKMax in München zu sehen.

Alexander Blank, Goldschmied, Studium an der Staatlichen Zeichenakademie Hanau. Einzelausstellung in der Gallery Rob Koudijs Amsterdam oder Gallery Hnoss in Göteborg. Präsenz in der Sammlung des National Museum of Scotland Edingburgh, im Kestner Museum Hannover sowie im Middlesbrough Institute of Modern Art.

Nitzan Cohen, Ausbildung an der Design Academy in Eindhoven. Mitarbeit bei Konstantin Grcic Industrial Design, danach eigenes Studio für Industrieprodukte, Möbel und Räume für Kunst. Ausstellungen und Designpreise wie 2011 Förderpreis der Landeshauptstadt München für Design. Gastprofessor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

EL ULTIMO GRITO, von Rosario Hurtado und Roberto Feo gegründetes Designstudio. Projekte unterschiedlicher Disziplinen von künstlerischen Installationen bis hin zu Designprojekten für Magis, British Airways, Marks & Spencer, Lavazza oder Abet Laminati. Zahlreiche Auszeichnungen; Präsenz in ständigen Sammlungen wie des MOMA New York, Victoria & Albert Museum London, Stedlijk Museum Amsterdam oder Kulturhusset Stockholm.

Hardy Fischer, geb. 1949, Studium u.a an der TH Aachen und Hochschule für bildende Künste Hamburg. Consultant Designer für FIAT Centro Stile und Studio Bonetto Mailand. Mitglied der Gruppe Kunstflug; Professur an der Kunsthochschule der Universität Kassel. Vertreten im Kunstmuseum Düsseldorf sowie der Neuen Sammlung München. Ausstellung »Capitales Européennes du Nouveau Design« im Centre Pompidou Paris.

Konstantin Grcic, geb. 1965. Ausbildung zum Möbelschreiner, Parnham College England. Designstudium, Royal College of Art, London. Eigenes Industrial Design Studio. Internationale Preise wie Compasso d’Oro, Aufnahme in Sammlungen u.a. MoMA/New York, Centre Georges Pompidou/Paris. Kurator von Schauen wie „Design Real“ für Serpentine Gallery, London oder „Black2“ für Istituto Svizzero Rom. Einzelausstellungen im Boijmans van Beuningen Museum, Rotterdam oder Haus der Kunst, München und The Art Institute of Chicago. 2010 Ernennung zum „Royal Designer for Industry“ durch die Royal Society for the Arts, London; „Designer of the Year Award“ der DesignMiami auf der Art Basel.

Britta van Mehren, geb. 1967. Ausbildung zur Bildhauerin, selbstständige Bildhauerin und Restauratorin. 1995 nahm die Neue Sammlung in München die Arbeit „Handspiegel“ von ihr auf; Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung. Ausstellung mit dem Designer Michael Anastassiades in London.

Alexander Müller, geb. 1973. Studium an der TU München sowie an der École d‘Architecture Paris-La Seine. 2011 Förderpreis der Landeshauptstadt München. Ausstellungen „Vertical Living“ und „Approaches. Contemporary habitation from ideas to application“ im Haus der Gegenwart München.

Welf Oertel, geb. 1959. Studium Produktgestaltung an der HfG Offenbach. Arbeitsschwerpunkte: Szenografie, Ausstellungskonzeption, Interior Design, Sondermöbel und -leuchten. Lehraufträge u. a. an der Bauhaus-Uni Weimar, HdK Berlin und HBK Saar. Rektor einer privaten Kunst- und Designakademie in Stuttgart, Dozent an der Bauhaus-Uni Weimar.

Axel Schmid, geb. 1971 in Nassau/Bahamas. Ausbildung in Metall- und Holzbearbeitung. Studium an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Klaus Lehmann und Prof. Richard Sapper. 1997 Stipendium des VDID nach Japan. Danach Mitarbeit bei Ingo Maurer. Seine Leuchte „Jetzt“ ging in die Sammlung des MoMA in New York.

Sebastian Schönheit, geb. 1984. Studium Produkt-Design an der Bauhaus Universität Weimar. Besprechung seiner Arbeiten im Wall Street Journal und der Elle, Italien. Ausstellungsbeteiligungen u. a. in „Fuori Salone del Mobile“ in der Carwan Gallery in Mailand und im Museum für Gestaltung Zürich in „Neue Masche“.

Judith Seng, Studium Produktdesign an der Universität der Künste in Berlin. Eigenes Studio in Berlin. Ausstellungen u.a. im Art Centre Seoul, Caroussel du Louvre Paris, MOMA Berlin, Tokyo Art Museum. Vertreten in der Kollektion der Fonds National d`Art Contemporain (FNAC). Lehrtätigkeiten an der Universität der Künste Berlin, Hogeschik Gent und Universität der Künste in Kassel.

Katrin Sonnleitner, geb. 1979, Studium an der HfG Karlsruhe Produkt Design. Stipendium im Designlabor Bremerhaven. Eigenes Studio für Produkt- und Ausstellungdesign. Seit 2008 künstlerische Mitarbeiterin Produktdesign an der HfG Karlsruhe. Teilnahme Design Biennale in St. Etienne sowie „Gewebte Gärten“, Museum für angewandte Kunst Leipzig.

VERGANGENE AUSSTELLUNG

„Enduring Legacy – Ein bleibendes Vermächtnis“
Zeitgenössische Kunst aus Westbengalen

13. Mai bis 11. Juni 2011
Eröffnung: 12. Mai 2011, 18–20 Uhr

Gezeigt werden Arbeiten von Aditya Basak, Chandrima Bhattacharyya, Manjari Chakravarti, Chhatrapati Dutta, Adip Dutta, Debraj Goswami, Rima Kundu, Debanjan Roy, Samir Roy, Shrabani Roy, Paula Sengupta, Sk Sahajahan und Jayashree Chakravarty, die bei der Eröffnung anwesend sein wird.

Im Jubiläumsjahr von Rabindranath Tagore (125. Geburtstag und 70. Todestag), zeigt das Indien-Institut in Zusammenarbeit mit der Galerie NEUMEISTER und durch freundliche Vermittlung des Beiratsmitglieds Heinrich Graf von Spreti eine Ausstellung mit Werken zeitgenössischer westbengalischer Künstler. Partner ist die Galerie AKAR PRAKAR aus Kolkata; unterstützt wird das Projekt vom ICCR, dem Indian Council for Cultural Relations der indischen Regierung.

Anliegen dieser Ausstellung ist eine Annäherung an die verschlungenen Pfade, auf denen Tagore die heutige westbengalische Kunst und ihre Ästhetik beeinflusst.

Der bengalische Dichter, Maler, Komponist und Dramatiker Rabindranath Tagore (1861-1941) erhielt im Jahr 1913 für seinen Gedichtband „Gitanjali“ als erster Vertreter der nicht-westlichen Welt den Nobelpreis für Literatur; fortan wurde er weltweit als Kultfigur und Visionär verehrt, hierzulande gar als „der indische Goethe“ empfunden. Zu dieser Faszination trugen sowohl seine Mehrfachbegabung als auch sein Charisma bei; beides nutzte er als Mittler zwischen den Kulturen.

Chhatrapati Dutta analysiert in seinen Fotocollagen, wie sich populäre Filme und Proteste Einzelner auf Wertevorstellungen auswirken, wie sie Tagore äußerte, indem er nach dem Massaker von Amritsar 1919 den Ritterorden des Britischen Empire zurückgewiesen hatte.

Debanjan Roy verdeutlicht, dass Tagore und sein Œvre ein wesentlicher Bestand-teil bengalischen Lebens sind; solche Darstellungen sind auf Kalenderbildern und Gebrauchsgütern gegenwärtig. Roy führt eine lange indische Tradition weiter,
indem er die Gesichtszüge eines populären Mannes, in diesem Fall Tagore, auf eine Gottheit überträgt, wodurch diese erreichbarer werden soll.

Adip Dutta, gelernter Bildhauer, bildet alltägliche Objekte und Formen aus Industriematerial nach. Das Banale mit dem Erhabenen in Einklang zu bringen, ist inspiriert von Tagores Einsatz der Umgangssprache, die neben seiner verfeinerten Ausdrucksweise in vielen seiner Lieder vorkommt.

Rima Kundu ist inspiriert von den „damenhaften“ Stickereien der Frauen der Brahmo Samaj. Diese religiöse und sozial-kulturelle, von England beeinflusste Vereinigung, der auch die Tagore-Familie angehörte, war im Bengalen des 19. und 20. Jahrhunderts von großer Bedeutung. Kundu verdeutlicht dies durch Stoffarbeiten, die sie mit Spitzen und Monogramm verziert – Zeichen der Verehrung für einen geliebten Dichter.

Manjari Chakravarti beschäftigen die „verschwindenden Ehefrauen Santiniketans“, sechzehn Frauen aus ihrem Freundes- und Bekanntenkreis, die ihre Stadt verließen, um anderswo ein eigenes Leben zu führen. Sie zieht Parallelen zwischen den Heldinnen Tagores, die Gefangene ihrer Zeit waren, und den Frauen, die im Jahr 2011 diese Rolle ablehnen. Ihre Installation zeigt Mauern, in die Geschichten eingesickert sind, Käfige, die nicht mehr existieren.

Jayashree Chakravartys lyrischer Kokon verdeutlicht Tagores Gedanken über die Vergänglichkeit des Lebens und die rasch vorüberziehenden verschiedenen Lebensabschnitte. Tagore lehnte eine der Menschheit gegenüber feindliche Natur ab, stattdessen glaubte er fest an die wesentliche Einheit von Mensch und Umwelt. Im ausgestellten Werk „Cocoon“ übernimmt die Künstlerin Tagores Gedanken über Leben und Tod.

Die zeitgenössische indische Kunst ist heute ein „Global Player“. Zwischen Tokio und San Francisco, auf der Biennale oder auf der Documenta, auch von den großen Auktionshäusern wird indische Kunst wahrgenommen, geschätzt und gehandelt.
Im Sog des wirtschaftlichen Booms Ende der 90er Jahre und zu Beginn des dritten Jahrtausends erreichte die zeitgenössische indische Kunst ihren Höhepunkt. Das heutige Kunstschaffen Indiens ist auf den ersten Blick international und interkulturell, zugleich aber auch untrennbar mit der Vergangenheit und Tradition verbunden. Dies trägt sicher zu seiner Anziehungskraft auch für den Westen bei, bietet sie doch einen nie versiegenden Quell vielfältiger Bezüge, in denen Tradition und Moderne, das soziale wie das spirituelle Leben des Subkontinents zusammenfinden.


Pressekontakt:
NEUMEISTER
Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG,
Tel. 089/ 23 17 10 – 0
Marion Vorbeck, Tel. 089/ 23 17 10 - 50, E-Mail marion.vorbeck@neumeister.com

Indien-Institut e. V. München
Tel. 089/ 21968715, E-Mail info@indien-institut.de

© für alle Abbildungen: Akar Prakar Gallery, Kolkata

VERGANGENE AUSSTELLUNG

Augenblicke der Photographie
Bernheimer Fine Art Photography zu Gast in der Galerie NEUMEISTER

31. März bis 30. April 2011
Eröffnung: 30. März 2011, 18–21 Uhr

Galerie NEUMEISTER
Gabelsbergerstraße 17
80333 München
Öffnungszeiten während dieser Ausstellung:
Di–Fr 13–19 Uhr
Sa 11–19 Uhr

Augenblicke der Photographie zeigt Bernheimer Fine Art Photography in der Galerie NEUMEISTER.  Diese Kooperation entstand aus der erfolgreichen Zusammenarbeit im Herbst 2010 für eine Charity-Auktion für das Projekt „Art Road To Peace“ und schließt sich zeitgleich an die erste große Ausstellung aus der Sammlung Wilde in der Pinakothek der Moderne an, die gegenüber der Galerie NEUMEISTER liegt.

Die Entstehung einer Photographie dauert meist nicht länger als einige Sekunden, doch der eingefangene Augenblick wird im Bild für immer eingefangen. Zufällige Begegnungen spielen hierbei oftmals eine Rolle, wie die Photographien von Toni Schneiders zeigen, aber auch ungeplante äußere Umstände wie bei dem berühmten Bild „Broken Plate“ von André Kertész, zu dessen Entstehung er selbst erzählte: „In diesem Bild von Montmartre habe ich eine neue Linse getestet. Als ich nach Amerika ging, ließ ich den Großteil meines Archivs in Paris zurück und als ich zurückkam, musste ich feststellen, dass sechzig Prozent der Glasnegative zerbrochen waren. Dieses habe ich aufgehoben, doch es hatte ein Loch. Ich machte trotzdem Abzüge davon. Ein zufälliger Unfall half mir, so einen wunderschönen Effekt zu erzielen.“

Die Photographie hat sich in den letzten 200 Jahren die Rolle des Geschichten Erzählens in der bildenden Kunst erobert. Einzelne Motive haben selbst Geschichte geschrieben, wie das Motiv des „Englischen Hintern“ von Jeanloup Sieff. Im Kanon der Kunstgeschichte fügt sich dieses Motiv heute in eine Reihe berühmter Rückenakte von Ingres bis Man Ray. Die reine Modefotografie stellte Sieff nicht zufrieden - während für die Stylisten das gut sichtbare Kleidungsstück oberste Priorität hatte, interessierte er sich vielmehr Silhouetten und ein Spannungsverhältnis zwischen Figur, Dekor und Räumlichkeit des Bildes. Eines haben jedoch alle Bilder gemeinsam: Sie sind eine Hommage an das Licht.

Neben den Arbeiten von Jeanloup Sieff und André Kertész werden unter anderem Photographien von Nick Brandt, Michael Kenna, Lucien Clergue, Silke Lauffs, Guido Mocafico, Cathleen Naundorf, Norman Parkinson und Toni Schneiders zu sehen sein.

Bitte beachten Sie:
Die Galerie NEUMEISTER nimmt teil an der sechsten gemeinsamen Abendöffnung der Galerien in der Maxvorstadt am Donnerstag, 14. April 2011, 18 bis 22 Uhr.

VERGANGENE AUSSTELLUNG


Gerold Tagwerker

_modulator

4. Februar bis 12. März 2011
Eröffnung: 3. Februar 2011, 18–20 Uhr

„Es geht mir nicht um die Abbildung einer schönen Welt oder deren Utopien und Visionen. Ich reflektiere auf das Alltägliche und Banale, also auf das Reale unserer Welt. Daraus entstehen Objekte und Bilder, die dem Betrachter, seiner Wahrnehmung und seinen Erfahrungen zur Verfügung stehen.“ Gerold Tagwerker

Die Galerie NEUMEISTER zeigt raumfüllende Skulpturen und Installationen, Lichtskulpturen, großformatige Fotografien und Videoinstallationen des Wiener Künstlers Gerold Tagwerker.

Chicago, Barcelona, Brüssel, Amsterdam, Wien – und nun erstmals in München:
Den in Wien lebenden Künstler Gerold Tagwerker (*1965 in Feldkirch/Österreich) treibt der Blick aufs große Ganze um. Ursprünglich studierte er am Mozarteum Malerei, wollte sich jedoch nie auf nur ein Medium beschränken lassen. „Ich habe mir ein Wirkungsfeld geschaffen, auf dem alle Medien zum Einsatz kommen können, von der Lichtskulptur über das Tafelbild und Fotografien bis hin zu Videoarbeiten“, so Tagwerker.


Als „modulator“ baut Gerold Tagwerker verschiedene Formen aus Modulen zu Skulpturen auf: Ein Grundelement ergibt aufeinandergestapelt, ineinandergesteckt und zusammengefügt ein Objekt – seien es Systeme aus konvex gebogenen Spiegeln wie multiple.spy oder in unterschiedlichen Rhythmen flackernde Raster aus Lichtquadraten wie beim Wandobjekt 6x4x18W.flash.

Ausgangspunkt für Tagwerkers Reflexionen ist der Modernismus der 1960er und 1970er Jahre mit seinen gerasterten architektonischen Strukturen und minimalistischem Design. In den 70-er Jahren in kleinstädtischem Milieu aufgewachsen, erfuhr er erste Begegnungen mit betonierten Modernismen, die ihn bis heute faszinieren. „Sie prägen das, was bis heute als ,modern‘ gesehen und verstanden wird“, so Tagwerker. Als leidenschaftlicher Flaneur durch Großstädte verbrachte er lange Zeit in Chicago, das ihn wie keine andere Stadt inspiriert hat. Hier fand er eine Form von ästhetischer wie gesellschaftlicher Anonymität vor, die von einem Rastersystem geprägt ist. Diese scheint „als architektonisches wie soziologisches Konstrukt als Schablone über alles gelegt zu sein“.

Für seine Objekte verwendet Tagwerker alltägliche und industriell vorgefertigte Materialien wie Spiegel, Gitterroste, Leuchtstoffröhren, Aluminiumrohre oder Span-
platten. Drei Momente moderner Architektur greift der Künstler als ästhetische Erscheinungsformen auf: Licht, Spiegel und Raster. „Diese Momente“, so Tagwerker, „interessieren mich auch in ihrer Metaphorik.“ Der Spiegel als Abbild der Reflexion, wie auch als Moment der Überwachung und Kontrolle. Das Licht in seiner Funktion des Be- und Ausleuchtens, als Element der Sicherheit und Übersicht, und die Frage, was passiert, wenn es nicht mehr funktioniert wie gewohnt und zur Irritation wird. Das Raster als formales und architektonisches Prinzip, das eine moderne Welt ordnen und organisieren will - aber auch, so der „modulator“, „als Metapher für ein System, in dem jeder seinen Platz finden soll, und das dann spannend wird, wenn es aufgebrochen, erweitert und verändert wird.“

Einzelausstellungen (Auswahl ab 2005)
2010 _constructor, artfinder Galerie, Hamburg
2010 INTERMITTENT GEOMETRY, Forum Stadtpark, Graz (mit Manuel Knapp)
2010 zero_X, Galerie Grita Insam, Wien
2009 zero.nine, Galeria Llucia Homs, Barcelona
2008 IMPERMANENT GEOMETRY, Galerie Stadtpark, Krems (mit Amy Yoes)
2006 On Tunnels and Corridors, Kunstverein Medienturm, Graz (mit Siegrun Appelt)
2005 alphaville/zero5, artfinder Galerie, Hamburg

Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl ab 2005)
2010 MIND AND MATTER – paraflows.10, Künstlerhaus Wien
2010 NineteenEightyFour, Austrian Cultural Forum New York, NYC
2010 Konstellationen, MUMOK Museum Moderner Kunst, Wien
2009 Fifty Fifty - Kunst im Dialog mit den 50er-Jahren, Wien Museum, Wien
2008 Gegenstandslos, Gesellschaft für Kunst und Gestaltung, Bonn
2008 Yo, Mo´Modernism, CCNOA, Brüssel
2008 Ästhetische Komplexe, Kunstverein Augsburg, Augsburg
2008 Lichtspuren – Fotografie aus der Sammlung, Lentos Kunstmuseum, Linz
2007 Alice & Co im Wunderland, Museum der Moderne, Salzburg
2006 minimal quotations, artfinder Galerie, Hamburg
2006 THEAUSTRIANABSTRACTS, Arti et Amicitiae, Amsterdam
2005 Lichtkunst aus Kunstlicht, ZKM Museum für Neue Kunst, Karlsruhe
2005 Re:MODERN, Künstlerhaus Wien
2005 Entdecken und Besitzen - MUMOK Museum Moderner Kunst, Wien





Pressekontakt:
NEUMEISTER Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG
Marion Vorbeck, Tel. 089/23 17 10-50
E-Mail:
marion.vorbeck@neumeister.com

RÜCKBLICK 2010

Der andere Defregger: Privat. Modern. Unvollendet.

Zum 175. Geburtstag von Franz von Defregger
Kuratiert von Angelika Irgens-Defregger M.A. und Dr. Helmut Hess

16. November 2010 bis 15. Januar 2011
(19. Dezember 2010 bis 7. Januar geschlossen)

Eröffnung 15. November, 18–20 Uhr

Zum 175. Geburtstag des stilprägenden Genremalers Franz von Defregger zeigt die Galerie NEUMEISTER den Maler von einer anderen, unbekannten Seite.
In intimen, oft privaten und teils unvollendeten Bildern und Skizzen offenbart sich seine Leidenschaft für das Malerische, das in Komposition und Farbe über die bekannten zünftig-rustikalen Bauernfiguren hinausgeht.

Die Ausstellung umfasst rund 80 Exponate, die größtenteils aus dem Nachlass des Künstlers stammen. Der Fokus liegt auf Defreggers Frühwerk mit Familienporträts und Skizzen. Als junger, „unverbildeter“ Maler zeigt er eine frische, impulsive Herangehensweise, noch steht nicht das Anekdotisch-Erzählerische im Vordergrund. Stattdessen richtet der Künstler seinen Blick auf das eher Unscheinbare, Nebensächliche, wobei er zugleich ein ausgeprägtes malerisches Interesse am Gegenstand entwickelt.

Bereits die Zeitgenossen, allen voran Autoritäten wie Hugo von Tschudi und Julius Meier-Graefe, hatten „den anderen“ Defregger entdeckt: In der Jahrhundertausstellung von 1906 in der Berliner Nationalgalerie wurden frühe Arbeiten des Künstlers gezeigt, anhand derer man das Bild vieler kritischer Zeitgenossen revidieren konnte, die in Defregger nur den an Marktbedürfnisse angepassten Bauernmaler sahen, der Erfolge auf großen internationalen Ausstellungen in München, Wien, Berlin und Paris feierte.

Diverse, zum Teil noch nie ausgestellte Werke zeigen Defregger in einem anderen Licht und setzen neue Maßstäbe für das Verständnis eines bewegten Künstlerlebens. Dazu zählen etwa 15 Ölgemälde mit Interieurs, Landschaften und Porträts der Familie, Skizzen oder Studienblätter. So manche Fotografie beweist, dass der Maler bereits damals die moderne Technik als Vorlage für seine Werke genutzt hat. Komplettiert wird die Schau durch Kunstreproduktionen, Auszeichnungen sowie persönliche Erinnerungsstücke.

Frühe realistische Schilderungen wie Interieurstudien mit Bauern bei der Arbeit sind weit entfernt von Defreggers später zum Markenzeichen gewordene heile und muntere Bauernwelt. Das beweisen auch Gemälde wie etwa ein weiblicher, bisher unbekannter Halbakt, der die Einflüsse seines Paris-Aufenthaltes (1863-65) reflektiert. Auf frühen Landschaftsdarstellungen wird im Vergleich zu seinen späteren Auftragswerken spürbar, wie frei und locker Defreggers Pinselduktus damals noch war. Überraschend und einzigartig in der Reihe der Defregger-Porträts schließlich ist das Bildnis des Indianers „Rocky Bear“ von 1890. Der dargestellte Häuptling gehörte zum Gefolge der europaweit beliebten „Wild-West-Show“ Buffalo Bills. Defregger war fasziniert von diesem Indianer, da er ihn in „Benehmen und Gebärden“, so der Maler selbst, an seine naturverbundenen Tiroler Bauern erinnerte.

Filme und Führungen ergänzen das Bild vom „anderen“ Defregger.

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Marion Vorbeck, Tel. 089/23 17 10-50
E-Mail: marion.vorbeck@neumeister.com
NEUMEISTER Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG, Tel. 089/23 17 10-0

Biographie Franz von Defregger

1835 Franz Jacob Defregger wird am 30. April in Stronach im Pustertal (Osttirol) als Sohn eines Bauern und einer Wirtshaustochter geboren

1860 Beginn einer Bildschnitzerlehre beim Bildhauer Michael Stolz in Innsbruck

1860-61 Besuch der Vorbereitungsklasse an der Münchner Kunstgewerbeschule bei Hermann Dyck; gleichzeitig Belegung eines Aktkurses an der Privatschule Filser

1861 Aufnahme in die Vorbereitungsklasse der Münchner Akademie

1863-65 Studienaufenthalt in Paris

1867 Aufnahme in die Klasse von Karl von Piloty an der Münchner Akademie der Bildenden Künste, wo er weitere drei Jahre studiert

1871 Eine Krankheit, die rheumaähnliche Schmerzen an den Gelenken verursacht und den Maler ans Bett fesselt, beeinträchtigt seine Schaffenskraft

1872 Heirat mit der zwanzig Jahre jüngeren Anna Maria Müller und Aufenthalt in Bozen, Heilerfolge seiner Krankheit

1873 Teilnahme an der Weltausstellung in Wien mit den Gemälden Preispferd „Die Brüder und „Ball auf der Alm, für die er eine Goldmedaille erhält

1878 Ernennung zum Professor für Historienmalerei in der Komponierklasse an der Münchner Akademie; hier Professur bis 1910

1882 Bezug der eigenen Villa in der Königinstraße, die zum gesellschaftlichen Treffpunkt der Münchner Gesellschaft avanciert

1883 Verleihung des bayerischen Kronordens sowie Verleihung des Adelstitels

1885 Überreichung der Erzherzog-Carl-Ludwig-Medaille sowie der Preis-medaille für das Kunstwerk Erzählender Jäger von der Genossenschaft bildender Künstler Wien

1895 Ehrenmedaille der Münchner Künstlergenossenschaft für die Jahresausstellung

1900 Defregger erkrankt an Grauem Star

1902 Tod seiner Frau Anna; sie wird auf dem Münchner Nordfriedhof beigesetzt

1905 Als erster Künstler wird Defregger zum Ehrenbürger der Stadt München ernannt, sowie zum Ritter des Ordens Pour le mérite
1906 Teilnahme an der Jahrhundertausstellung in der Berliner Nationalgalerie

1907 Nordlandreise auf der Hohenzollern zusammen mit Kaiser Wilhelm II.

1910 Verleihung der Prinz-Regent-Luitpold-Medaille in Gold

1915 Verleihung der Ehrenmedaille durch das Kollegium der Münchner Akademie der Bildenden Künste

1921 Franz von Defregger stirbt am 2. Januar in München und wird in der Familiengruft auf dem Münchner Nordfriedhof beigesetzt (Grab Nr. 51-14-1)

Werke von Defregger sind heute u.a. ausgestellt in der Alten Nationalgalerie Berlin, der Kunsthalle Hamburg, dem Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Innsbruck, dem Wallraf-Richartz-Museum Köln, dem Museum der Bildenden Künste Leipzig, der Österreichischen Galerie Belvedere in Wien sowie in München in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus sowie in der Neuen Pinakothek.

no sports
Fotografien von Regina Schmeken

10. September 2010 bis 30. Oktober 2010
Eröffnung: Donnerstag, den 9. September, 18-20 Uhr


In ihrer neuen Ausstellung zeigt die Galerie NEUMEISTER insgesamt 25 Arbeiten aus drei Werkgruppen der in Berlin lebenden Fotografin und Künstlerin Regina Schmeken: Bewegungsstudien von Fußballspielern und von Tänzern sowie höchst eindrucksvolle Aufnahmen von Stabhochspringerinnen, die im Jahr 2008 anlässlich der Olympischen Spiele in Peking entstanden sind.

Bereits in ihren frühen Werken hat Regina Schmeken die serielle Arbeitsweise angewendet; seit 2003 beschäftigt sie sich mit Bewegungsstudien, zu denen sie die unterschiedlichsten Sujets inspirieren. So fotografierte sie Fußballspieler bei Bundesliga-und Länderspielen, zuletzt bei der Weltmeisterschaft von 2006 in Deutschland. 2005 entstanden Fotografien von Tänzern aus dem Ensemble des Bayerischen Staatsballets im Münchner Nationaltheater. Im selben Jahr nahm sie eine Serie von den Athleten der Fechtweltmeisterschaften in Leipzig auf, kurz davor entstand eine Fotoinstallation über die Tanzmeditation Türkischer Derwische in Istanbul.

Ob Fußballer, Stabhochspringer oder Tänzer: Die Künstlerin konzentriert sich auf den prekären Moment der Balance zwischen Stillstand und Bewegung. Durch die Reduktion auf grafisch klare Zeichen mithilfe einer besonderen Lichtführung erhalten die durchtrainierten Körper eine geradezu skulpturale Qualität. Die kraftvoll kontrastierenden Schwarz-Weiß-Aufnahmen zeigen eine Dimension, die über die sportlich-perfekte Darbietung hinaus weist: Erst durch die Darstellung des scheinbaren Innehaltens wird die Essenz menschlicher Aktion sichtbar.

Seit 1980 stellt Regina Schmeken ihre Fotoarbeiten regelmäßig aus, so im Museum für Fotografie in Berlin, in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München, in der Zeche Zollverein oder im Museum Folkwang Essen sowie in der Bibliothèque Nationale von Paris. Institutionen wie etwa die Pinakothek der Moderne in München oder das New Yorker Museum of Modern Art haben Arbeiten von Schmeken angekauft. Die Künstlerin wurde mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet, beispielsweise 1978 mit dem Kritikerpreis der Rencontres Internationales de la Photographie in Arles, 1982 mit dem International Photo Design Award des Kunstmagazins Art, zwei Jahre später mit dem Förderpreis für künstlerische Fotografie der Landeshauptstadt München sowie dem Dr.-Erich-Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie im Jahr 1996.

1986 folgte Regina Schmeken dem Ruf als Redaktionsfotografin der Süddeutschen Zeitung. Seitdem hat sie die Bildsprache der SZ und darüber hinaus den Bildjournalismus in Richtung einer ästhetischen und motivischen Auflockerung beeinflusst. Heute zählt sie zu den wichtigsten zeitgenössischen Fotografen, deren Arbeiten sich in das kollektive Bildgedächtnis eingeschriebenen haben.

Zur Eröffnung spricht Sir Peter Jonas, Intendant der Bayerischen Staatsoper von 1993 bis 2006.

Die Künstlerin ist anwesend.

kunst. halt. design.
9. Juni 2010 bis 31. Juli 2010
Eröffnung: Dienstag, den 8. Juni, 18-20 Uhr

Gabriele Basch, Cornelia Büschbell, Anita Edenhofer, Silke Koch, Klaus Kumrow, Pietro Sanguineti, Annette Streyl, Christiane Wetzel, Winter/Hörbelt, Stefan Wischnewski

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit büro orange

Unter neuer Leitung und mit frischem Konzept startet die Galerie NEUMEISTER in die Sommersaison. Neumeister-Expertin für Design, Courtenay Smith gibt mit dieser Schau ihren Einstand als neue künstlerische Leiterin der Galerie NEUMEISTER. Inhaberin und Geschäftsführerin Katrin Stoll setzt mit der Ausrichtung der Galerie auf internationale aktuelle Kunst und ihre grenzüberschreitenden Erscheinungsformen zu Architektur, Design, Gestaltung oder Mode einen weiteren Akzent für das Traditionshaus Neumeister im Bereich Moderne und Design.

Die aktuelle Schau in der Galerie NEUMEISTER hat Smith gemeinsam mit Dr. Michael Tacke vom büro orange konzipiert. Der Titel ,kunst. halt. design.‘ umreißt das Spannungsfeld. Zehn junge Künstler aus deutschen Metropolen zeigen Arbeiten, die zwischen den Bereichen Kunst und Design changieren, sie überschreiten und letztlich im Betrachter einen permanenten Konflikt auslösen. Die Künstler spielen in ihren Installationen, Skulpturen oder Fotografien mit dem herkömmlichen Begriff von Raum, Kontext und Funktion, ob sie nun Alltagsgegenstände in zweckfreie Kunst überführen oder mit ihren Werken auf die Funktion eines Alltagsobjekts Bezug nehmen. Entsteht aus Alltagsgegenständen Kunst oder entstehen aus Kunst Alltagsgegenstände?

RÜCKBLICK 2009

Zum Jahresanfang präsentierte die Klasse des Münchener Bildhauerei-Professors Albert Hien ihre "Winterspiele" mit frischem Blick auf die "stille Zeit". Auch ein designorientiertes Publikum kam auf seine Kosten mit einem Einblick in das Sammlerleben bei der Schau "4 Verrückte. Bauhaus Sammeln". Mit gleich zwei Ausstellungen würdigte NEUMEISTER mit der Zürcher Galerie Katharina Büttiker Art Deco - Art Nouveau das Jugendstilgenie Alfons Mucha, dessen Todestag sich 2009 zum 70. Mal jährte: im Sommer in unserer Dependance am Wiener Lobkowitzplatz 1 sowie derzeit in unserer Galerie im Museumsquartier München.

Im Rahmen des Open-Art Wochenendes brachten wir gemeinsam mit der Galerie Mueller & Plate mit der Schau "Indian Art" zeitgenössische indische Kunst nach München, zeigten mit der Bozener Malerin Christina Gallmetzer Kunst in der Tradition der Leipziger Schule. Unter dem Titel "Next Generation" begleitete eine Schau von edlem Spielzeug und Einrichtungsgegenständen fürs Kinderzimmer aus verschiedenen Epochen unsere Online-Auktion.