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Vorbericht Alte Kunst 348, 30. Juni 2010


Pressebericht
348. Kunstauktion am 30. Juni 2010

Nach der Sonderauktion „300 Jahre Meissen“ am Abend des 29. Juni 2010 folgt tags darauf die 348. NEUMEISTER-Kunstauktion. Die Bandbreite erstreckt sich wie gewohnt über Kunstgewerbe, Schmuck, Skulpturen und Möbel bis zu Graphik und Gemälden. Das reichhaltige Angebot hat für jeden Sammler etwas zu bieten. Hier eine Auswahl von erlesenen Objekten.

Unter den Fayencen besticht ein bunt staffiertes Papageienkännchen mit abnehm-
barem Kopf als Deckel, Holitsch, 2. Hälfte 18. Jh. (Taxe EUR 3.500).

Liebhaber von edlen Dosen werden sich über eine Tabatière mit Widmung von Eugène de Beauharnais an König Max I. Joseph von Bayern freuen, die in Paris um 1806/09 von Pierre-André Montauban gefertigt wurde, Taxe EUR 4.000. Die 7,5 x 4,5 cm kleine Dose ist aus Schildpatt und Gold gearbeitet und hat eine eingelassene, ovale Achatkamee mit der Darstellung „Leda mit dem Schwan“. Vermutlich war sie ein Geschenk Eugène de Beauharnais‘ (1781-1824), dem Stiefsohn Napoleons, an seinen Schwiegervater König Max I. Joseph von Bayern , dessen Tochter Auguste Amalie er im Januar 1806 in München geheiratet hatte.

Mit einem 60 Lose umfassenden Angebot wartet die Sparte Skulpturen auf. Zahlreich vertreten sind Arbeiten des süddeutschen Barock und Rokoko; Sammler gotischer Plastik dürften sich insbesondere für einen Hl. Christophorus aus Norditalien interessieren, der mit EUR 7.000 zum Aufruf kommt, ebenso wie für eine oberbayerische, wohl Münchener Apostelfigur aus der Zeit um 1480/90 (Taxe EUR 7.500).

Bei den Möbeln mit jeweils EUR 15.000 am höchsten bewertet sind zwei Werke des ausgehenden 19. Jahrhunderts, ein aufwändig mit Beschlägen dekoriertes Meuble à vantaux, geschaffen nach einem berühmten Vorbild der Epoche Louis XVI, das seinerzeit von den Ebenisten Benneman und Stöckel für Königin Marie-Antoinette ge-
schaffen wurde, sowie ein möglicherweise aus der Werkstatt Ferdinando Poglianis/Mailand stammender Tisch mit reichen gravierten Elfenbeineinlagen im Stile der Renaissance.

Hauptlos der Graphik-Offerte ist Wilhelm von Kaulbachs großformatiger Karton „Unter den Linden“ (Tandaradei) aus dem Jahre 1867 (Taxe EUR 9.000), der – das gleichnamige Minnelied Walther von der Vogelweides interpretierend – ein sich kosendes junges Paar am Waldesrand zeigt.
Von Giovanni Antonio Canal, gen. Canaletto, gelangen die beiden Radierungen „Das Haus mit der Inschrift“ und „Das Haus mit dem Peristyl“ zum Aufruf (Taxe je EUR 2.000). Giovanni Benedetto Castiglione ist u. a. mit seiner Radierung „Noah lässt die Tiere in die Arche gehen“ vertreten (Taxe EUR 900).
Ein Blick auf die Albrechtsburg in Meißen von Adrian Zingg könnte nicht nur aufgrund seiner künstlerischen Qualität, sondern auch im Hinblick auf das 300. Jubiläum der Meissener Porzellanmanufaktur das Interesse der Käufer wecken (Taxe EUR 1.000). Das Aquarell „Blick auf Schloss Neubeuern und das Inntal“ schuf Leopold Rottmann im Jahre 1863 (Taxe EUR 1.000).

Aus dem Angebot von Gemälden Alter Meister sei neben Esaias van de Veldes kleinformatigem „Eseltreiber in Hügellandschaft mit Holzbrücke“ aus dem Jahre 1629 (Taxe EUR 35.000) ein „Viehmarkt“, der den Künstlern Adriaen Frans Boudewyns und Peeter Bout zugeschrieben wird, besonders hervorgehoben (Taxe EUR 16.500). In der Werkstatt Jan Brueghels d. Ä. entstand ein „Stillleben mit Blumen in einer Keramikschale“ (Taxe EUR 16.000). Pieter Molijn signierte eine „Haarlemer Landschaft“, die mit EUR 4.000 taxiert ist. Von großer Grazie ist Anton Graffs „Bildnis der Friederike Charlotte Bause“, der jung verstorbenen Tochter des Kupferstechers Johann Friedrich Bause (Taxe EUR 6.500).
Die Kunst seines langjährigen Lehrers in Venedig, Giovanni Battista Piazzetta, spiegelt Franz Anton Kraus‘ 1738 datierter „Kartäusermönch in Anbetung des Kreuzes“ wieder (Taxe EUR 4.500). Der im Trentino tätige Münchner Erasmo Antonio Obermüller, gen. Il Pistolese, ist mit einem großformatigen Gemälde „Loth und seine Töchter“ in der Auktion vertreten (Taxe EUR 12.000).

Die Malerei des 19. Jahrhunderts wird traditionell in großer Vielfalt und in zum Teil exzellenter Qualität angeboten. Von Carl Spitzweg werden unter anderem folgende, im Werkverzeichnis Siegfried Wichmanns aufgeführte, Gemälde aufgerufen: „Der Kaktusfreund“ (Taxe EUR 22.000), „Anbetung des Kindes“ (Taxe EUR 15.000) und eine „Abendlandschaft im Inntal“ (Taxe EUR 15.000).
Wilhelm von Kobell ist mit dem Gemäldepaar „Bäuerin und Bub mit zwei Pferden“ und „Pferdegespann vor Rottach-Egern“ vertreten, das von Siegfried Wichmann um 1805-10 datiert wird (Taxe EUR 30.000).
Für „Zwei Kätzchen vor dem Spiegel“ Julius Adams werden EUR 12.000 erwartet. Ein im Schaffen Franz von Defreggers seltenes Gemälde religiösen Inhalts wird mit einem „Hl. Martin“ zum Verkauf gelangen (Taxe EUR 7.000). Für Anton Braiths „Am Bergbach“, darstellend einen Hütejungen mit zwei Kälbern, aus dem Jahre 1898 sollten EUR 6.000 geboten werden. Ein „Winterliches Dorf“ Heinrich Bürkels (Taxe EUR 12.000) wartet ebenso wie Lorenzo Quaglios „Besuch im Kloster“ aus dem Jahre 1839 (Taxe EUR 12.500) und Johann Adam Kleins „Treidler am Flussufer“ aus dem Jahre 1862 (Taxe EUR 12.000) auf neue Eigentümer.

Von Hiasl Maier-Erding werden zwei ausdrucksstarke Porträts angeboten: „Hafnermeister Georg Kampfleuthner“ entstand um 1931/32, „Pater Johannes“, darstellend den seinerzeit am Chiemsee populären Kapuzinerpater Johannes Berchmans, wird um 1925 datiert (Taxen EUR 5.500 und 7.800). Von Felix Schlesingers Kunst der Genremalerei zeugt sein Gemälde „Mädchen und Junge mit Kaninchen im Stall“ (Taxe EUR 15.000). Das nicht weniger qualitätvolle Gemälde „Der Verehrer am Fenster“ (1863) von Reinhard Sebastian Zimmermann sollte einem Sammler mindestens EUR 9.000 wert sein.

Von bester Provenienz ist schließlich Alexander Ritter von Bensas Gemälde „Reitergefecht zwischen kaiserlichen Dragonern und ungarischen Husaren“ aus dem Jahre 1850. Auf dem Keilrahmen prangt der Sammlungsstempel Kaiser Franz Josephs I., das Gemälde gelangte wohl aus der Sammlung von dessen Tochter Erzherzogin Gisela, seit 1873 mit Prinz Leopold von Bayern verheiratet, in eine süddeutsche Privatsammlung (Taxe EUR 7.000).


Am folgenden Tag findet die Varia-Auktion mit ca. 1000 Losen statt.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. NEUMEISTER
Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG, Tel/Fax 089-23 17 10-0/55
und Heidi Gerisch, Tel 089-23 17 10-45, e-mail heidi.gerisch@neumeister.com