Pre report special sale "300 Years of Meissen", June 29, 2010
Pressevorbericht
Sonderauktion „300 Jahre Meissener Porzellan“, 29. Juni 2010
2010 feiert die Manufaktur Meissen ihre Gründung und somit ihr dreihundert-jähriges Bestehen. Auf der Albrechtsburg begann die unglaubliche Erfolgsgeschichte des „Weißen Goldes“. Dies nimmt das Kunstauktionshaus NEUMEISTER zum Anlass für eine Sonderauktion „300 Jahre Meissener Porzellan“, die am 29. Juni 2010 um 18 Uhr stattfindet. Ca. 130 erlesene Porzellane vom frühen 18. bis ins 20. Jahrhundert kommen zum Aufruf. Einige besondere Objekte seien hier hervorgehoben:
Die früheste Arbeit im Angebot entstand um 1715 nach einem Modell von J. J. Irminger, eine weiße unbemalte Teekanne mit aufgelegtem Reliefdekor in Form
von Blüten und Blättern, Taxe EUR 22.000. Irminger (1635-1724) war Dresdener Hofsilberschmied und erstellte die ersten Entwürfe für Porzellangefäße. Eine
ähnliche Teekanne jedoch mit radiertem Golddekor der Seuter-Werkstatt mit Vögeln und Insekten entstand um 1720/25, Taxe 19.000. Passend dazu kommen ein Cremetopf, ebenso mit Golddekor der Seuter-Werkstatt – Chinesen bei verschiedenen Tätigkeiten in Gartenlandschaft – für EUR 4.000 und eine Doppel-henkeltasse mit Untertasse mit gleichem Golddekor für EUR 4.000 zum Aufruf.
Radierter Gold- und Silberdekor mit Parklandschaften veredelt eine Teekanne, die um 1720/40 gefertigt wurde, Taxe EUR 14.000.
Bunter wird es bei den Kaffeekannen, um 1730/40, die mit Chinoiserien bzw. Architekturstaffage bemalt sind, Taxen EUR 9.500 und 7.500. Beliebte Koppchen mit Untertassen, um 1740, bestechen mit buntem Chinoiseriedekor und Goldspitzenbordüre, Taxe je EUR 5.000.
Für Liebhaber des Hausmalerdekors finden sich eine Teekanne und ein Koppchen mit Untertasse, um 1730/45, mit unterglasurblauem Dekor und buntem floralem Überdekor mit Gold sowie eine Kumme, Mitte 18. Jh., mit buntem Blumendekor der Ferner-Werkstatt, Taxen EUR 6.500, 2.800 und 2.400.
Außergewöhnlich ist eine Tischdekoration in Form eines Blumentopfes, um 1740/45.
Den Blumentopf, mit gold staffiertem Purpurschuppenfond, schmückt seitlich je ein in Blattranken endender Maskaron, aus dem Topf sprießt eine fein gearbeitete Narzissenpflanze, Taxe EUR 1.200.
Eine rhombische Bratenschüssel aus dem Schwanenservice für Heinrich Graf
von Brühl, um 1740, Modell von J. J. Kändler und J. F. Eberlein, ist mit EUR
45.000 angesetzt. Mit buntem Obst- und Blumendekor ist eine Platte aus dem „Brühlschen Allerlei“ Service bemalt, um 1743/47, nach Modell von Johann Friedrich Eberlein, die mit EUR 6.300 taxiert ist.
Ein seltenes bunt staffiertes Likörgefäß mit aus drei Voluten und sitzenden Assistenzfiguren gebildetem Sockel, um 1740/45, nach Modell von J. J. Kändler, wird mit EUR 20.000 aufgerufen.
Zur Aufbewahrung des Tabaks, dem anfangs heilbringende Kräfte zugeschrieben wurden, diente ein um 1745/50 entstandenes Gefäß, das mit vier großen goldenen Muschelkartuschen mit diversen Blumen versehen ist, später kam eine vergoldete Bronzemontierung im Louis-XVI-Stil hinzu, Taxe EUR 35.000.
Vollplastische bunte Blüten sowie gemalte Blumenbuketts zieren eine um 1745 ent-
standene Terrine mit Unterschale, die für EUR 3.000 zu haben ist. Zwei kleine Terrinen, um 1745/50, versehen mit Watteauszenen im „Inselstil“ bzw. höfischen
Reiter- und Jagdszenen sollten einem Sammler EUR 5.500 bzw. 4.500 wert sein.
Als einmaliges höfisches Zierstück diente ein Paar großer Duftvasen mit vergoldeter Bronzemontierung, um 1750, nach Modell von J. J. Kändler, deren Haubendeckel mit aufgelegten Blütenranken von einem Kanarienvogel bekrönt wird, Taxe EUR
35.000.
Unter den Dosen ist eine 5 cm hohe Tabatière mit Gelbfond und bunter Chinoiserie in Vierpasskartusche, um 1723/25, bemerkenswert, Taxe EUR 16.000.
Die figürliche Plastik wird angeführt von einer um 1715/20 entstandenen kleinen Pagode aus Böttger-Porzellan, teilweise vergoldet, die als Haube für Räucherkerzen diente und deren wohlriechender Rauch durch Mund und Nase entweichen konnte, Taxe EUR 9.000, gefolgt von beliebten Schäfergruppen, um 1745 bis Mitte des 18. Jh.,
Taxen EUR 11.000, 9.000 und 4.500. Für einen Zitronenhändler aus der Serie „Cris de Paris“, um 1755, nach einem Modell von Friedrich Elias Mayer, werden EUR 7.200 erwartet. Liebhaber der Tierplastik wird ein Mopspaar mit Jungem, um 1745, nach
Kändler (und Reinicke) Modell erfreuen, Taxe EUR 42.000.
Beim Meissener Porzellan des 19. und 20. Jahrhunderts kommen u. a. eine rare, 86 cm hohe Schneeball-Deckelvase mit dem Bildnis der Königin Carola von Sachsen, wohl zur ihrer Hochzeit mit Kronprinz Albert von Sachsen (1853) oder zu dessen
Thronbesteigung (1873) entstanden, für EUR 39.000, ein Deckelhumpen mit
kobaltblauem Fond und Ansicht von Dresden in Goldrankenkartusche für EUR 5.600, eine sechsflammige Applique mit aufgelegten Blütenranken, zwei Amoretten und Vögeln, für EUR 4.500, kleine Zierteller, für EUR 100 bis 280, und Figuren, für EUR 400 bis 1.800, zum Aufruf.
Am folgenden Tag, 30. Juni 2010, beginnt wie gewohnt um 9.30 Uhr die 348.
NEUMEISTER-Kunstauktion.
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. NEUMEISTER Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG, Tel./Fax 089-23 17 10-0/55 und
Heidi Gerisch, Tel. 089-23 17 10-45, e-mail heidi.gerisch@neumeister.com